22. April 2013
Menschen im Zentrum
Leserbriefe
Bismark

Nachtrag zum Mann aus Berikon

Der Mann aus Berikon [montagsZeitung], der sich weigerte für das Sozialamt den Pfau zu machen und trotzdem auf seinem Recht auf Sozialhilfe beharrt - wie frech (!) - hat eine Stelle als Webpublisher gefunden.

Das wäre die richtige Antwort auf das "renitente" Verhalten gewesen - ihm eine Aufgabe zu geben, die er gerne macht. Denn jeder Mensch macht irgendetwas gerne und jeder Mensch weigert sich, Arbeiten zu machen, die er nicht mag - oder er tut es wegen dem vielen Geld (wie viele von uns) oder weil er dazu gezwungen wurde. Wenn einer aber ganz unten ist, kann niemand mehr ihn zwingen, ausser er handelt unmenschlich.

Unsere Deutschen

Als Kind habe ich gelernt den Menschen, als Individuum zu sehen und nicht nach Rasse, Religion oder Ausrichtung zu verallgemeinern.

Als Schweizer mit polnischen Wurzeln, mit Grosseltern, welche sich im 2. Weltkrieg militant gegen den Faschismus und Antisemitismus des 3. Reichs in den Krieg gezogen sind. Sie hatten keine Wahl, Polen wurde wortwörtlich überrannt. Als Kind lauschte ich den Geschichten meiner Grossväter, welche als Offiziere im zweiten Weltkrieg und danach die Höllen der Konzentrationslager überlebt haben.

Heute begegne ich Deutschen überall. In der Arbeitswelt und im Privatleben. Mein bester Freund ein Schweizer sagte einst: "Lass den Deutschen nie die Führung, denn ab diesem Augenblick werden sie unangenehm."

Bestätigen kann ich das nur teilweise, in der UBS habe ich gute Erfahrungen mit einem vorbildlichen deutschen Vorgesetzten gemacht. An anderen Arbeitsstellen bin aber auch ich diesen Deutschen begegnet, welche Ihre Kultur (nach alter Tradition) in der Schweiz fortsetzten.

Die Arbeitsverhältnisse in Deutschland sind anders als in der Schweiz, die Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen im Vergleich zur Schweiz schlecht oder gar nicht vorhanden. Es bestehen Vertragsverhältnisse, welche in der Schweiz nicht zumutbar sind.

Das Fehlen dieser Kontrollorgane führt zu einer "friss oder stirb" Mentalität und birgt viel Spielraum für Willkür, welche offen gelebt wird. Geschichten wie, "Sekretärin fängt mit Chef" ein Verhältnis an und wird befördert werden wahr, oder Mitarbeiter welche durch Leistungen glänzen werden entlassen, weil sie gegenüber Willkür kritisch sind. Kritisieren, wenn Menschen nach Rasse, Religion oder Ausrichtung gewertet werden.

Willkür ist nur für diejenigen logisch, welche sie praktizieren und hier sind auch Parallelen zu einem Kapitel der deutschen Kultur zu finden, welche ins grösste Verbrechen der Menschheit mündete.

Ich habe in meinem Berufsleben zweimal einen Deutschen "Anführer" erlebt, welcher mehr seinen persönlichen Zielen, als den Unternehmenszielen verpflichtet war. Besonders als Schweizer mit einem polnischen Hintergrund habe ich Verhaltensweisen kennengelernt, welche für einen Schweizerischen Vorgesetzten nicht denkbar gewesen wären.

Wieviele von diesen Deutschen haben noch diesen Hintergrund der "Herrenrasse" in sich verwurzelt und wann muss man sie daran erinnern, dass diese Ungerechtigkeit zum Schluss für sie in den Trümmern ihrer Städte endete.

Was machen die Menschen im Gebiet Deutschland besser als Menschen in anderen europäischen Gebieten?

Wie die meisten Länder der EU hat Deutschland eine Demokratie, die sich auf die Wahl der Delegierten beschränkt. Aber sie stehen besser da als die anderen in der Währungsunion. Christoph Blocher meint, das sei, weil nach dem Krieg in Deutschland alles zerstört war, so konnte man neu aufbauen - im Gegensatz zu England und Amerika, den GEWINNERN, die mit der alten Industrie weiterarbeiten mussten. Ein bestechend einfältiger Gedanke. Dann wäre das Erfolgsrezept aller Länder, sich in gewissen Abständen selber in die Luft zu sprengen, so dass alles zerstört ist und die Hälfte der erwerbsfähigen Männer und viele Frauen, Kinder und Alte tot sind ...

Vielleicht ist es eher wie beim Tennis oder im Fussball, wo zwei Gleichstarke miteinander wetteifern, hin und her, mal der eine dann der andere vorne und zum Schluss gibt es einen GEWINNER. Verdient, unverdient, Schiedsrichter, Wetter, Platzverhältnisse, Zuschauer - man kann orakeln. Mal sind es die Amerikaner, mal die Deutschen, mal die Chinesen, mal die Russen, mal die Saudiaraber, es wechselt. Länder steigen auf, andere ab. Neue Teams beginnen unten.

Und was machen Länder, die gar nicht mitspielen wollen?

Gibt es doch gar nicht! Alle wollen Fussball spielen, nach den internationalen Regeln der WTO, der WHO und der Weltbank mit dem IWF. Und: "Wer nicht küssen will, der wird es müssen, oder der Popo wird ihm zerbissen!" Damit, mit dem Lied von Georg Kreisler, sind wir zurück bei der Frage:

Was macht Deutschland besser als andere? Was macht die Schweiz besser als andere? Leider eben nichts!

Vielleicht ist es zu viel verlangt, von erfolgreichen Teams - von den Herrschenden - eine Änderung zu erwarten, ein anderes, ein faireres Spiel, bei dem es keine VERLIERER gibt.

Trotzdem: Wir, Du liebe Leserin, lieber Leser denken, dass es sich lohnt, die Schweiz zu ändern. Und wir ändern sie. Als nächstes müssen wir dringend den Zinsen eine Obergrenze setzen, die Banken sind bereits am Erhöhen: "Weil der Finanzmarkt ..." Und Eveline Schlumpf hat auf September verordnet, dass die Zinsen weiter steigen sollen, um den Bauboom abzubremsen. So langsam kriege ich eine gesunde Wut!

Nicht auf die Flüchtlinge, Migranten, Invaliden, Arbeitslosen, Hilfeempfänger - nein, auf die tatsächlichen Schmarotzer in den Teppichetagen, in Geschäfts-, Regierungs- und Parlamentsgebäuden und auf die Medien, die das immer decken und uns mit Kleinmist ablenken: "Lueg, da hät en Schwarze ... en Invalide ... en Sozialhilfeempfänger". Rutscht mir doch den Buckel runter mit diesem Kleinkram! Ich bin für das Volk und wenn ihr nicht endlich gegen die Teppichetagen anrückt sondern nur immer einzelne aus uns herauspickt und blossstellt, dann bin ich nicht mehr länger bei der SVP, CVP, EVP. Dann gründe ich eine echte Volkspartei, eine VP ohne Buchstaben davor, mit dem erklärten Ziel, die Teppichetagen zu schleifen und die Steuern für das Volk auf einen Zehntel zu senken!

Toni Stadelmann hat den Zürcher Stadtrat bestimmt

Glückwunsch

Lieber Toni, wir gratuliere Dir, Du hast 761 Stimmen erhalten und 685 Stimmen haben die Wahl entschieden! Wärest Du nicht angetreten, wohin wären Deine Stimmen gegangen? Wohl eher in den bürgerlichen Block und Richard Wolff müsste sich eigentlich bei Dir bedanken.

12.5 Prozent der Stimmberechtigten haben entschieden, wo's lang geht. Ob man hier noch von Demokratie sprechen kann? Wir ringen nach Worten: Medienkratie vielleicht? Die von den 165'299 Nicht-Wählenden (75 Prozent !!!) manifestierte Enttäuschung über die entartete Demokratie ist aber erschreckend.

Es gibt sie aber doch und vermehrt: Stimmberechtigte, die Parteilose wählen! Vielen Dank, dass Du uns Mut gemacht und die Wahl vielleicht entschieden hast.

Re: Glückwunsch

Danke für Deine Gratulation und die Aufmunterungen. ;-) Natürlich verstehe ich Deinen Schalk.

Aber Du hast recht. Es war natürlich von Anfang an klar, dass ich kaum über 3% der Stimmen kommen würde (es sind diesmal auch nur 1,4%). Im Vordergrund stand aber, die Leute zu ermuntern, aktiv zu werden, sich einzumischen, abzustimmen.

Ich habe sogar in Artikeln geschrieben: "An die Urne, egal für wen ihr wählt!" Denn, wenn wir so weitermachen, sind wir bald generell immer unter 40% Wahlbeteiligung (oder Stimmbeteiligung) und das ist dann schon bald keine Demokratie mehr. Ich werde der NZZ und TeleZüri, die als einzige keine Berichterstattung über mich gemacht haben, noch einen Brief (Mail) schreiben und dann lasse ich die Sache auf sich bewenden.

Es waren interessante, ereignisreiche und spannende vier Monate.

UBS Vergütungsbericht

Die von RA Hans-Jacob Heitz vertretenen Privat- und Kleinaktionäre lehnen den Vergütungsbericht der UBS ab. Gut möglich, dass der Verwaltungsrat der UBS am 2. Mai an der Generalversammlung eine ebenso schallende Ohrfeige kassiert, wie der Verwaltungsrat der Bank Julius Bär am 10. April.

2.5 Mia. Boni fordert der Vergütungsbericht

Wir erinnern uns, dass Banken 2012 auf dem Buckel der Schweizerischen Nationalbank riesige Währungsgewinne gemacht haben - 11 Mia. Gewinn aus Spekulationsgeschäften - Euro kauften und der Schweizerischen Nationalbank ins Nest legten. [montagsZeitung]

Da kann die UBS ruhig 2.5 Mia. Währungsgewinne als Boni auszahlen

Wo sind BLICK, NZZ, Tagi, Tagblatt, Aargauer-Zeitung, SVP, SP, die über den Beringer hergefallen sind, der sich erfrecht hat, für ein paar Franken nicht zu arbeiten! Wo sind SVP und CVP, die mit unglaublichem Aufwand Afrikaner DNAisieren wollen? Wo sind sie alle, wenn von 11 Mia. legal geklauten Franken, öffentlich 2.5 Mia. den Spekulanten als Boni ausbezahlt werden?

Im Namen seiner Mandanten fordert RA Hans-Jacob Heitz

UBS AG - Vergütungsbericht ist abzulehnen

Die UBS AG fällt einmal mehr durch eine unausgewogene Vergütungspolitik auf, was sich u.a. bei Lichte besehen mit einem völlig falschen Verständnis von Leistung erklärt. Wenn sich der Verwaltungsrat in seinem Zusatzbericht „Veränderungen an der Vergütungsstruktur 2012“ brüstet, der Kursanstieg der UBS-Aktie, der Aufbau der Kapitalquote und die Nettogeldzuflüsse seien sein Verdienst, ist dies mit Fug und Recht zu hinterfragen. Sowohl Kursanstieg der Aktie als auch Nettogeldzuflüsse erklären sich in aller erster Linie mit der Finanz- und Bankenkrise in den EU-Staaten, sind mitnichten das Resultat echter unternehmerischer Leistung!

Im Widerspruch zur Äusserung in der GV-Einladung (Traktandum 1.2.) ist hier ein positiver Zusammenhang zwischen Vergütung und Leistung keineswegs erstellt!

Eigenkapital in den Sand gesetzt - trotzdem 2.5 Mia (!) Boni

Was die Kapitalquoteanbetrifft unterschlägt der Verwaltungsrat, dass er im Jahr 2012 bereits wieder mehr als 5% des Eigenkapitals in den Sand setzte! Einem Verlust von rund 2,5 Mia. stehen Boni in demselben Ausmass gegenüber, eine geradezu unglaubliche Diskrepanz! Und da glaubt VRP Weber uns weis machen zu müssen, dass ein Stutzen der Kompensationen um 7% ein grosses Opfer sei!?

Geschenke noch und noch

Wenn man zudem bedenkt, dass VRP Axel Weber ein Antrittsgeld von Fr. 4 Mio. und Andrea Orcel ein solches von Fr. 25 Mio. kassierten, bevor diese auch nur ein Finger krümmten, dann wird klar, dass die UBS AG - kaum vom Steuerzahler vor dem Konkurs gerettet - erneut zum Selbstbedienungsladen verkommen ist.

Auch die Entschädigung für Sergio Ermotti von rund Fr. 9 Mio. ist überrissen, wird seiner tatsächlichen Verantwortung auch für Bereiche mit roten Zahlen, die ausgeklammert sind, in keiner Weise gerecht.

KMU Geldhahn zugedreht

Bedenkt man, dass der Kredithahn für KMU & Gewerbe trotz billigem Geld wie noch nie weitgehend zu ist, dann ist diese Vergütungspolitik ein Hohn. Die von mir betreuten UBS Privat-/ Klein-Aktionäre lehnen den Vergütungsbericht denn auch unisono ab!

Nächsten Sonntag stellen wir die Uhren wieder zurück!

Wir haben beschlossen, die Uhren wieder auf Winterzeit, das heisst auf die Normalzeit zurück zu stellen. Das machen wir einfach ohne zu fragen, stehen halt um 5 Uhr auf statt um 6 Uhr, dafür essen wir bereits um 11 Uhr und am Abend gehen wir bereits um 21 Uhr in den Ausgang statt um 22 Uhr wie alle anderen. Und wenn diese dann um 5 Uhr in der Früh so langsam lampen und etwas duselig daherreden sind wir noch frisch und munter und gehen um 4 Uhr heim. Eigentlich sind wir immer eine Stunde vor ihnen!

Wir wünschen Dir eine ganz gute Woche!

22.04.2013

Klasse Ausgabe :D

Ich habe selten beim Lesen der MOZ so gelacht. P.S. Dieser Wolff schürt neben Stadelman für Zürich Hoffnung, auf jeden Fall wirkt er intelligent, also gebt dem Mann eine Chance!

 

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