PARIS, 12.10.1789 - Der Liberalismus ist geschaffen: Nicht die Menschen wurden befreit, SONDERN DAS KAPITAL! Das tausendjährige Zinsverbot wurde aufgehoben, Grund und Boden und Geist und Unternehmen wurden zur Ware und die Menschen wurden in Nationen gepfercht.
Dass SRF-Korrespondenten wie Isabelle Jacobi und Fredy Gsteiger stets pro EU & Terror Organisation NATO schreiben, befeuert ihren mentalen Bürgerkrieg. Doch die Welt wird besser, wenn es diese beiden Organisationen nicht mehr gibt.
Es wird, wenn es denn eine Zukunft gibt, die Zeit kommen, in der Menschen ohne Angst und Seelendeformation sind und auf Gewalt jeder Art verzichten können.
Die guten Menschenrechte schützen vor Willkür.
Die schlechten Menschenrechte schützen die Willkür.
Ob konservativ oder liberal, beide schützen die Willkür - den Liberalismus. Liberalismus kennt systemisch nur eine Richtung: zum Krieg!
"Das Kaufgeschäft ist erlaubt, die Zinsleihe verboten" ist uralte Tradition. Und seit uralter Zeit hält sich die Oberschicht nicht daran und erfand die Pacht, den Zins, das geistige Eigentum etc. Der Liberalismus seit 1789 ist die modernste Form dieser Irrlehre (Gier).
Johann Sebastian Bach und alle grossartigen Kulturschaffenden dieser Epoche, bevor das geistigen Eigentum am 10. Dezember 1948 in Paris rigoroses Menschenrecht wurde, haben voneinander abgeschrieben, haben voneinander gelernt. Das Neue ging in ganz unerwartete Richtungen und die Quellen waren offen, jeder baute aus dem vorhandenen Wissen Neues!
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Europa einen falschen Entscheid getroffen und auf Energie gesetzt, die Europa nicht hat! Und Europa hat die Quellen, die ihn aus vorhandenem Wissen zu Neuem führen könnten - verstopft! Das Wissen wurde privates Eigentum - es gehört Einem und dieser Eine hat kein Interesse, seine bestehenden Quellen versiegen zu lassen.
St. Gallen ist eine "Smart City", eine schlaue Stadt und fördert Blockkraftwerke. Wohnüberbauungen produzieren damit mehr Strom als sie verbrauchen und haben genügend Warmwasser. Wooow! Und womit funktioniert das "Wunder"? Mit Erdgas, das St. Gallen und die Schweiz und Europa nicht hat! Kein Wunder ist der Russe böse, denn er hat Erdgas. Und wir wollen Erdgas und kreisen Russland ein, wirken auf einen Regime Change ein und hoffen, auf irgendeine Art ans Erdgas zu kommen. Kein Wunder sind die islamischen Völker böse, denn auch sie haben Erdgas und Erdöl, das "wir" gerne hätten. Wir, das sind nicht wir Endbenutzer, sondern internationale NATO-Konzerne, die es uns so teuer wie möglich verkaufen, womöglich teurer als die bösen Russen und die bösen Afrikaner es uns verkaufen würden. Aber NATO-Konzerne sei eben die Guten und alle anderen die Bösen.
Doch grundsätzlich setzen wir auf die falsche Energie, eine Energie, die wir nicht haben und wir tun nichts, alternative Energien in ganz neuen Bereichen zu suchen. Ja, ja, die alten holländischen Windräder haben wir modernisiert und stellen sie offshore ins Meer und dem Landwirt auf den Acker. Der braucht jetzt nicht mehr zu ackern, sondern lebt von der Pacht, die ihm der Betreiber bezahlt und dem Endbenutzer weiterbelastet. Und Strompanels stellen wir auf die Dächer und vergüten dem Eigentümer so viel, dass er nach wenigen Jahren ebenfalls ein Zinseinkommen hat.
Unser ökonomisches und ökologisches System ist irr und wir sind noch zu faul zu erforschen, ob Erdgas endlich oder unendlich ist. "Nein, unendlich sei Erdgas nicht", ist die herrschende Meinung: Wir verfeuern Fossilien aus prähistorischer Zeit - Dinosaurier. Und haben wir alles verfeuert, ist fertig. Dann produziert die schlaue Stadt weder Strom noch Warmwasser. Superschlau! Und weil der herrschenden Meinung nicht widersprochen wird, hat der sozialdemokratische Stadtrat in St. Gallen das 60-Millionen-Bohrloch, aus dem statt wie erhofft Thermalwasser "nur" reines Erdgas strömte, wieder verschlossen und man müsste einen siebenstelligen Betrag investieren, um es wieder zu öffnen und zu erforschen. Smart City, buah!
Das geistige Eigentum muss weg - Geist ist keine Ware, Geist ist frei! Eigentlich wusste ich schon immer, dass das Wort "liberal" beispielsweise durch die FDP massiv missbraucht wird, denn die meinen ja nicht Freiheit des Geistes, sondern des Kapitals. Überhaupt darf kein Einzelner über die Bedürfnisse anderer die Kontrolle - das Eigentum - haben. Meine Wohnung gehört uns und nicht meinem Nachbarn und seinen Erben - dieses Zinsleihe-System kennen wir seit uralter Zeit und es ist eine Irrlehre. Der Liberalismus muss weg!
Über diese Punkte sollen wir sprechen und uns nicht von Geschichten, Glammer und Boulevard der Medien davon ablenken lassen.
Damit wir uns recht verstehen:
Ich kritisiere nicht die Freiheit, sondern den Liberalismus.
Ich kritisiere nicht eine Religion, sondern Kirchen und Hochschulen.
Wenn ihr einwendet, der Sozialismus sei aber viel schlimmer als der Liberalismus, kann ich euch historisch nicht folgen: Der Imperialismus, der Erste Weltkrieg und der Zweite Weltkrieg, Holocaust und die NATO-Kriege seither, das Aushungern und Zerstören der Dritten Welt waren und sind Kriege des Liberalismus. Ihr habt bloss insofern Recht, dass Sozialismus - die zentrale Planwirtschaft - nicht erstrebenswert ist: Wir sehen die Fehlplanungen ja bereits in unserer Stadt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Strassenbauverein seine Strassen derart oft aufreisst, wie die Verwaltung dies tut, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Strassenbauverein eine Brücke einstürzen lässt, wie Shareholder dies geschehen lassen.
Ein Verein wird von Konsumenten gegründet, während eine Genossenschaft von Unternehmern gegründet wird, deren Mitarbeiter in der Regel Genossenschafter sind. Eine Kapitalgesellschaft wird von Unternehmern gegründet, die ihre Mitarbeiter in der Regel nicht am Unternehmen beteiligen und oft auch nicht im Unternehmen arbeiten, jedoch Gewinnansprüche stellen.
Wenn ich so nachdenke, scheint mir ein Verein die vernünftigste Lösung zu sein, denn mit der Gründung eines Vereins ist die Nachfrage bereits gegeben, während eine Genossenschaft ein Angebot macht, das mitunter nicht nachgefragt wird.
Ein Beispiel: Besteht in einem Quartier das Bedürfnis, einen Treffpunkt, eine Beiz zu haben und versammeln sich genügend Interessierte, ist die Beiz von Anfang an rentabel. Gründen jedoch wenige eine Genossenschaft, um eine Beiz zu betreiben, ist unsicher, ob dieses Unternehmen auf eine Nachfrage stösst und rentabel ist. Mit viel Aufwand wird eine "Stripped Pizza: 2 für 1" beworben, die eigentlich kein echtes Bedürfnis ist.
Der Schweizer Alpen-Club (SAC) ist ein Verein aus Bergbegeisterten, die Hütten fürs Übernachten errichteten und benutzen. Kein Einsamer hat auf dem Clariden eine Hütte errichtet und wartet, ob jemand zu ihm kommt! 16 Familien gründen einen Verein, um zwei familienfreundliche Wohnblocks zu bauen. Von Anfang an sind die Wohnungen bewohnt und günstig, während Baugenossenschaften oft von Handerwerksbetrieben gegründet werden, die ohne Konkurrenz Wohnbauten erstellen und anschliessen "echte" Genossenschafter suchen, die ihnen die (überteuerten) Rechnungen bezahlen. Es ist eine ganz andere Motivation, die Vereine und Genossenschaften und Kapitalgesellschaften haben: Bei Vereinen steht das Bedürfnis im Vordergrund, bei Genossenschaften die Arbeit und bei Kapitalgesellschaften der Gewinn.
Aus ökologischer Sicht sollte das Wirtschaftssystem auf Vereinen, auf den Bedürfnissen der Menschen beruhen. 20 Eltern gründen einen Tageshort für die Kinderbetreuung als Verein, in dem die Krippenleiterin als Vertreterin des Personals eine beratende Stimme hat - also nicht ökonomische Interessen (Arbeit, Gewinn) stehen im Vordergrund, sondern das Bedürfnis der Eltern, der Konsumenten. In diesem Sinn könnten die Bewohner*innen einer Gemeinde eine Autoreparaturgarage, einen Dorfladen, eine Beiz, ein Schwimmbad, eine Bibliothek, einen Hort, einen Skilift, Schulen, Turnvereine, Gesangsvereine, Jass-Clubs usw. gründen - kurz alles, was ihnen oder einer Gruppe von ihnen ein Bedürfnis ist. Die gesamte Infrastruktur (Strassen, Leitungen, Energie, Entsorgung) wird entweder von Vereinen erstellt und unterhalten oder es gibt sie nicht, weil sie keinem Bedürfnis entsprechen. Besteht ein Bedürfnis nach biologisch-veganer Landwirtschaft, führt eine entsprechende Vereinigung einen solchen Landwirtschaftsbetrieb. Familiengärten entstehen, wenn entsprechend viele Familien das wollen. Ein Theaterverein kann auch ein Theater bauen, wenn genügend Theaterbegeisterte die Initiative ergreifen.
Die Initiative ergreifen ist das Hauptleiden unserer Gesellschaft: Wir sind träge geworden.
"Wir brauchen Kulturförderung!" sagen einige laut und wir schimpfen auf den Staat, auf die unverschämten Unternehmen. Nehmt ihnen die Aufgaben weg! Tut's selber! Gründet Altersheime, wie ihr Vereine für Kinderbetreuung, Turnvereine, Kulturvereine gründet, gründet Spitäler mit ganzheitlichen Heilmethoden statt über Prämien zu fluchen und auf einen Albert Schweitzer zu warten, der euch ein Spital bringt!
Natürlich ist es witzlos, wenn ihr Initiant einer Tagesstädte für Kinder seid, euer Kind aber nicht dorthin schickt, oder wenn ihr im Dorfladenverein seid, aber in der Migros oder in Konstanz einkauft. Und wie ein Turnverein, ein Gesangsverein, ein Fussballverein usw. müsst ihr euch um Nachwuchs in euerem Verein kümmern und die Alten sollen zurücktreten und die Jungen machen lassen - auch wenn sie's ganz anders und falsch machen: Loslassen!
Wir werden auf Verein & Genossenschaften nochmals zurückkommen, nur vielleicht noch so viel: Ein Verein sollte rein ehrenamtlich tätig sein und die eigentliche Arbeit an Genossenschaften delegieren. Delegierte der Genossenschaften sollten im Verein beratende Stimme haben. Und weil ein Verein viel mehr Mitglieder hat, als die dazugehörende Genossenschaft, sollte der Verein, der Genossenschaft zinslose Darlehen gewähren. So besteht eine klare Trennung zwischen Bedürfnis und Umsetzung. Übertragen auf eine Wohnsiedlung: Die Siedlung gehört dem Verein, hingegen Unterhalt und Verwaltung übernimmt die dazugehörende Genossenschaft oder diese Arbeiten werden an externe Genossenschaften vergeben oder sie werden ehrenamtlich vom Verein erbracht. So hätten wir einen Lösungsansatz für die Parole "Immobilien sind keine Ware": Jede Immobilie gehört einem Verein; sie ist dem Handel entzogen. Die Gemeinde kann gemeinnützigen Vereinen zinslos zu tilgende Darlehen gewähren.
Ich beginne mit einem Erlebnis in einem Obdachlosenheim in Bolivien, wo ich mein diesjähriges Praktikum machte.
Zwei Obdachlose. Wenn ich an ihnen vorbeilaufe und keine andere Person in der Nähe ist, machen sie anzügliche Bemerkungen, die mir unangenehm sind. Komplimente, Einladungen zum Essen usw. Die Bemerkungen sind nicht derb, sondern fein-unterschwellig. Eine klare Grenze - unter der Gürtellinie - wurde nicht überschritten.
Doch eines Tages wurde es mir doch zu bunt. Ich fuhr mit den beiden im Bus in ein anderes Stadtquartier, um von der Post ein Paket abzuholen. Wieder so anzügliche Bemerkungen, was, weiss ich nicht mehr so genau. Da sagte ich zum Einen: «Jetzt hör aber auf mit so blöden Bemerkungen, ich bin nicht dazu da, um mich anmachen zu lassen, sondern um Schönes mit euch zu machen.» Genützt hat diese Zurechtweisung allerdings wenig.
Der englische Begriff Gender bedeutet soziales Geschlecht. Im Lauf der Geschichte wurden bestimmte Rollen in der Gesellschaft Frauen, andere Rollen Männern zugeschrieben. Dies führte zu bestimmten Benachteiligungen (meist zu Benachteiligungen von Frauen). Ich habe verschiedene Bücher zu diesem Thema gelesen. Am besten gefallen hat mir das Buch «Professionelle Beziehung in der sozialen Arbeit» von Regina Abdel. Doch scheint mir, die Bücher beginnen «mitten im See». Nachfolgend möchte ich das Ufer und die Umgebung skizzieren, um wieder zurück, mitten in den See zu gelangen.
Die Umgebung
Beziehung in der professionellen Arbeit mit Klienten. Ganz allgemein, was bedeutet professionell? Professionell ist eine Arbeit, die ich von Beruf mache, eine Arbeit, für die ich ausgebildet bin. Ich leiste diese Arbeit gegen ein Entgelt. Ich tue etwas (Produktion, Dienstleistung) für Geld.
Im Bereich «Klientel» gibt es verschiedenste Berufe, die eine Dienstleistung erbringen: Arzt, Zahnarzt Rechtsanwalt, Psychologe, Physiotherapeut, Sexualarbeiter*in und viele mehr, unter anderem das Berufsfeld Soziale Arbeit.
Das Ufer
Soziale Arbeit. Wie jede professionelle Arbeit ist auch die Soziale Arbeit an einen Auftrag gebunden. Und je nach dem, ob ich zum Beispiel für ein Heim, wo die Bewohner bis zum Lebensende bleiben, oder in einer stationären Institution, wo die Klienten auf einen Neubeginn draussen vorbereitet werden, arbeite, ist der Auftrag ein anderer. Der Auftrag wird vom Auftraggeber definiert, in den meisten Fällen ist dies ein Amt, eine kirchliche Institution, ein Verein oder eine Stiftung.
Diese Rückbesinnung auf den Auftrag und den Auftraggeber geht bei Problemen oft vergessen!
Ich meine damit nicht, dass ich zum Vorstand renne und meinen Ärger mit den Klienten ihnen erzähle, sondern vielmehr dem Klienten meinen Auftrag klar mache: «Ich bin da, um dir zu helfen in unserer westlichen Gesellschaft zu leben, Geborgenheit zu finden und dich zu entfalten.»
In einem Heim ist der Auftrag ein anderer: Das Leben so zu gestalten, dass der Klient glücklich ist, weil er – bestmöglich – frei ist. In der Heimarbeit verlangt die Lebensgestaltung, das Animieren, eine andere Beziehung: Die Nähe ist intimer, weil die Sozialpädagog*in Teil der Gemeinschaft ist, während sie in der ambulanten Arbeit sachlicher ist.
Die Sozialpädagog*in arbeitet im Spannungsfeld des Einzelnen und der Gesellschaft. Ihre/seine Einsichten und Forschungen aus der Arbeit sollen zurückfliessen zum Auftraggeber und in die Gesellschaft: Auch die Gesellschaft muss das Ihre dazu beitragen, damit Integration gelingt.
Am Ufer
Noch etwas ist zu erklären, bevor wir in den See springen: Pädagogik. Ein Pädagoge (gr-lat; Kinderführer) ist ein Erzieher, Lehrer. Schöner, weil eine autoritäre Konnotation fehlt, ist das Wort Kindergärtner*in.
Die Sozialpädagogik ist laut Duden ein Teilgebiet der Pädagogik und befasst sich mit der Erziehung/Bildung des Einzelnen zur Gemeinschaft (Familie, Schule, Unternehmen) und zu sozialer Verantwortung ausserhalb der Gemeinschaften.
Zwei Ziele soll der Klient erreichen: 1 In Gemeinschaften leben (Integration); 2 ausserhalb der Kerngemeinschaft soziale Verbundenheit, Freundschaft pflegen, gute Gedanken denken und sich um andere sorgen (Vernetzung).
Bevor ein Sozialpädagoge ins Wasser springt, sollte er sich vergewissern, ob er die beiden Ziele - Integration, Vernetzung - hat oder das eine oder andere ihm selbst fehlt!
Integration
Oft ist zu lesen, dass Integration eine Bring-Schuld sei: Der Aussenstehende soll sich einbringen, sich integrieren.
Das Kind ohne Eltern soll sich eine Familie suchen; der Arbeitslose soll sich ein Unternehmen suchen!
Gewiss ist es möglich, dass das Kind zum Bruder der Mutter usw. geht und aufgenommen wird, wie auch ein Arbeitsloser sich um die Aufnahme in ein Unternehmen bemüht und aufgenommen wird. Jedoch:
Integration bedeutet Aufnahme in die Familie oder das Unternehmen. Sie kann weder von aussen noch von innen erzwungen werden, einzige Ausnahme sind staatliche Zwangsmassnahmen.
Das Sich-Bemühen um Aufnahme ist oft erfolglos und entwürdigend. Waisen und Strafentlassen, Alleinerziehende, 50plus, Migranten und Menschen mit Behinderungen u.a. haben es besonders schwer, eine Gemeinschaft zu finden.
Vernetzung
1 Menschen ohne Integration vernetzen sich auch und bilden daraus soziale Gemeinschaften, die mitunter problematisch sind, wenn die gesellschaftlich erwünschte Integration (Familie, Arbeit) fehlt.
2 Familien, die zurückgezogen leben, sind wenig problematisch, solange sie intakt sind, also auch ein ausreichendes Einkommen haben.
3 Singel, die über ein ausrechendes Einkommen verfügen, sind von Vereinsammung oder Arbeitssucht betroffen, wenn keine Vernetzung entsteht.
Didaktik
Integration und Vernetzung sind die Hauptfächer, die der Sozialpädagoge lehrt. Wie lehrt er dem Einzelnen das?
BOULEVARD ON: Ganz einfach! Gründe eine Familie und geh arbeiten! Vernetzung ergibt sich ganz von selbst. OFF
Und nun sieht der Klient - wie ein Ertrinkender den Rettungsschwimmer - in der Sozialpädog*in eine Frau oder einen Mann vor sich, mit dem er eine Gemeinschaft sein könnte! Und ein Einkommen hat sie/er auch. Problem gelöst!
Der Kampf ums Problem mit dem Klienten
"Hör mir zu! Ich habe den Auftrag, dir Integration und Vernetzung zu lehren. Ich werde mit dir weder eine Gemeinschaft noch ein Unternehmen gründen und dich auch nicht vernetzen, SONDERN DIR DAS LEHREN. Du wirst selber eine Gemeinschaft eingehen, in einem Unternehmen arbeiten oder eines gründen und Freundschaften pflegen. Ich bin nicht deine Zukünfige, nicht dein Geschäftspartner und nicht deine Freunde, sondern dein Lehrer. - Capito?"
Auf diesen Kampf, dieses Capito, werden wir immer wieder zurückkommen, denn die vielfältigen Probleme des Einzelnen und der Gesellschaft wären so einfach zu lösen, wenn der Lehrer mein wäre! Sozialpädagogen, denen die Ursache des Gender-Problems nicht bewusst ist, leben gefährlich.
Wie in allen Schulen lernt der Schüler für sich und nicht für den Lehrer! Der Lehrer kann's. Er ist integriert und vernetzt! Abneigung des Klienten gegenüber dem Lehrer oder umgekehrt verunmöglichen einen erfolgreichen Unterricht, jedoch wenn ein Lehrer einem Schüler sympathisch ist, ist dies bestimmt kein Nachteil - doch der Lernfortschritt zählt und nicht Schmeicheleien. Lernfortschritte, wo der Fortschritt das Glück ist. "Bist du glücklich?" fragt der Lehrer den Klienten oft.
Der Kampf ums Problem mit der Gesellschaft
Politisch wird die Genderfrage kontrovers diskutiert und die Kampagne #MeToo hat das Thema angeheizt, namentlich werden öffentlich bekannte Männer damit konfrontiert, Frauen sexuell belästigt zu haben.
Dem sozialen Problem, dass tatsächlich die Integration, also das Aufnehmen in eine Familie oder ein Unternehmen, von "Diensten" abhängig gemacht wird, wird die öffentliche Diskussion nicht gerecht, das will sie nicht sehen. Ich denke hier an junge Frauen aus Osteueropa, Asien, Afrika und Südamerika, die fünf Jahre in einer familiären Beziehung sein müssen, bis sie ein dauerndes Aufenthaltsrecht in der Schweiz haben. Und ich denke an Migranten, die schwarz beschäftigt werden (Bordell, Nachtlokal, Bau, Strassenhandel usw.).
Schweden hat kurzerhand Sex verboten, ausser beide/alle Beteiligten seien ausdrücklich damit (womit?) einverstanden. Doch "Gewalt löst keine Probleme", sagen dieselben Politiker, die Verbote erlassen, die mit Zwangsmassnahmem (Gewalt) verbunden sind! Bei gesellschaftlichen Problemen ist die UrSACHE zu suchen (was ist schuld), um Lösungen zu finden. Was ist Schuld, dass Integration (Familie/Unternehmen) nicht klappt? WAS, nicht wer. Die #MeToo-Kampagne ist eine politische, die nicht die Ursache, sondern Täter sucht - sie will gesellschaftlich nichts ändern.
An gesellschaftlichen Fragen ist die Sozialpädagogik sehr interessiert, im Gegensatz einerseits zur Politik, die befürchtet, etwas Grundsätzliches ändern zu müssen, damit sich das Problem löst, und anderseits hat auch der Klient Angst, dass er etwas grundsätzlich ändern sollte! In diesem Spannungsfeld bewegt sich das Soziale.
Obiges Essay (Teil I) ist ein eigenes Werk. Entstanden ist es aus meinen Erlebnissen im Praktikum in Bolivien und den Gesprächen darüber und generell über Genderfragen mit meinen Freunden in Bolivien und in der Schweiz und in der Klasse der Fachhochschule St. Gallen.
Das Gender-Problem zeigt, dass im Sozialen - in den Beziehungen - etwas nicht stimmt: #MeToo mag dazu ein Schlagwort sein. Ausgehend von diesem Beziehungs-Problem kann die UrSACHE gesucht werden: Was ist schuld? Nicht, wer ist schuld, sondern was.
Aus der Ursache ergibt sich die Lösung für das Wie-damit-Umgehen fast von selbst. Wird die UrSACHE - um politisch unauffällig (correct) zu bleiben - ausgeklammert, ergeben sich Schein-Lösungen, meistens Verbote. Auf der Suche nach der UrSACHE habe ich ausgewählte Bücher zur Gender- genauer zur Beziehungs-Problematik im sozialen Bereich durchsucht.
Das Buch: Professionelle Beziehungen in der Sozialen Arbeit, Regina Abdel, 2016, Dissertation an der Universität Kassel
Abdel: "Die Soziale Arbeit setzt sich mit vielen Fragen zur professionellen Beziehungsgestaltung auseinander. Vielleicht bieten diese Forschungen den Anhaltspunkt auf die Frage, wie ein guter Umgang zwischen Sozialarbeitenden und KlientInnen aussehen müsste. Wenn man weiss, was das professionelle Vorbild ist, erkennt man Abweichungen und Schwierigkeiten im Berufsalltag von Sozialarbeitenden."
Eine Aussage Abdels, die nach einer Lichtgestallt sucht, an der ich meine Arbeit messen kann. Ich denke nicht, dass ein Vorbild die Lösung ist. Solche Schulen erstarren rasch in einer Art Heiligkeit, einem Dogma, und einem Versagen wird eine persönliche Schuld zugeschrieben. Das sollten wir nicht tun.
Unerlässlich scheint mir, dass die Sozialpädagog*in ihren/seinen jeweiligen Standort kennt und ihr/ihm bewusst ist, von wo nach wo die Interaktionen gehen. Zeichnerisch würde ich den Klienten hier und die Gesellschaft dort malen - und das Dort in drei Gruppen unterteilen: einerseits die individuelle Gemeinschaft (Familie) und zweitens die berufliche Gemeinschaft (Unternehmen) und drittens ein soziales Netzwerk. Und am unteren Rand, den Sozialpädagogen, der einerseits den Klienten lehrt, eine Beziehung zur Gesellschaft aufzubauen und anderseits von der Politik gesellschaftliche Änderungen fordert, wo dies für das Soziale - für eine Integration - unerlässlich ist.
Im Folgenden geht Abdel in ihrer Arbeit mehr auf die Beziehung Schüler-Lehrer ein, was interessant ist, jedoch die Frage "warum klappt Integration nicht?" weglässt. Es entsteht der diffuse Eindruck, dass der Schüler sich beim Lehrer integrieren soll, obwohl Abdel diesem Eindruck widerspricht, dann aber doch wieder einen "dritten Ort" ins Gespräch bringt, einen Sandkasten, wo Schüler und Lehrer Integration üben. Diesen "dritten Ort" darf es meiner Ansicht nach nicht geben, weil in ihm die Arbeit grenzüberschreitend und unprofessionell wird.
Fazit
Mögliche Ursachen, dass Integration nicht klappt, sind primär in der Didaktik zu suchen: Es fehlt eine Lehre, wie das Fach Integration gelehrt wird: Was Integration ist, wie sie eingegangen und gelöst (desintegriert) wird, was für Voraussetzungen eine gelingende Integration braucht usw. stecken noch in der Sprachlosigkeit: Wir fummeln herum. Me too, doch hoffe ich, am Ende des Studiums eine Lehrmethode erarbeitet zu haben, die mir und anderen als Grundlage dient.
Jeder Sozialpädagog*in lege ich ans Herz, bei Schwierigkeiten unverzüglich Hilfe beizuziehen.
Es ist letztlich stets der Richter, der Strafen befiehlt.
Es ist letztlich stets die Regierung, die Krieg erklärt.
Es ist letztlich stets der Verletzte (nicht der Tote), der Rache schwört.
Sie alle begegnen ihrem Henker, wenn sie daran festhalten. Soweit sind wir uns in der Diskussionsgruppe einig: Wir wollen keine Strafrichter, keine Regierung die Kriege führt und keine Verletzten, die Rache fordern.
Doch was tun wir, wenn Einzelne Gewalt ausüben? Auch sie führen wir unter den Baum und wenn sie dabei bleiben - der Gewalt nicht abschwören -, ist fertig.
Es ist möglich, dass nach einer Gewalttat ein Verletzter sich still und trotzdem rächt. Die Landsgemeinde tut darum gut daran, wenn sie Verletzten besondere Aufmerksamkeit und Hilfe gewährt. Es ist uns nämlich nicht bewusst, dass die Verletzten in die Gesellschaft re-integriert werden müssen - sie bedürfen der Sozialen Dienste besonders! Und es ist wahr, dass JEDER TÄTER ZUVOR VERLETZTER WAR.
Niemand hat das Recht, zu strafen! Wer Strafen, Rache, Krieg fordert oder tat und bis zuletzt der Gewalt nicht abschwört, den knüpft am nächsten Baum auf, damit dieser Irrsinn endlich aufhört!
Haben wir dann keine Richter mehr im Land?
Doch, wir haben Richter, die Meldungen Bedrohter und Verletzter und Eigentumsfragen beurteilen. Jede Landsgemeinde hat Friedensrichter*innen, die einzeln und bei Einsprache gemeinsam den Fall beurteilen. Und wir haben Polizist*innen, die Bedrohten oder Verletzten zu Hilfe eilen und mutmassliche Täter der Friedensrichter*in zuführen. Ja, wir haben auch Gefängniszellen für Gewalttätige bis zur nächstfolgenden Landsgemeinde.
Besonders aber haben wir Sozialpädagog*innen, die Verletzte und darunter auch Gewalttätige in die Gesellschaft re-integrieren.
Fazit
Die Arbeit der Sozialpädagogik hat den Frieden in Zentrum: Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, ist Frieden. Im Haus, im Unternehmen, im Land und überall.
Ich wünsche euch eine gute Zeit. Und den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Massnahmenzentrum Uitikon bei Zürich rufe ich zu: "Ihr seid gute Menschen und was euch die Gutmenschen antun, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit! Es tut mir leid, unendlich leid, dass wir nicht sofort handeln können. Wir sind sprachlos, noch."
15.10.2018
Einer meiner Bekannten (58) in sehr guter geschäftlicher Position kann kein Wohneigentum kaufen, weil die Bank ihm das Fehlende zu seinem Pensionskassenguthaben nicht leiht, weil er mit 65 dann nur noch die AHV habe.
So bleibt ihm nur, eine Wohnung von einem Reichen zu mieten, was die teuerste Lösung ist. Liberalismus ist geil für die - Einen.
15.10.2018
NATIONALISMUS gibt es seit dem 14. Juli 1789 und er ist Scheisse! VEREINIGTE NATIONEN sind noch grössere Scheisse!
Schnallt ihr's oder nicht?
15.10.2018
Blöderweise produziert im Kapitalismus niemand nach Bedarf, sondern wegen kalkulierter Profite. Profite hängen an Kaufkraft und Kaufkraft hat nichts mit Bedarf zu tun. Ergo landen riesige Mengen produzierter Waren auf der Müllkippe, während täglich Zehntausende verhungern und Milliarden im Elend leben.
Niemand, der nur die Regierung eines Staats auswechseln will, wird das Kapital entmachten, die Flüchtlingsströme stoppen, dem Elend ein Ende bereiten. Es ist dreist und peinlich, von den Ärmsten Revolutionen zu verlangen, während man selbst im Zentrum der Plünderer sitzt!
Wer gegen Kapitalismus antritt, wirft sich nicht dem Staat mit sinnlosen Forderungen an den Hals. DER STAAT HILFT DIR NICHT! DU MUSST ES TUN. Du musst eine andere Ordnung tun und politisch erwirken, dass dir dies überhaupt ERLAUBT wird. [link]