Wir hoffen, ihr habt die Feiertage genossen! Ach, wie schnell vergeht doch die Zeit! Könnte es nicht immer so schön, so gemeinsam sein? Und doch frei, mal hier mal hier zu sein?
Eine unserer Autorinnen ist in Griechenland auf der Insel Samos. Aufgerufen, angesprochen von einem Artikel im tagblatt.ch über Freiwillige, die an der Balkanroute die Flüchtenden versorgen. Die Insel Samos liegt ganz nah an der Türkei und das Schicksal der Vertriebenen ganz nah bei dir.
Die Demo am Samstag, 9. Januar in Köln wurde von der Presse eskaliert, sie warf Böller in die Polizei, worauf die Polizei die Demonstranten angriff! Über die verschiedenen demonstrierenden Gruppen wird in den Medien so wirr desinformiert wie über Gruppen im Irak und in Syrien. Das hat System, das ist das Transatlantische System - "Willkommen" Deutscher Frühling.
Wem der Deutsche Frühling dient?
Dem Transatlantischen Regime gibt er freie Bahn, weil die Bevölkerung in "Glaubenskriege" verstrickt wird. Der Bevölkerung werden unglaubliche Belastungen auferlegt, denn sie sind es, die die Ordnungskräfte bezahlen und die Schäden und die mies zu horrenden Preisen untergebrachten Flüchtlinge. Sie werden zahlen, zahlen, zahlen. Und das Transatlantische Regime wird gewinnen, gewinnen, gewinnen.
Lass dich nicht fangen von Medien, die zur Ausgrenzung aufrufen, von Menschen, die statt Herz Zahlen haben, die sie nicht hergeben, wie wir unser Herz nicht hergeben. Einer wird nachgeben müssen und allein die Reingewinne der Schweizer Unternehmen würden genügen, ganz Syrien zu versorgen. Alle, alle, alle!
Doch Gewinne abgeben, das will das Transatlantische System nicht - es will MEHR GEWINNE! Das Schlimmste für sie wäre, wenn die Bevölkerung einen Religionsfrieden schliesst, sämtliche Flüchtlinge aufnimmt und gut versorgt, Hartz IV für alle verdoppelt und dies alles aus den Gewinnen der grossen Deutschen Unternehmen, von denen weder der Arbeiter noch der Staat etwas hat, finanziert. Noch schlimmer wird es für sie, wenn die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sich intensiv um die Flüchtlinge bemühen, sie ausbildet und ihnen die Sprache lehrt, wie sie uns ihre Sprache lehren. Die KMU gleichsam Anwalt und Freund der Flüchtlinge sind und Druck auf die Transatlantiker ausüben, aus dem Nahen Osten abzuziehen.
Solche Freundschaften bleiben bestehen. Und in wenigen Monaten gehen wir mit ihnen zurück und bauen alles auf und die Rechnung senden wir den Transatlantikern! Ja, wir vernichten sie, wie sie Staaten vernichtet haben. Wir wollen in Deutschland und in der Schweiz keine Waren mehr zulassen, die von Transatlantischen Konzernen stammen - auch keine Erdölprodukte - und wir treten aus dem IWF aus, denn wir wollen auch deren Geld nicht, und wir Deutsche treten aus der NATO aus, auch aus der EU. Und wir Schweizer und wir Deutsche entschuldigen uns bei Russland, Ukraine, Irak, Syrien, Libyen, Ägypten, Afghanistan für unsere Bundesregierungen, die wir abgewählt haben.
"Ein Pfeil bricht, zehn Pfeile brechen nicht." Japanisches Sprichwort
Ausgehend von Aristoteles, seiner Staatslehre, sollen Entscheidungen jeweils auf der niedrigst möglichen Ebene getroffen werden, denn eine zentralistische Sicht des Staatswesens, das von einem Monarchen, einer Zentrumsregierung gelenkt wird, verunmöglicht eine Basisdemokratie - weil es über eine Polis, eine Gemeinschaftsgrösse in der jeder zu Wort kommt und mitbestimmen kann, hinausgeht.
Papst Pius XI. entwarf 1931 unter dem Eindruck zunehmender zentralistischer und totalitärer staatlicher Tendenzen ein Gesellschaftskonzept, das das Individuum im Rahmen seiner individuellen Leistungsfähigkeit zum Massstab und zur Begrenzung überindividuellen Handelns machte. In diesem Gesellschaftskonzeption wird die Verantwortlichkeit des Staates als nachrangig, subsidiär angesehen. Die Gesellschaft besteht aus abgestuften und miteinander verbundene soziale Gruppen, die ihre eigenen Aufgaben und Ziele zu erfüllen haben, die aber in gewissen Bereichen auf die Unterstützung („subsidium“) der übergeordneten Gruppe angewiesen sind. Die Unterstützung soll aber nur dort einsetzen, wo sich Not offenbart, keinesfalls aber die Aufgabe der unteren Gruppe völlig übernehmen.
Für die Schweiz gilt: Die Bürger, als Souverän, ermächtigen die Gemeinde (den Gemeinderat), Aufträge auszuführen. Die Prinzipien: direkte Demokratie, Autonomie, Freiwilligkeit sind zentral. Nur diejenigen Aufgaben, die nicht auf Gemeindeebene erledigt werden können, werden dem Kanton übertragen und was der Kanton auf Kantonsebene nicht lösen kann, wird dem Bund übertragen. Als Sicherheit haben die Bürger auf allen Ebenen dieselben Rechte, einzugreifen – das Referendums- und Initiativrecht.
Wir wiederholen: Die Prinzipien direkte Demokratie, Autonomie, Freiwilligkeit sind zentral! Und es schüttelt uns, wenn wir Zahlungsbefehle von der Gemeinde erhalten - wo ist da die Freiwilligkeit? Und es schüttelt uns, wenn wir Kantons- und Bundesverfügungen erhalten - wo ist da die Autonomie? In grossen Gemeinden (Städten) entscheiden Parlamente - wo ist da die direkte Demokratie? Und wir stellen fest, dass der Bund seinerseits Bündnisse eingeht, die sogar dem letzten Anker, dem Referendums- und Initiativrecht, entzogen sind.
Das ist das Prinzip des Subsidiaritätsprinzips und lebt von der Autonomie und der Freiwilligkeit der Haushalte! Es darf nicht sein, dass sechs Haushalte (die Mehrheit) den anderen vier Haushalten befehlen, sie zwingen, sie strafen. Das ist keine Basisdemokratie, sondern Diktatur. Beanspruchen die zehn Haushalte Hilfe, helfen ihnen andere zehn und zehn Haushalte, irgendwer koordiniert die Hilfe, aber auch derjenige hat nicht das Recht, quasi als König zehn mal zehn Haushalten zu befehlen!
Wir sind völlig vom Subsidiaritätsprizip abgekommen. Wir achten die Prinzipien direkte Demokratie, Autonomie, Freiwilligkeit nicht. Unter dem hübschen Namen Liberalismus wird das Gegenteil getan: die direkte Demokratie, die Autonomie und die Freiwilligkeit sind ausgehebelt. Der Bund soll einer Organisation gehorchen, der Kanton soll dem Bund gehorchen, die Gemeinde soll dem Kanton gehorchen, der Bürger soll der Gemeinde gehorchen. DABEI IST DER BÜRGER DER SOUVERÄN - ein Souverän ist souverän, gehorcht eben nicht, sondern er macht mit oder nicht, freiwillig!
Oh, was habt Ihr liberalen Gelehrten uns gelehrt und stets scheel betont, ich sei der Souverän. Doch wehe ich gehorche euch nicht, bin nicht angetan von eurer Lehre, "ha kei Luscht", wie Bundesrat Ueli Maurer als wohl einziger verbliebener Bürger sagt - doch auch er gehorcht viel und lässt gehorchen.
"Wert! Jedes Ding hat einen Wert, der in Zahlen angegeben werden kann", doziert Ihr.
Ich aber sage euch: "Nichts hat einen Wert, es ist alles gratis - frei von Zahlen! Der Preis natürlicher Ressourcen einschliesslich uns Menschen und des Geistes ist null - die Natur nimmt kein Geld. Wert ist eine Erfindung des Menschen: Gewinn auf der einen (überteuert) und Verlust auf der anderen Seite - in der Summe wieder null. Ein doofes Spiel, das alles vernichtend ernst betrieben wird. Mensch o Mensch, vergiss das Eine nicht, das Glück!"
Ich bin glücklich, wenn du glücklich bist! Niemand kann glücklich sein, wenn ein anderer weint. Und oh ja, das kostet - in eurer Zahlenwelt kostet das Glück. Ihr macht Verlust, ihr verliert den Gewinn, wenn ihr alle Tränen abwischt, den Unglücklichen helft. Doch tut's, bitte tut's!
Noch im Januar 2011 wollte die UNO Muammar al-Gaddafi im speziellen wegen seiner von ihm ins Leben gerufenen Jamahiriya eine Auszeichnung für Menschenrechte verleihen.
Jamahiriya wird sinngemäss mit "Volksrepublik, Volksdemokratie" übersetzt, wobei das politische System als Form einer Direktdemokratie verstanden wird. In Libyen gilt eine Vertretung des Volkes durch Abgeordnete, etwa im Sinne einer repräsentativen oder parlamentarischen Demokratie wie in Westeuropa, als Verfälschung des Volkswillens. Daher sieht Jamahiriya weder Parlament noch Parteien oder überhaupt eine Regierung im klassischen Sinn vor. Die politische Willensbildung findet in so genannten Basisvolkskongressen statt, die ihre Entscheidungen durch Beauftragte (imperatives Mandat) dem mehrmals jährlich tagenden Allgemeinen Volkskongress zur Koordinierung und Formulierung vortrugen. Die Umsetzung erfolgte durch Volkskomitees.
Eine Bewegung von Gaddafi ins Leben gerufen die soviel Gutes bewirkte, das ihm von der UNO dafür ein Menschenrechtspreis überreicht werden sollte. Die Abstimmung sollte nur noch Formsache sein. Als aber die Westmächte beschlossen Libyen zu überfallen, oh pardon - ich meinte natürlich, die Aufständischen zu unterstützen, verschwand das Dokument. Es wäre auch ziemlich peinlich für die Westmächte gewesen, hätte Gaddafi diesen Preis erhalten. Man stelle sich vor, wie lächerlich die ganze Propaganda vom bösen Diktator dann gewirkt hätte.
Im UN-Dokument wird beschrieben, dass Gaddafi nicht nur ein Garant für Frieden in seinem Land war, sondern es werden auch Komponenten wie Antirassismus und Frauenrechte sowie soziale Aspekte mit einbezogen. Dass Gaddafi diesen Preis durchaus verdient, sehen wir, wenn wir uns die sozialen Komponenten Libyens im Detail anschauen:
1. Es gab keine Stromrechnung in Libyen. Strom war kostenlos für alle Bürger.
2. Es gab keine Zinsen auf Kredite. Die staatlichen Banken vergaben Darlehen an alle Bürger zu null Prozent Zinsen, per Gesetz.
3. Ein Heim/Zuhause zu haben galt als ein Menschenrecht in Libyen.
4. Alle Frischvermählten in Libyen erhielten 50.000 US-Dollar. Dieses Geld sollte den Menschen ermöglichen ihre erste Wohnung zu kaufen. Die Regierung wollte so zum Start einer Familie beitragen.
5. Bildung und medizinische Behandlungen waren frei in Libyen. Bevor Gaddafi an die Macht kam konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen. Heute liegt die Zahl bei 83 Prozent.
6. Wollten Libyer in der Landwirtschaft Karriere machen, erhielten sie Ackerland, eine Bauernhaus, Geräte, Saatgut und Vieh als Schnellstart für ihre Farmen und das alles kostenlos.
7. Wenn Libyer keine Ausbildung oder medizinische Einrichtungen finden konnten die sie benötigten, hatten sie die Möglichkeit mit der Hilfe staatlicher Gelder ins Ausland zu gehen. Sie bekamen 2.300 US-Dollar im Monat für Unterkunft und Auto gezahlt.
8. Wenn ein Libyer ein Auto kaufte, subventionierte die Regierung 50 Prozent des Preises.
9. Der Preis für Benzin in Libyen betrug 14 US-Cent.
10. Wenn ein Libyer keine Arbeit bekam nach dem Studium, zahlte der Staat das durchschnittliche Gehalt des Berufs in dem er eine Arbeit suchte, bis eine fachlich adäquate Beschäftigung gefunden wurde.
11. Libyen hat keine Auslandsschulden und die Reserven in Höhe von 150.000.000.000 $ haben die Okkupationsmächte unter sich aufgeteilt.
12. Ein Teil jeden libyschen Öl-Verkaufs wurde direkt auf die Konten aller libyschen Bürger gutgeschrieben.
13. Mütter die ein Kind gebaren erhielten 5.000 US-Dollar.
14. 25 Prozent der Libyer haben einen Hochschulabschluss.
15. Gaddafi startete Das "Great-Man-Made-River-Projekt" in Libyen. Es ist das weltweit grösste Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.
Fassen wir zusammen: Libyen wurde von einem Antirassisten, Frauenrechtler und grossen Sozialisten geführt. Dazu brachte er den Libyern Direkte Demokratie, für den die UNO ihm einen Menschenrechtspreis verleihen wollte.
Und die Westmächte haben nichts Bessers zu tun, als mit NATO-Bombern ganz Libyen in Schutt und Asche legen. Als nach vielen zivilen Opfern der angebliche Despot getötet war, teilten sich die westlichen Machthaber die Kriegsbeute. Für das libysche Volk bedeutet das: Die Ressourcen, in Libyen vorwiegend Öl, kommen jetzt nicht mehr ihnen zu Gute, sondern der Gewinn wird unter westlichen Ölkonzernen aufgeteilt. Um zu überleben, dürfen sie nun den ausländischen Invasoren ihre Arbeitskraft anbieten, sie dürfen ihnen dienen, um Dinge zu erhalten, die sie bereits hatten.
Hinweggebombt die Direkte Demokratie.
Hinweggebombt unzählige.
Hinweggebombt Hoffnung auf eine andere Welt.
Gaddafi, der sein Volk liebte - von Herzen liebte -, wurde am 20. Oktober 2011 von den alliierten Westmächten ermordet. Der Benzinpreis ist billiger geworden, die Aktien der Ölkonzerne sind gestiegen: Ziffern, Zahlen, Herzen aus Zahlen.
Wir beide waren müde vom langen Autofahren und kehrten auf dem Ricken spät Abends ein, die Küche war bereits geschlossen, aber zwei Schinkenbrote bekamen wir und Kaffee dazu. Wir sprachen angeregt, assen und tranken und als wir fertig waren, sagten wir auf Wiedersehen und gingen. Zu Hause merkten wir, dass wir vergassen zu bezahlen.
Und wir spinnen die Geschichte weiter: Was, wenn der Wirt ebenfalls vergisst, den Bäcker, Metzger und den Kaffeehändler zu bezahlen? Und diese nehmen's hin, weil auch sie den Bauern nicht bezahlen und dem Bauern ist es egal, weil auch er den Viehhändler nicht bezahlt hat und den Traktor, und der Landmaschinenhersteller nimmt's gelassen, weil auch er die Rechnungen nicht bezahlt, unter denen eine von mir ist: für das Programmieren einer Homepage. Zweimal Kaffee und Schinkenbrot für eine Homepage.
Der Hahn kräht schon lange, doch im Dorf ist es noch ruhig. Vereinzelt steigt Rauch aus einem Kamin, wenige Fenster sind erleuchtet. Einer kratzt die Scheiben eines Personentransporters. Acht Männer kommen, grüssen sich und den Fahrer. Der Wagen fährt ab.
Das Dorf zählt tausend Einwohner. Ein Viertel sind alte Leute, ein Viertel sind Kinder und die Hälfte sind Erwachsene zwischen 20 und 60 Jahre alt. Das Dorf hat einen Gemeindeschreiber, zwölf LehrerInnen und drei Strassenarbeiter, 20 Landwirte, fünf Verkäuferinnen bedienen zu verschiedenen Zeiten im Dorfladen. Neun Personen arbeiten auswärts.
Von den 750 Erwachsenen haben 50 eine Erwerbsarbeit, 250 sind über sechzig Jahre alt und in Rente, 450 haben keine Erwerbsarbeit, sind von Maschinen, Computern und Robotern abgelöst worden.
Diese 450 sind die Seele des Dorfes! Sie helfen den Alten, den Kindern und sich gegenseitig. Sie erstellen und unterhalten Gebäude, produzieren Kleider, verarbeiten Holz und andere Rohmaterialien, führen eine Bibliothek, pflegen den Weiher, in dem man baden und im Winter Schlittschuhlaufen kann, und zur Erntezeit helfen sie den Landwirten im Rebberg, auf dem Kartoffelacker, in der Obstplantage. Sie pflegen Kranke und versorgen Verunfallte, flicken Fahrräder, stampfen Skipisten und haben einen Schlepplift "erfunden". Im Dorf hat es verschiedene Vereine und am Abend treffen sich die einen im Freihof, die Jungen in der Alpchique.
Beide Lokale sind frei bedient, der Wein- und Getränkekeller ist voll, die Kaffeemaschine ist aus Italien. Die Alpchique hat Musikboxen und die Musik kommt aus Smartphones oder es wird live gespielt, manchmal auch Kleinkunst vorgeführt, Kurzstücke gelesen. Donnerstags ist Tischtennisrundlauf angesagt, freitags Film (diesen Freitag: Anna Karenina mit Greta Garbo) und samstags Tanz.
Das, was die neun Männer auswärts verdienen, ist das, was das Dorf von auswärts braucht. Und benötigt das Dorf weniger, wird der Rest des Verdienten in eben diesem Auswärts ausgegeben oder anderen gegeben, die Hilfe brauchen, weil sie nicht so Glück hatten, vielleicht nicht so tüchtig sind - es sind eben nicht alle gleich und doch sind wir gleich -, vielleicht war's auch das Wetter, auch das ist nicht überall gleich.
Morgen um sieben ist die Welt in Ordnung - wie spät haben wir jetzt?
Beschliessen wir diese Ausgabe mit Lebensfreude, denn sie heilt unser Leiden. Tschüss, bis in zwei Wochen um sieben!
19.01.2016
ANSPRACHE von Pater Hanna Ghoneim aus Damaskus im Wiener Stephansdom am 15. März 2013 anlässlich des CSI Schweigemarsches gegen Christenverfolgung:
Liebe Brüder und Schwestern in Christus,
im Namen des syrischen Volkes möchte ich Euch allen danken für Eure Anwesenheit, um zu beten für das krisengeschüttelte Syrien, das Land, aus dem sich einst das Christentum in die ganze Welt verbreitet hatte. Durch das Gebet sind wir Christen miteinander rund um die Welt verbunden und sind so der lebendige geheimnisvolle Leib Christi. Der Geist Christi verbindet uns miteinander, in der Liebe, die Gott uns schenkt!
Wir beten dieses Mal nicht nur für verfolgte Christen in Syrien, sondern auch für jene leidenden Christen, die zwangsläufig aus ihrer Heimat vertrieben wurden aus Angst vor dem Feuer und Dröhnen der Waffen, die von außen nach Syrien eingeschleust werden, um unschuldige Menschen zu töten - darunter viele Christen - und somit das friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen zu zerstören.
Christen in Syrien wurden bislang nicht, wie in der arabischen Welt, wegen ihres Glaubens verfolgt: weder vom Staat noch von ihren islamischen Mitbürgern. Im Gegenteil! Diese bemühten sich stets, sie als wertvolle Kulturträger zu behalten. Die Christen in Syrien leben nicht als Minderheit, sondern sind seit den frühesten Tagen des Christentums, seit den Tagen der Bekehrung des Apostels Paulus in Damaskus, ein unabdingbarer Teil der Gesellschaft und zutiefst in ihr verwurzelt.
Syrien lebt heute in großer Angst vor heimtückischen, zerstörerischen Plänen, die im Westen - besonders in den USA, Großbritannien und Frankreich - geschmiedet werden und durch die Türkei, Nordlibanon, Jordanien und Irak durchgeführt und von Saudi Arabien und Katar finanziert werden. Das Ziel ist nicht, Syrien zur Schaffung einer Demokratie zu verhelfen und das Volk von einem Diktator zu befreien, wie die allermeisten Weltmedien oberflächlich berichten. Nein! Der Plan ist, das Land in ein Chaos zu stürzen. Das langfristige Ziel ist es, Syrien in islamische Emirate wahhabitischer Prägung aufzuteilen.
Syrien erlebt seit zwei Jahren eine vom Menschen ausgelöste Katastrophe. Alles deutet darauf hin, dass islamische Extremisten, die sogenannten Salafisten aus der ganzen Welt, die Macht für sich alleine beanspruchen und so das syrische Volk der Scharia unterwerfen wollen. Was wir Syrer nicht nachvollziehen können und was uns schockiert, ist, dass dieses verwerfliche Vorhaben von westlichen Weltmächten - unter dem Vorwand der Menschenrechte und Demokratisierung! - sogar unterstützt wird.
Erst jetzt sickert allmählich in der hiesigen Medienberichterstattung durch, dass westliche Staaten die Rebellen mit Waffen unterstützen.
Mit diesen Waffen wird nicht wirklich die offizielle Armee bekämpft, die noch über ein großes Waffenarsenal verfügt, sondern in erster Linie werden schutzlose und unbewaffnete Zivilisten getötet. Viele junge und ältere Menschen haben sich inzwischen dem Militär angeschlossen, um Waffen zu erhalten und ihre Häuser vor den Rebellen zu verteidigen.
Was in Syrien passiert, ist für uns Syrer unfassbar. Menschen werden von Rebellen getötet, entführt und gefoltert, von ihren Wohnungen vertrieben, ihre Häuser werden ausgeraubt, sie werden erpresst, Frauen vergewaltigt und Kinder missbraucht. Vielerorts werden Bombenanschläge verübt, Massaker finden statt, Häuser werden nach Bombenanschlägen geplündert und verwüstet.
Ausländische Rebellen dringen im Namen des Islam in die Häuser der Zivilisten ein mit der Begründung: sie möchten das Land von der Diktaturmacht befreien. Die Bewohner bekommen Angst und fliehen Hals über Kopf in einen sicheren Ort. Die Rebellen schießen von Privathäusern aus auf die offizielle Armee und Gegenden, die sie noch nicht erobert haben. Die Armee hat selbstverständlich die Aufgabe, die Zivilbevölkerung zu schützen. Sie reagiert dementsprechend scharf mit Raketen und Artilleriebeschuss auf die Rebellen, was wiederum die Bombardierung der Häuser zur Folge hat.
Die Rebellen schießen willkürlich auf Zivilisten mit Mörsergranaten. Sie entführen und töten wahllos und rufen dabei „Allahu Akbar“ (Gott ist groß!). Wer gegen die sogenannte „Freie Armee“ der Rebellen ist, wird kurzerhand von ihnen hingerichtet, enthauptet oder erschossen. Solche Gräueltaten, die tagtäglich vorkommen, werden dann per Video von den Rebellen selber aufgenommen und im Internet triumphierend präsentiert.
Inzwischen ist die gesamte Infrastruktur im Land zusammengebrochen. Viele Dörfer leben bereits seit Monaten ohne Stromversorgung, ohne Heizung und Benzin, und ohne Internet- und Telefonverbindung. Müllberge häufen sich auf den Straßen. Der Warentransport wird durch die vielen Kontrollstellen erschwert: Das treibt unter anderem auch die Lebensmittelkosten auf dem Markt in unerschwingliche Höhe. Wie können Menschen, die ihr ganzes Hab und Gut und oft auch ihren Arbeitsplatz verloren haben, diese Verteuerung aushalten?
Tausende können nicht mehr zu ihren zerstörten Häusern zurückkehren. Sie müssen sich irgendwo um eine neue Unterkunft bemühen. Viele Menschen können sich auch keine einfache Miete mehr leisten.
In dieser Situation müssen auch die einheimischen Christen versuchen zu überleben. Auch ihr Glaube wird herausgefordert: Der Zugang zur Kirche wird den Gläubigen durch Schießereien verhindert. Man lebt in Syrien wie in einem Gefängnis – so hat es auch der syrisch-orthodoxe Metropolit Gregorios kürzlich gesagt. Man lebt in Angst, Unsicherheit und Instabilität. Wie kann ein Christ in solcher Atmosphäre ohne Freiheit, Sicherheit und Stabilität überhaupt überleben?
Solange ausländische Rebellen mit Waffennachschub über die türkischen Grenzen in das Land eingeschleust werden, ist kein Ende dieser tragischen Situation in Sicht. Die USA-Regierung hat selbst zugegeben, dass sich etliche dieser Rebellen aus dem Terrornetzwerk Al-Qaida rekrutieren.
Seit einigen Wochen merkt man offensichtlich, dass Christen allmählich zur Zielscheibe der Rebellen werden. Kürzlich wurden Mörsergranaten gezielt auf christliche Viertel in Damaskus abgefeuert. Das hat viele Todesopfer gefordert. Viele Christen geraten in Panik, weil sie jetzt ernsthaft bedroht werden. Oft werden sie entführt - mit hohen Lösegeldforderungen. Wir Christen gewinnen allmählich den Eindruck, dass wir von den Machtzentren westlicher Staaten ignoriert werden. Die westlichen Regierungen unterstützen die Rebellen, um gewisse geopolitische und vor allem wirtschaftliche Ziele zu erreichen, doch sie merken nicht, welchen Schaden sie dadurch den Christen im Land antun. Ein Bischof aus dem Irak hat mir zu Beginn der syrischen Krise sinngemäß gesagt: „Der amerikanischen Regierung und Saudi-Arabien ist ein Faß Erdöl mehr Wert als das Blut – sprich: das Leben – eines Christen im Nahen Osten.“
Wenn wir heute von Christenverfolgung in Syrien sprechen wollen, dann kommt diese Verfolgung eher aus dem Westen. Die Solidarität zwischen Muslime und Christen in Syrien hat sich durch diesen Krieg eher verstärkt! Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Muslime in Syrien die Christen mehr schützen als die Christen im Westen ihre syrischen Brüder und Schwestern. Denn Christen sind für das Land ein wichtiges, konstruktives Element in der Gesellschaft.
Die Lage in Syrien ist für die einheimischen Christen äußerst prekär geworden: Einerseits fühlen sich diese gedrängt, das Land zu verlassen, andererseits wollen sie in ihrer geliebten Heimat bleiben. Sie möchten dort ihren Beitrag zur Wiederherstellung des Friedens leisten. Doch sie finden keine konkrete Möglichkeit dazu. Ein friedliches Miteinander scheint auf syrischem Boden nunmehr in weite Ferne gerückt zu sein.
Für uns stellt sich nun die wichtige Frage: Wie ist die Lösung? Was kann man tun für die Christen Syriens, damit sie sich dort behaupten – und überleben – können?
Eine klare Lösung scheint, nach wie vor, nicht in Sicht: Der syrische Staat bietet den einen Dialog mit der Opposition an, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Dieser wird aber abgelehnt, da die oppositionellen Gruppen untereinander geteilter Meinung sind.
Eines ist klar: Wir Christen dürfen keine allzu große Hoffnung auf die Politik setzen. Politiker vermögen wohl kaum eine Lösung zu finden, da sie auch untereinander gespalten sind. Jeder folgt letztlich seinen eigenen Interessen. Und die Weltmächte sind scheinbar ebenso wenig imstande, das Problem in Syrien zu lösen.
Die humanitäre Lage der Menschen ist äußerst dramatisch – ja, fast hoffnungslos - geworden. Syrien bräuchte tatsächlich ein Wunder, um geheilt zu werden. Doch wer glaubt heute noch an Wunder?
Wir Christen glauben an Wunder. Das Wunderbare an unserer Religion ist, dass das Unmögliche mit der Gnade und Kraft Gottes möglich wird, wenn wir nur daran glauben!
Im Wunder der Brotvermehrung, das das Matthäus-Evangelium eben vorhin erzählt hat, bekommen wir eindeutig zu verstehen, was Menschen alles unternehmen können, wenn sie die Kraft Gottes in sich selber fühlen.
Jesus steht vor einer Menge, die zwei Nöte haben: eine geistliche und eine materielle. Die Volksmenge kommt zu Jesus, um Worte des Lebens zu hören: das ist die geistliche Nahrung, die viel wichtiger als die materielle ist. Jesus allein vermag diese Art von Nahrung zu geben.
Die andere Not ist auch wichtig für das Leben, nämlich das tägliche Brot, ohne das der Mensch verhungern würde. Diese materielle Nahrung gibt nicht Jesus, sondern die Jünger: „Gebt Ihr ihnen zu essen“. Die materielle Nahrung obliegt also den Jüngern.
Die Jünger schauen erstaunt auf Jesus, ob er es ernst meint. Sie sagen ironisch, wir haben doch nur fünf Brote und zwei Fische! Nach ihrem Verstand ist das unmöglich so eine große Menschenmenge mit fünf Broten und zwei Fischen zu ernähren.
Das ist das Wunderbare. Jesus macht von diesen wenigen Broten, die vielleicht gerade für zwei Personen ausreichen, eine Unmenge Brot, die so viele Menschen ernährt, dass sogar zwölf volle Körbe übrig geblieben waren. Diese stehen bereit, um noch viele andere Menschen zu ernähren.
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,
Christen in Syrien leben in bitterer materieller Not, die sie aus dem Land vertreibt. Was in Syrien passiert, ist ein Verbrechen gegen die Menschheit, das von vielen Seiten begangen wird. Auch Christen selbst sind daran beteiligt. Ich will nicht nur die Weltpolitik, den islamischen Extremismus und seine Ideologen allein des Elends in Syrien beschuldigen. Ich schaue auf die Christen in Europa und frage: Was tun sie für ihre Schwestern und Brüder in Syrien?
Wir müssen bedenken, wenn wir nichts tun oder gleichgültig bleiben, dann versündigen wir uns auch an ihnen. Wenn wir nichts gegen die Vertreibung der Christen aus ihrer Heimat unternehmen, dann tragen wir zu ihrem Elend bei.
Jesus sagt: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! 42 Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; 43 ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.“
Ich bin erschrocken, dass Muslime sich opfern und andere mit sich in die Luft jagen zugunsten ihrer Religion. Das widerspricht zutiefst dem Christentum. Wir opfern uns auch zugunsten unserer Religion aber nicht zum Töten, sondern zum Leben.
Leben schenken durch das Opfern, das ist was unser Meister Jesus lehrt. Wir Christen lieben das Leben, nicht nur das eigene Leben, sondern das Leben für die anderen Menschen. Das ist, was Christen überall auf der ganzen Welt wertvoll macht.
Die Lösung liegt in uns: „Gebt Ihr ihnen zu essen!“ Was wäre, wenn die Jünger nicht gehandelt hätten? Die Menge wäre verhungert und hätte sich von Jesus zwangsläufig abgewendet. Nein, die Jünger möchten das nicht. Sie möchten, dass alle Menschen die Wahrheit Christi erfahren. Dass Christus für ihren Leib sorgt genauso wie für ihre Seelen und dass der Glaube an Jesus Kraft, Stärke, Zuversicht und Hoffnung verleiht. Mit Christus brauchen die Christen keine Angst zu haben.
Wir sind heute auch eingeladen, diesem Aufruf Christi zu folgen: „Gebt Ihr ihnen zu Essen!“
In Syrien fehlt den Menschen oft sogar ihr tägliches Brot. Wir sind berufen, ihnen dieses Brot zu geben, damit sie sich in ihrer materiellen Not nicht von Christus abwenden. Wir können den Notleidenden viel erteilen. Wir müssen es nur wollen. Wir dürfen nicht angesichts der Krisensituation in Syrien und anderen Ländern unsere Augen verschließen. Gleichgültigkeit ist das Gift, das die Kirche schwächt. Oder wie Papst Franziskus gerade gesagt hat: „Wer die Weltlichkeit bekennt, bekennt den Teufel!“ Unterschätzen wir nicht, was wir in unseren Händen haben! Selbst wenn das wenig ist, wird es mit Gottes Segen und Gnade immer ausreichend sein.
Die Rettung Syriens liegt in Euren Händen. Mit Christus vermögen wir Vieles!
Die Großen unserer Welt sollen die Herrlichkeit unseres Gottes sehen. Sie sollen erfahren, dass die Kirche durch die Liebe Christi siegt.
Die Mächtigen der Erde versuchen durch Macht mit Gewalt ihren Willen durchzusetzen. Wir Christen versuchen unsere Existenz durch die Liebe Christi zu behaupten. Sie schicken Waffen nach Syrien, um zu töten, wir aber schicken Frieden und Heil, um den Menschen Leben zu schenken. Die Liebe siegt. Das sagt unser Glaube.
19.01.2016
Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat Polen am Freitag völlig überraschend herabgestuft - zum ersten Mal überhaupt. Allein: Polens Wirtschaft steht gut da, wirtschaftlich hat sich nichts verändert!
Einmal mehr ein Beweis dafür, dass Ratingagenturen reine Politikinstrumente sind und mit wirtschaftlichen Fakten überhaupt nichts zu tun haben!
In 50 Rubel ist ein ganzer US-Dollar enthalten, willkürlich verlangt "der Finanzmarkt" von Russland 76 Rubel für einen US-Dollar. Best Friend EZB unterstützt die US-Banken und macht Russland das gleichschlechte Angebot.
Trotzdem wird der Best Friend seine US-Dollarbestände aufstocken müssen, sonst steigt der Dollar weiter. Geschäft ist Geschäft mein Freund.
13.01.2016
LONDON/BERN, 11. Januar 2016
14 Jahre nach seiner Eröffnung sitzen im USA-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba noch immer 104 Häftlinge fest. Deren Überführung in andere Gefängnisse kann nicht die Lösung sein, sagt Amnesty International und fordert Präsident Obama erneut auf, sein Versprechen einzulösen und Guantánamo menschenrechtskonform zu schliessen.
amnesty.ch [link]
12.01.2016
Die USA sind das einzige Land, das sich in der eigenen Währung international verschulden kann (beliebig, denn sie kann jederzeit zahlen) - und das seit 1944.
So ist es natürlich nicht schwierig, sämtliche Länder zu übertreffen (und zu bekriegen)!
Auch die US-Unternehmer profitieren. Sie schliessen Geschäfte weltweit in Dollar ab. Das Wechselkursrisiko trägt stets der Partner. Der ehemalige französische Präsident Charles de Gaulle sprach von einem "exorbitanten Privileg" und regte schon früh eine gemeinsame europäische Währung an. Besser wäre eine Weltleitwährung, die subsidiär für Regionen in Not wirkt.
12.01.2016
Ich lese hier und anderswo, dass das Transatlantische System überwunden werden soll.
Zentral am Transatlantischen System ist die Geld- und Währungspolitik und diese ist nicht auf Gleichheit aufgebaut, sondern auf einer Leitwährung, dem US-Dollar.
Das Bretton-Woods-Gesetz wurde 1944 von 44 Staaten unterzeichnet und 1973 (flexible Wechselkurse) und 2008 (Devisen) angepasst. Das Gesetz besteht aus einem Satz:
BRETTON-WOODS-GESETZ: Der US-Dollar ist die Leitwährung und alle anderen Währungen sind Regionalgeld, das mit Geld der FED oder FED-nahem Geld (Devisen) gedeckt sein muss.
Mit anderen Worten: Die FED ist völlig frei, Geld zu schöpfen; alle anderen Zentralbanken benötigen aber fremde Währungen (letztlich FED-Geld/Devisen), um ihr Geld decken zu können.
Ein geniales Gesetz!
Vielen Menschen ist das Gesetz einfach nicht bewusst oder bekannt. Russland und China und alle anderen können sich noch so bemühen: So lange dieses Gesetz in Kraft ist, arbeiten sie immer für den US-Dollar - für das Transatlantische System.
Drucken sie einfach Geld, verdünnt sich der FED-Anteil und der Kurs sinkt; vernichten sie Geld, verdickt sich der FED-Anteil und der Kurs steigt. Hat ihr Geld keinen FED-Anteil, ist es international nichts wert. So sind alle Zentralbanken gezwungen, US-Dollar zu erwerben.
Wer die Vision 'schuldfreies Geld' hat, muss die FED ändern oder ein neues internationales Geldsystem aufbauen.
12.01.2016
Direkte Demokratie funktioniert in kleinen Kreisen und basiert auf Freiwilligkeit und Autonomie. Ist einer dieser Kreise in Not, dann soll ihm subsidiär (unterstützend) geholfen werden. Zentral ist dabei, dass jeder Kreis unabhängig bleibt, die Hilfe uneigennützig geleistet wird (Subsidiaritätsprinzip).
Auf dieser Grundlage wurde der Eidgenössische Bund der Urgemeinden 1291 gegründet.
Das Machtprinzip ist das Gegenteil des Subsidiaritätsprinzips: Es nutzt die Not aus und lässt den anderen 'auf dem linken Bein hüpfen' oder verhungern.
Die beiden Prinzipien lassen sich nicht mischen, was zu einer Abgrenzung führt, die im Kern dem Subsidiaritäsprinzip widerspricht, denn es will ja helfen - doch kommt nichts zurück, wenn der Subsidiär in Not gerät, und er geht unter.
Wir publizieren Leserbeiträge in der aktuellen und auch in der nächsten Ausgabe, damit sie alle Leserinnen und Leser erreichen.
30.12.2015
215 Doris Leuthard, CVP
173 Ueli Maurer, SVP
217 Didier Burkhalter, FDP
182 Simonetta Sommaruga, SP
191 Johann Schneider-Ammann, FDP
210 Alain Berset, SP
138 Guy Parmelin, SVP
Political correctness bedeutet, Fakten oder Wahrheiten zu unterdrücken. Am meisten Stimmen hat Didier Burkhalter erhalten, offenbar ein Meister seines Faches. Mir sind die Aufrichtigen lieber - doch erhalten sie am wenigsten Stimmen.
30.12.2015
"Mit welchem Recht kann der Oppositionsführer Demirtas angesichts der einheitlichen Struktur der Türkei von der Bildung eines Staates im Südosten und im Osten sprechen?", fragte Erdogan am Istanbuler Flughafen vor seinem Abflug nach Saudi-Arabien rhetorisch. Weder "der nationale Wille" noch "die Sicherheitskräfte" würden dies zulassen.
Er sei überzeugt, dass "dem verräterischen Netzwerk", welches der Einheit des Landes einen Schlag versetzen wolle, vom Volk und vom Gesetz "eine Lektion erteilt" werde.
Die Militäroffensive in den Kurdengebieten werde "entschlossen" fortgesetzt. Bei Kämpfen zwischen Armee und kurdischen Rebellen kamen in den vergangenen zwei Wochen mehr als 200 Menschen ums Leben.
Offenbar darf in der Türkei nur einer über Verfassungsänderungen sprechen: Erdogan. Alle anderen landen im Gefängnis.
Hallo EU-Kommission, die ihr so entsetzt seid über Polen, das dem polnischen Verfassungsgericht für Entscheide eine qualifizierte Mehrheit (Zweidrittelmehrheit) vorschreibt: Wie undemokratisch das sei!
Doch den lieben «muslimischen Demokrat», wie ihn seine Freunde im Westen nennen, den kritisieren wir natürlich nicht, von dem fordern wir nichts. Ist alles gut, Erdogan, und grüss uns die Saudis, sind ja auch so prächtige Demokraten! Vielleicht sollte die Schweiz diesen beiden ihre guten Dienste anbieten - bis 2018 besteht das Bankgeheimnis noch.
Vielleicht aber traut sich unser Aussenminister Didier Burkhalter wenigstens einmal, die Wahrheit zu sagen:
"Erdogan, du darfst deine kurdische Bevölkerung nicht kriminalisieren, nur weil sie anderer Ansicht ist wie du." und das Gleiche kann er auch der Ukraine sagen: "Poroschenko, du darfst deine russische Bevölkerung nicht kriminalisieren, nur weil sie anderer Ansicht ist wie du."
Er würde sich damit für das "Übersehen" des Maidan-Putsches als OSZE-Präsident im Februar 2014 etwas rehabilitieren. Diese Unaufrichtigkeit hat sehr viele Todesopfer gefordert und fordert sie noch immer.
30.12.2015
Seit dem 13. Dezember 2015 sind die Städte Sur, Silopi, Mardin erneut unter Beschuss des Militärs und der „Sicherheitskräfte“. Es werden ununterbrochen Militäreinheiten und Waffen in die Region entsendet - Häuser werden in Brand gesetzt und bombardiert – die Bevölkerung versucht mit einfachen Möglichkeiten sich zu schützen und zu verteidigen. Auffällig und nochmals als Beweis weiterer Verbrechen von Seiten der Türkei, der Aufruf der türkischen Regierung an türkische Beamte und Lehrer die aufgezählten Städte zu verlassen.
Die kurdische Bevölkerung steht vor der Gefahr erneuter Massaker und Kriegsverbrechen. Die EU-Staaten und die Schweiz stehen in grosser Verantwortung und Verpflichtung - sie dürfen nicht wegsehen!
Union der Demokratischen Kräfte (Schweiz)
22.12.2015
Nennen wir doch auch Schweizer Familien. Die 300 Reichsten Familien der Schweiz waren noch nie so reich wie heute: Zusammen besitzen sie unfassbare 595 Milliarden Franken. So in etwa das Brutto Inland Produkt (BIP) der Schweiz. bilanz.ch [link]
Doch was passiert, wenn eine dieser Familien eine humane Familienpolitik betreibt? Sie wird pro Kopf ärmer und immer unbedeutender, so dass andere anderen Reichen zuwandern. "Fremden schenken ist eine ganz blöde Idee", sagen sich die Reichen unter dem Tannenbaum.
22.12.2015
Es sind ja letztlich immer Familienunternehmen, die uns anderen Familien grosse Sorgen machen. Nennen wir einige: Rothschild, Goldmann Sachs, Bill Gates, Poroschenko, Chodorkowski, Vekselberg. Sie bauen am Genfersee französische Schlösser nach, kaufen Goldminen, Bohrinseln und schaffen Milliardenkonzerne. tagesanzeiger.ch [link]
Irgendwie müssen wir schon das Eigentum einschränken, damit alle Luft haben. Erschreckend ist, dass auch bei 99% Zustimmung das eine Prozent Söldner schickt und vom Paten beim Schmutzigen Krieg unterstützt wird.
22.12.2015
Wie recht ihr habt!
Und wie einsam.
Mir scheint es unmöglich, mit einem ganzen Land, auch wenn es ein kleines ist, eine solche Veränderung zu machen, die Bahnhofstrasse zu öffnen! Selbst wenn 90% dafür sind, sind 10% vehement dagegen und rufen ihren Paten. Aus dem Exploit wird ein blutiges Chaos bis "die Ordnung" wieder hergestellt ist.
Eine solche Veränderung (Evolution) geht nur mit 100%-Überzeugten. Die Basis ist die Familie, das Familien-Unternehmen. Hier finden sich alle Staatsfragen, die human zu lösen wären: Zuwanderung, Abwanderung, Import, Export, Infrastruktur, Arbeitsteilung, Bildung, Freie Zeit, Reisen, Kranken- und Altenpflege, Beziehung zum "Ausland", Vereinigung, Sezession und was zu tun ist, wenn einer aus der Reihe tanzt, womöglich das ganze Unternehmen gefährdet, ändert, reformiert: Strafen? Stehen "Werte" über dem Einzelnen, war es nicht immer ein Einzelner (Pubertät!) - und nie die Mehrheit -, der Neues, neue Einsichten, neue Werte brachte?
22.12.2015
Die Menschenrechte müssen ergänzt werden
durch einschränkende Bestimmungen über das Eigentum;
sonst sind sie nur für die Reichen da,
für die Schieber und Börsenwucherer.
Jean-Jacques Rousseau
22.12.2015
„Diese Wirtschaft tötet“ (Papst Franziskus)
Die Wirtschaft begeht Verbrechen,
die in keine Zeitung kommen:
jede Minute tötet sie 12 Kinder
durch Verhungern.
Ein sehr schöner Artikel "Der Liebegott und das Geld"! Wie wahr, der Wert dieses Finanzsystems ist, über andere zu herrschen. Wir müssen von einer tödlichen Waffe in den Händen weniger sprechen, die Staaten und Familien (Hypotheken) in Schulden führt, denen sie nicht mehr entkommen. Und woraus besteht ein Staat? Aus vielen Familien - sie sind doppelt gefangen.
"Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern." "Sicher nicht!" kreischt der Alte.
Ich bin enttäuscht von den christlichen Religionsführern, dass sie keine gute Wirtschaft entwickeln! Was studieren sie den ganzen lieben langen Tag? "Diese Wirtschaft tötet", das wissen wir seit 222 Jahren! Papst Franziskus kommt aus Argentinien und weiss, was "diese Wirtschaft" einem Land und den Familien antut. Er kritisiert, aber er sei „kein Vertreter einer Strömung, die tiefgreifende Veränderungen der sozialen Strukturen vorantreiben möchte.“ Ja, Herrgott! wozu ist er Papst?