11. Mai 2015
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Leserbeiträge
Eine einzigartige, berührende Homage für den Frieden - 70. Jahrestag des Sieges über den Faschismus Das Musical beginnt ab Minute 4:55 - anschauen und geniessen!

Eine einzigartige, berührende Homage für den Frieden

70. Jahrestag des Sieges über den Faschismus

Es ist schwierig für Russland, in der angespannten Zeit zwischen Deutschland und Russland diese Feier zu gestalten. Und Russland hat genau das getan, was niemand erwartet hat: Eine einzigartige, berührende Homage für den Frieden! Ein Musical, das in nichts zu übertreffen ist. Bühnenbild, Choreografie, die Musik, der Chor, die Sänger, das Gesamtkunstwerk haben die Zuschauer, auch mich, zu Tränen gerührt und das das Musical auflösende Feuerwerk zum Schluss liess nur eines ganz gross da stehen: Frieden, Glückseligkeit!

9. Mai 2015 - danach

Am 10. Mai 2015, einen Tag nach der Siegesfeier über Nazi-Deutschland, "dessen erstes Opfer Deutschland war", wie Wladimir Putin sagt, ist die Deutsche Kanzlerin Angelika Merkel in Russland zu Besuch. Und beginnt diesen Tag gleich mit Zank:

"Durch die 'verbrecherische und völkerrechtswidrige Annexion der Krim' habe die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland einen schweren Rückschlag erlitten."

Die Kanzlerin will es einfach nicht begreifen, dass sie dazu selbst beigetragen hat. Ohne Deutschland hätten die USA der Ukraine nicht schaden können. Doch das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim kann durch völkerrechtliche Verträge oder die Verfassung der Ukraine nicht aufgehoben werden. Die Krim hatte und hat als autonome Republik jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Die Hilfestellung Russlands beim Sezessionsprozess der Rebuplik Krim war verhältnismässig und kein Verstoss gegen das Völkerrecht.

Nachdem mit Minsk-2 für die Ostukraine ein Weg beschritten wird, an den sich auch Deutschland hält - vielleicht, denn das Maidan-Abkommen vom 21. Februar 2014 mit dem vom Volk gewählten Präsidenten Wiktor Janukowytsch, das Deutschland mitunterzeichnet hat, wurde bereits am nächsten Morgen geputscht -, soll nun die Republik Krim Zankapfel werden.

In einigen Jahren wird die Deutsch Regierung in Kiew, Odessa, Donezk, Lugansk und vielen anderen Orten Kränze niederlegen und sich bei der Bevölkerung der Ukraine und bei der Bevölkerung der Krim entschuldigen. Warum immer die Deutschen? Warum sind immer sie die Bösen?

Hat sich der Imperator Frankreich bei Deutschland, Russland und allen Ländern entschuldigt, die Napoleon überfallen hat; hat sich das Imperiale Reich Grossbritannien bei Indien und den Afrikanischen Ländern entschuldigt, die im Namen der Britischen Krone unterworfen wurden; hat sich die Imperialmacht USA in Japan, Vietnam, Südamerika, Nordafrika, im Nahen Osten für die Gräueltaten entschuldigt? NEIN, Frankreich, Grossbritannien und die USA sind die Guten.

Deutschland ist das ewige Dummerchen, das manchmal mitmachen darf oder zu Schandtaten getrieben wird - und wenn es schief kommt, und es kommt immer schief, dafür sorgen die Guten, dann ist Deutschland schuld.

Drei Freunde

Liebes Deutschland, ich mag dich sehr! Ich habe in Stuttgart gearbeitet und in Waiblingen gewohnt. Ich habe für eine Schweizer Firma eine Deutsche Firma zerlegt und die Juwelen in die Schweiz gebracht. Darüber bin ich nicht stolz und habe die Firma verlassen, als ich merkte, wozu meine 'Freunde' mich missbrauchten. Geht es dir, liebes Deutschland aber nicht genau so? Wirst du nicht von deinen 'Freunden' getrieben, andere zu überfallen und ihnen die Juwelen zu bringen?

Warum haben die 'Freunde' mich ausgesucht? Weil ich ihr Angestellter und tüchtig war und Hunger hatte - ich konnte mich nicht selbst versorgen. Sie gaben mir zu essen und zu wohnen und ein Auto und Geld. Warum haben die drei 'Freunde' Frankreich, Grossbritannien, USA dich ausgesucht? Wohl aus dem selben Grund: Du kannst Dich nicht selbst versorgen! Du bist Exportweltmeister - doch das ist jeder Working-poor auch: Er leistet viel mehr, als er erhält. Die Gewinne schluckt das Kapital, das nota bene NICHT arbeitet. Natürlich begehrt der Working-poor, der Exportweltmeister auf, fühlt sich betrogen - und die 'Freunde' zeigen ihm einen Weg, wie er mehr haben kann. "Arbeit macht frei!" hast du selber erfunden und an alle deine Lager geschrieben. Und du glaubst das noch heute, die Mär von der Arbeit, die frei macht. "Kapital mach frei!", aber dazu laden dich deine und mich meine Freunde nicht ein, denn Kapital können nur wenige besitzen, sonst funktioniert der Kapitalismus nicht - der Kapitalismus funktioniert am besten, wenn nahezu alle Schulden haben! Der Kapitalismus ist tot, wenn niemand Schulden hat - aber das ist im kapitalistischen System unmöglich und die Schulden steigen beständig, auch deine.

"Putin habe den Bezug zur Realität verloren", soll Merkel Obama am 3. März 2014 gesagt haben.

Liebes Deutschland, vergiss den Kapitalismus, komm an in der Realität, im Realismus! Verlass deine drei 'Freunde', genüg dir selbst und such dir echte Partner!

Gleichheit und Eigentum

Aus dem Buch "Ändere die Welt!" von Jean Ziegler

Die Französische Revolution fand 1789 statt und gründete die Nationalversammlung, auch Nationalkonvent genannt.

Maximilien Robespierre war es, der 1792 in einem Brief verkündete, dass es darum gehe, auf den Trümmern des Thrones die heilige Gleichheit einzurichten. Er meinte damit die Gleichheit vor dem Gesetz und gleiche Chancen in der Politik. Die Gleichheit des Vermögens, von der das Volk ausging, meinte er nicht.

Robespierre erklärte im April 1793 vor der Französischen Nationalversammlung: "Die Gleichheit der Vermögen ist eine Schimäre (Hirngespinst)." Das private Kapital soll unangestatet bleiben. "Ich werde euch eure Schätze nicht wegnehmen." Der Adel, der Klerus, die Spekulanten, die Neureichen, all jene, die von der Not des Volkes profitierten, all jene, die damit beschäftigt waren, aus den revolutionären Umbrüchen Gewinne zu ziehen, atmeten auf. Mit dieser Erklärung öffnete Robespierre dem privaten Kapital den Weg zur Herrschaft in der Ersten französischen Republik, während des Direktoriums, dann im Kaiserreich und in allen Regimes, die folgten. Die Nationalversammlung stellte sich hinter Robespierre.

Gracchus Babeuf forderten die Abschaffung des Privateigentums, die Vergemeinschaftung des Bodens und der Produktionsmittel.

Babeuf schrieb: "Hinterlistige: Ihr schreit, dass der Bürgerkrieg vermieden werden müsse, dass man nicht die Fackel der Zwietracht ins Volk werfen dürfe, aber welcher Bürgerkrieg ist empörender als der Krieg, bei dem alle Mörder auf der einen Seite sind und alle Opfer schutzlos auf der anderen! Möge der Kampf beginnen um das Kapitel der Gleichheit und des Eigentums! Möge der Krieg der Reichen gegen die Armen endlich diesen Anschein grosser Kühnheit auf der einen Seite und grosser Feigheit auf der anderen einbüssen! Ja, ich wiederhole es. Alle Missstände sind auf ihrem Gipfel, sie können nicht schlimmer werden. Fassen wir das Ziel der Gesellschaft ins Auge! Fassen wir das gemeinsame Glück ins Auge und ändern wir nach tausend Jahren diese groben Gesetze!" Das Minifest der Gleichen, 1796.

Babeuf wurde der Verschwörung angeklagt und am 27. Mai 1797 geköpft.

Produktionsmittel

Produktionsmittel ist ein wirtschaftswissenschaftlicher Begriff und beschreibt diejenigen Arbeits- und Betriebsmittel, die zur Produktion oder Ernte von Gütern erforderlich sind. Dazu gehören zum Beispiel Gebäude, Verkehrs- und Nutzflächen, technische Anlagen, Maschinen, Geräte, Werkzeuge, Transport, Energie, Wasser und Wärme und alle Materialien, die zur Produktion nötig sind.

Die private Verfügungsgewalt über gesellschaftliche Produktionsmittel ist ein Machtfaktor, der letztlich immer zur Steuerung der Staatsmacht (auch in bürgerlichen Demokratien) und der öffentlichen Meinung durch private und staatliche Mediengruppen führt.

Small is beautiful

Nicht als gesellschaftliche Produktionsmittel erfasst werden die privaten Produktionsmittel, die ein Ein-Personen-Betrieb benötigt. Ein Schuster, ein Maler, ein Bauer, ein Gärtner, ein Autor arbeitet privat, solange er als freier Ein-Personen-Betrieb arbeitet. Aber auch eine Hausfrau arbeitet frei und was sie benötigt sind Lebensmittel, Reinigungsmittel, Textilien, Maschinen, Geräte, Werkzeuge, Wasser, Energie, Hausrat etc.

Systemrelevant

Alle anderen Betriebsarten sind unabhängig ihrer Grösse systemrelevant, weil 'Person und Produktionsmittel' nicht unbedingt eine Einheit bilden. Systemrelevante Produktionsmittel sollen den dort Wohnenden und/oder Arbeitenden gehören, also weder dem Staat noch einer aussenstehenden Gruppe von Personen.

Die Produktionsmittel gehen nicht an den Staat. Das in den kommunistischen Ländern betriebene Verstaatlichen ist falsch, denn der Staat ist in all seinen historischen Erscheinungsformen (als liberale Demokratie, als faschistische Militärdiktatur, als kommunistische Republik etc.) immer nur der Staat der herrschenden Klasse, das heisst das Instrument für Repression.

Oligarch

Was so schön und einfach tönt und ist, wird durch den Oligarchen vernichtet, der zum Beispiel die gesamte Produktion eines Betriebes zum Selbstkostenpreis erwirbt und als Ein-Personen-Betrieb zu horrendem Preis verkauft. Ein Volk hat sofort Not, wenn korrupte Menschen das Lebensnotwendige en gros einkaufen und ausser Landes bringen.

Die Pleonexia (Habsucht und Gier) ist kein Laster, zu dem die Menschen im Allgemeinen neigen! Doch reicht ein Mensch (z.B. Gasprinzessin Julija Tymoschenko oder Michail Chodorkowski), um gewaltigen Schaden anzurichten.

2014 lag der gesetzliche Mindestlohn in Bangladesch bei 51 Euro im Monat - 272 Euro im Monat beträgt das Existenzminimum einer vierköpfigen Familie. Die multinationalen Bekleidungsfirmen erzielen astronomische Gewinne, eine Jeans der Marke Spectrum Sweater wird in Genf für 66 Franken verkauf, die Näherin in Bangladesch bekommt davon 25 Cent! Der Gewinn aus ihrer Produktion geht "ausser Landes", Bangladesch hungert! Am 24.04.2013 stürzte ein 10-stöckiges Gebäude ein, 1138 Menschen, überwiegend Näherinnen wurden getötet, 2500 schwer verletzt. Das Subunternehmen entliess alle Überlebenden und zahlte ihnen sowie den Familien der Opfer nicht einen Cent Entschädigung. Die Tragödie ist kein Einzelfall. Aus dem Buch "Ändere die Welt!" von Jean Ziegler

Polizei! Guarda di Finanza!

Wenn die Polizei etwas fangen soll, dann sind es diese wenigen Parasiten unter den Menschen. Sie sind ja leicht zu erkennen! Nein, nicht um sie zu bestrafen, sondern um das Gestohlene der Allgemeinheit zurückzugeben. Den Menschen in Bangladesch, in der Ukraine, in Griechenland.

Diamanten sind international nur handelbar, wenn sie durch ein Exportzertifikat legitimiert sind. Die angolanische Herrscherfamilie und ihre Komplizen haben mit dem schweizerischen Zoll ein grossartiges Arrangement gefunden: Die illegalen Diamanten werden ins riesige Zollfreilager in Genf eingeliefert. Dort werden sie von Ein-Personen-Betrieben abgeholt - "entzollt" - und kommen auf den Markt. Der Kanton Genf, in dessen Boden bis dato noch nie ein Diamant gefunden wurde, gehört somit zu den grössten "Diamantenproduzenten" der Welt. Aus dem Buch "Ändere die Welt!" von Jean Ziegler

Im Jahr 2014 gibt es auf dem afrikanischen Kontinent 55 Dollarmilliardäre, während 35.2% (!) der Bevölkerung in Afrika unter schwerer Unterernährung leidet. Die meisten Milliardäre stehen in engen Beziehungen zu den Staatschefs. An der Spitze rangieren drei Frauen: Die älteste Tochter des angolanischen Präsidenten Eduardo dos Santos, Isabel dos Santos, besitzt ein Vermögen von 3.5 Milliarden Dollar. Ngina Kenyatta, Mutter des amtierenden kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta ist 5.4 Milliarden Dollar schwer. Und die Mitarbeiterin des ehemaligen nigerianischen Präsidenten Ibrahim Babangida, Folorunsho Alakija, hat ein persönliches Vermögen von 7.3 Milliarden Dollar. Aus dem Buch "Ändere die Welt!" von Jean Ziegler

So, Genfer Polizei, jetzt aber drauf! Eduardo dos Santos und seine Verwandten, die Familie Kenyatta und Frau Alakija sind leicht zu erkennen. Paul Biya, Präsident der Republik Kamerun und Söldner französischer Konzerne joggt über die Uferpromenade, gefolgt von vier jungen Genfer Kantonspolizisten. Er wohnt mehrfach im Jahr bis zu 44 Tage auf zwei eigens für ihn reservierten Etagen im Intercontinental, die Präsidentenmaschine steht derweil auf dem Flughafen Cointrin für 11'000 Franken - pro Tag. Michail Chodorkowski wohnt in Rapperswil-Jona, das erledigt die St. Galler Kantonspolizei!

Nein, machen wir nicht!

Nein, Herr Chodorkowski ist ein angesehener Herr und versteuert sein 15-Milliarden-Vermögen, er hat 2010 den deutschen Menschenrechtspreis und den russischen Globus-Literaturpreis, 2012 die Ehrenmitgliedschaft im russischen P.E.N.-Verband und 2013 in Polen den Lech-Walesa-Preis erhalten und unterstützt den Maidan in der Ukraine. Die Mutter des Herrn Kenyatta und die Tochter des Herrn dos Santos und die Dame Alakija des Herrn Babangida haben ihr Vermögen rechtens erschaffen, die vier Polizisten begleiten und beschützen den Präsidenten Kenia's Herrn Biya, der übrigens die Standgebühren des Flughafens anstandslos bezahlt.

Und Sie, Redaktoren der montagsZeitung, ihr hört jetzt auf und bezahlt eure Steuern - aus, fertig lustig! Was gehen uns die Menschen in Bangladesch, Angola, Kamerun, Kenia, Nigeria, Russland, Ukraine an? Hä! Wir sind ein Rechtsstaat und keine Bananenrepublik, wir stehen für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, unsere westlichen Werte, und im Bundeshaus steht: Einer für alle, alle für einen! Wir lassen nicht zu, dass einer von uns, der unsere Werte achtet, diffamiert wird.

Paradigma-Wechsel

Wenn es kein Geld mehr gibt, gibt es sofort Geld! Sobald jemand verspricht etwas zukünftig zu tun, wenn er die Ware jetzt erhält, schon haben wir Geld eingeführt! Das Versprechen, das Schuld-Papier, ist handelbar und so viel wert, wie unsere Bereitschaft, das Versprechen auch zu erfüllen. Das Risiko trägt der Gläubiger und er kann es als einziger auch tragen, wie Professor Sinn im Vortrag Staatsverschuldung und Generationengerechtigkeit mehrfach betont, denn für den Gläubiger ist das Gegebene entbehrlich, sonst könnte er es nicht geben.

Professor Sinn fordert einen Paradigma-Wechsel - doch wie steht es mit dem Vorsorgesystem fürs Alter: Was 'arbeiten' diese Gelder, die wir monatlich abführen, und 'arbeiten' sie auch dann noch, wenn wir sie benötigen? Arbeiten wir, die Pensionierten dann für die Rente, indem wir 800 Franken Rente erhalten, aber 1000 Franken Miete bezahlen, oder arbeitet ein Arbeiter in der Schweiz oder in Griechenland oder in Afrika für uns? Denn Geld kann nicht arbeiten! Unsere erwachsenen Kinder, die Jungen können für die Alten arbeiten - sonst niemand. Wenn du die Jungen in ein kapitalistisches System zwingst, sie bestrafst und überhaupt unfreundlich bist, dann werden sie dir das nicht danken und dich im Alter pflegen. Sie sind dann einfach mal weg. Und die 'Entwicklungsländer' werden sich auch emanzipieren und sich von deinem System abwenden, dass ihnen alles nimmt. Die Rechnung ist einfach: Die ersten und die letzten zwanzig Jahre arbeitet der Mensch kaum etwas, der Ertrag der mittleren 40 Jahre ist für alle bestimmt, die Mittleren arbeiten für die Jungen und die Alten. Nur das funktioniert, das mit den 'angesparten Guthaben' im Alter funktioniert nicht. Das weiss das Volk schon lange und lässt die Kapitalisten doch gewähren, es ist so träge und wird von niemandem vertreten.

Erster Paradigma-Wechsel: Das als Darlehen Gegebene ist nicht sakrosant (heilig) und kann enteignet werden (Schuldenschnitt, Erlass der Schulden, Sabbatjahr).


Professor Hubers Anliegen ist die hundertprozentige Verfügbarkeit der unbaren Zahlungsmittel, also die Guthaben auf den Girokonten. Diese Guthaben sollen wie Bargeld behandelt werden. Und neues Geld soll sowohl direkt und schuldlos an den Staat ausgegeben werden können wie auch als rückzahlbare Darlehen an die Banken. Es ist also ein gemischtes Schuld- und Guthaben-System, d.h. die langfristige oder "ewig" nötige Geldmenge bleibt als Staats- oder Volks-Geld unverändert erhalten, während die individuelle, variable Geldmenge als Darlehen gegeben wird.

Zweiter Paradigma-Wechsel: Jede Gesellschaft braucht eine konstante, schuldfreie Geldmenge.


"Im Allgemeinen besteht jedes ökonomische System aus Einheiten, die eher Überschüsse produzieren, und anderen, die eher Defizite erzeugen. Damit das System im Gleichgewicht bleibt, muss es Mechanismen zum Überschussrecycling haben, die dafür sorgen, dass die Überschüsse von den städtischen Zentren in die ländlichen Gebiete fliessen, von den entwickelten Regionen in die weniger entwickelten und so weiter." Yanis Varoufakis, Der Globale Minotaurus.

"Dieses Hirngespinst vom 'Trickle down effect' (das Durchsickern von Reichtum von oben nach unten) konnte nur in den Köpfen von Ökonomen mit jüdisch-christlichem Hintergrund entstehen. Es ist das genaue Abbild der absurden Schimäre des Paradieses. Im Paradies erwaret euch ein besseres Leben. Das Dumme ist, dass niemand euch sagt, wann dieses grossartige Paradies kommen wird. Was nun den 'trickle down effect' betrifft, so ist die Antwort klar: niemals." schreibt Richard Sennett und weiter: "Tatsächlich könnte die Wirtschaft mit einer kleinen Elite und der zunehmenden Automatisierung funktionieren. Etwa 30 Prozent der gesamten Arbeitskraft eines Industrielandes würden ausreichen, um die Ökonomie aufrechtzuerhalten. Bei den übrigen 70 Prozent stellt sich daher ein Bewusstsein über ihre Nutzlosigkeit ein. Der un-, unter oder unnötig beschäftigte Teil der Bevölkerung, der in der Kultur des Kapitalismus marginalisiert wird, muss durch neuartige Beschäftigungsverhältnisse, vor allem im sozialen Bereich wieder „nützlich“ gemacht werden."

Alles richtig, aber die 'neuartigen Beschaftigungsverhältnisse' müssen klar genannt werden: Freie Zeit, Kreative Zeit, Lebens Zeit, Glückseligkeit.

Verbinden wir die beiden in sich gleichen Aussagen von Varoufakis und Sennett muss neues Geld immer in der Perifierie, also an die äussersten Gliedern der Gesellschaft ausgegeben werden, was nichts anderes bedeutet als jedem einzelnen Menschen. Geld soll nicht von oben nach unten durchtröpfeln, sondern von unten nach oben steigen.

Dritter Paradigma-Wechsel: Neues Geld wird als Grundeinkommen jedem Bewohner nach grossen und kleinen Köpfen ausgegeben.

Kein System

Die Kräfte sind nicht gebündelt und die Kapitalisten haben leichtes Spiel, indem sie steigende Kosten und Zinsen und Arbeitslosigkeit prognostizieren. Sie werden an die 'Vernunft' der Stimmberechtigten appellieren und Erfolg haben, weil die einzelnen Paradigmen kein System bilden und insbesondere weil in den Parlamenten nur Kapitalisten sind - wir haben eine Einheitspartei: SPGRÜNELIBERALECVPEVPFDPBDPSVP!

Der Adler

"Wir vergessen leicht, dass die Staatsschulden und die Verluste der Banken nur eine Seite der Krise sind. Die andere Seite derselben Medaille ist das akkumulierte Kapital (in Europa, aber auch weltweit), das derzeit nicht produktiv investiert wird." Yanis Varoufakis.

Siegel des Präsidenten der USA
Siegel des Präsidenten der USA

Das akkumulierte Kapital wartet wie ein Adler. Ist die Beute nicht verlockend, bleibt es sitzen. Und dieses Sitzen führt zu weiteren Krisen, weiterer Verschuldung und das Schuldgeld akkumuliert sich wieder als Kapital und füttert die Adler automatisch. Erheben und stürzen sie sich auf eine Beute, akkumulieren sie noch weit mehr. Das akkumulierte Kapital ist ein Parasit der Gesellschaft und muss verunmöglicht werden.

Damit haben wir die Adler etwas erschreckt - mehr nicht! Noch immer stehen ihnen der ganze Waren-, Boden-, Wissensmarkt und die Börse offen. Nach Herzenslust können sie Lebensmittel oder Energie kaufen und exportieren; oder Boden kaufen und verpachten; oder Patente erwerben und Gebühren verlangen und das Produzieren verbieten; oder ganze Firmen übernehmen und sie stilllegen und ihr die Produktionsmittel entnehmen.

Wie gesagt, es gibt wenig Menschen, die machtbesessen sind. Doch es reicht ein Adler um Abertausende Menschen in Not und Elend zu bringen. Es ist sinnlos, Adler abzuknallen, weil sofort ein neuer kommt. Oder wir mittels Gesetzen gezwungen werden, Jungadler zu werden (Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge). Wir müssen als Gesellschaft auf Gleichheit pochen, es darf unter uns keine Herren, keine Adler geben. Niemand darf mehr haben, als er heute braucht.

Niemand darf mehr haben, als er heute braucht

Auch das ist uns altvertraut und wir beten es zweiundfünfzigmal im Jahr und an den Feiertagen: "Gib uns heute unser täglich Brot." Wir beten nicht: Gib uns heute unser täglich Brot und noch unendlich Brote für morgen dazu - aber wir gieren danach. "Vergib uns unsere Schuld" beten wir nicht, weil wir keine Schulden haben! "... wie auch wir vergeben unseren Schuldigern" macht dann auch keinen Sinn, denn ich bin ja rein!

Und so sitze ich in der Kirche und fühle mich rein und gut. Und denken: Wenn nur alle so wären wie ich, dann hätten wir keine Kriege. Wir wünschen einander Frieden und gehen frohgemut auseinander, um uns am nächsten Sonntag wieder zu begegnen.

Vielleicht sollten wir Jesus am Kreuz durch einen Adler ersetzen, statt einem Hahn einen Adler aufs Dach der Kirche setzen. Oder vielleicht sollten wir die Händler und Wucherer aus dem Tempel treiben.

Step by step zum Realismus

"Die Entartung des Menschen begann mit dem Tausch." Was gegen was getauscht wird, ist einerlei. Seiner Art entsprechend kann der Mensch nur sein 'täglich Brot' nehmen - und dann kamen die Mythen und Religionen und er begann, für das Selbstverständliche zu danken, mehr zu nehmen, als er brauchte, und zu tauschen - statt zu schenken.

Und jetzt müssen wir die groben Gesetze vorwärts gehend auflösen. Step by step zum Realismus, der noch immer rechnet, und dann weiter. Rechnen wir:

Was verdient unsere Gesellschaft und wofür gibt sie das Geld aus?

Unser Brutto-Inland-Produkt (BIP), also das, was wir alle zusammen in der Schweiz an Löhnen und Gewinnen verdienen, beträgt 665 Mia. Franken. Davon gehen:

Es bleiben noch 27%: Für den Konsum! Lebensmittel, Kleider, obligatorische Versicherungen, denn AHV/IV, ALV, BVG, KK sind in der Staatsquote der Schweiz nicht enthalten, andere Versicherungen, Energie, Entsorgung, Auto, öV, Bildung, Freizeit, Ferien etc. Die mageren 27 Prozent, die im Sandwich zwischen Kapital und Staat sind, sind die Realwirtschaft! Und die 27%, die wir effektiv im Portemonnaie haben, werden immer weniger, das Volk wehrt sich und will mehr Luft - verständlich!

Unter Kapitalquote verstehen wir alle Abgaben, die aufgrund der Eigentumsverhältnisse geschuldet sind. Wir möchten wissen, was uns das Kapitalwesen kostet - wie wir wissen, was uns das Staatswesen kostet. Was kostet uns der Kapitalismus pro Jahr? 266 Mia. Franken!

Ziel des Realismus ist, die Realquote von heute 27% möglichst nahe an 100% zu führen

Mit den 266 Mia. Franken - das sind 2'770 Franken pro Monat und Kopf der Bevölkerung -, die uns der Kapitalismus kostet, möchten wir stattdessen das Grundeinkommen finanzieren, damit niemand Angst hat, mit der Umstellung habe er kein Einkommen mehr. Oder wir können Realwirtschaft und Staat unverändert belassen und nur noch 60% (3 Tage) arbeiten. Oder wir können die Staatsaufgaben auf das Notwendige beschränken und noch 30% (1.5 Tage) arbeiten. Oder ... Die Realwirtschaft beginnt wieder zu leben, die Menschen haben Zeit für Bildung, Freizeit und Ferien. Wir, das Heer der vom Kapitalwesen Unterdrückten, möchten Step by Step zu einer vollen Realwirtschaft gelangen und die Forderung nach Freiheit und Gleichheit verwirklichen.

Ein Heer von Untertanen

die Mieter und Pächter
die Arbeitnehmer
die Darlehensschuldner (Hypotheken etc.)
die Lizenznehmer

bilden ein Heer von Untertanen, die das Kapital füttern.

Den Adler, den Minotaurus wie Yanis Varoufakis sagt, möchten wir nicht weiter füttern und ihm das Rauben verunmöglichen.

Übrigens sind die die vier Vorschläge, die Yanis Varoufakis in seinem Büchlein "Bescheidener Vorschlag zur Lösung der Eurokrise" (2015) macht, ganz vernünftig - sofern man innerhalb des kapitalistischen Systems überhaupt von Vernunft sprechen kann. Er fordert:

(1) Bei Liquiditätsproblemen einer privaten Bank saniert oder liquidiert die EZB diese Bank, ohne einen Staat zu Kreditaufnahmen zu zwingen.

(2) Die EZB übernimmt auf Wunsch eines Mitgliedes bei Fälligkeit dessen Staatsanleihen, das Mitglied schuldet der EZB diesen Betrag und wird ihn später mit Zinsen (kleiner 2% p.a.) begleichen.

(3) 8 Prozent des BIP der Euroländer werden in die REALWIRTSCHAFT investiert, die Länder beteiligen sich mit 50% am EZB-Fonds, der Kapitalmarkt beteiligt sich zur anderen Hälfte. Die Beteiligungen der Länder, die kein Geld haben, werden aus den Erträgen der Investitionen bezahlt.

(4) Die TARGET2-Gewinne, die die EZB-Landesniederlassungen generieren, fliessen nicht mehr in das jeweilige Land, sondern werden für soziale Notprogramme im Euroraum verwendet.

Die Weigerung insbesondere Deutschlands darauf einzugehen, ist unverständlich. Unbeirrt und stur hält die Deutsche Regierung an der Austeritätspolitik fest. Die Deutsche Regierung scheint gar nicht zu begreifen, was Kapitalismus ist: Systematische Ausbeutung der Menschen.

Daran ändert auch der bescheidene Vorschlag Yanis Varoufakis nichts! Aber der Vorschlag verschafft Europa Luft, um den Kapitalismus geordnet und gemeinsam aufzugeben. Die meisten Massenmedien haben das Büchlein nicht erwähnt (dafür Varoufakis' Mittelfinger tagelang). Die wenigen, die es taten, taten das Büchlein als bescheiden ab.

Austeritätspolitik

Zebra

Die Austeritätspolitik verlangt, die Staatsquote (Steuern) zu erhöhen und gleichzeitig die Staatsausgaben zu senken. Die Differenz kommt nicht der Realwirtschaft, sondern via höherer Kapitalquote dem Kapital zugute. Das schreckliche Bild der Vergewaltigung eines freien Lebewesens, das springen soll (erhöhen) und gleichzeitig zurückgerissen wird (senken), alles nur zur Befriedigung des auf ihm hockenden Kapitalisten, ist das Bild der Austeritätspolitik. Die gebückten, den Balken haltenden Untertanen sind wir.

Wir haben auch die Tiere enthäutet, Zaumzeug und den Sattel genäht, den Herrn eingekleidet und ihm das Frühstück serviert, das Zebra gefangen und gesattelt und wir strafen einander, wenn der Herr es befiehlt. wikipedia.org

17.05.2015

Austeritätspolitik

In Österreich findet im Sommer ein Volksbegehren bezüglich eines Euro-Austrittes statt. Wie das Thema Euro-Austritt in den anderen EU-Ländern diskutiert wird, so zum Beispiel in Holland oder Finnland, darüber schweigt die angeblich freie Presse beharrlich. In der EU-Diktatur wird über so etwas nicht berichtet. Auch nicht, dass Kärnten, ein Bundesland in Österreich, pleite ist.

17.05.2015

Endlich: Die Schweiz hilft der Ostukraine!

Bern, 15.05.2015 - Die Schweiz hat am 15. Mai 2015 einen Konvoi mit 300 Tonnen chemischen Produkten zur Trinkwasseraufbereitung in den Osten der Ukraine geschickt, um in der Region Donetsk rund 3,5 Mio. notleidende Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Dieser humanitäre Konvoi ist der erste seiner Grösse.

13.05.2015

radiovaticana.va

„Warum wollen so viele Regierenden nicht den Frieden? Weil sie vom Krieg leben! Es ist die Waffenindustrie – das ist schwerwiegend! Einige Mächtige verdienen mit der ,Fabrik der Waffen‘, verkaufen Waffen an verfeindete Länder. Das ist die Industrie des Todes. Wenn wir sehen, dass das Wirtschaftssystem um das Geld kreist, und nicht um die menschliche Person… Man opfert viel und führt Krieg, um das Geld zu verteidigen! Deshalb wollen so viele Menschen keinen Frieden: Sie verdienen mehr mit dem Krieg. Man verdient Geld, aber verliert Leben, Kultur, Erziehung, so viele Dinge.“ sagt Papst Franziskus am Montag, 11. Mai 2015

Er besuchte am vergangenen Gründonnerstag erneut eine italienische Haftanstalt und wusch dort jungen Häftlingen die Füße. „Gott vergibt alles“, schärfte Franziskus seinen Zuhörern in der Audienzhalle ein: „Wir sind es, die nicht vergeben können. Denn es ist einfacher, die Gefängnisse zu füllen, als dem zu helfen, der im Leben einen Fehler gemacht hat.“

Ihr, liebe Redaktion, scheint in Papst Franziskus einen Freund und Fürsprecher zu haben, auch ich gehe mit euch einig.

11.05.2015

Drei Freunde

Der andere Dödel am anderen Ende der Welt ist Japan. Darf auch hin und wieder mitmachen, wie Deutschland. Auch die japanische Zivilbevölkerung wurde von einem der drei Freunde hingerichtet, wie die deutsche vom anderen.

11.05.2015

Das Kapital leistet auch etwas

Das Kapital leistet auch etwas: Es sagt uns, wer die guten Volksvertreter sind und worüber wir uns aufregen sollen: Heute über die Lügen Obamas. Morgen nimmt es das Thema wieder weg und bringt etwas anderes.

11.05.2015

Das ist doch Wahnsinn!

Von 660 Franken, die einer verdient, gehen 220 Franken als Entschädigung an den Staat und 260 Franken als Entschädigung an das Kapital, das ist doch Wahnsinn! Mehr als für den Staat, der etwas leistet (Schulen, soziale Sicherheit, Infrastruktur), geht an das Kapital - was leistet das Kapital? Nichts.

11.05.2015

Verteilung des Realeinkommens

Schaffen wir es, die Realquote möglichst an 100 Prozent zu führen, stellt sich die Frage, wie wir die Realerträge verteilen. Noch immer kann einer behaupten, dass seine Stunde 10'000 Franken wert sei und die des anderen 10 Franken und die der Vielen, die 'nicht arbeiten' (die 'Nutzlosen') überhaupt nichts erhalten.

Ein Grundeinkommen, das aus dem Realeinkommen gespeist wird, ist unabdingbar. Nur, wie soll ein Teil des Realeinkommens ins Grundeinkommen gelangen? Geben wir das Grundeinkommen als Vorschuss durch die Zentralbank einfach jedem aus, was sehr einfach zu realisieren ist, - aber wie erhält die Zentralbank die ausgegebene Summe wieder, indem sie einfach einen Teil des Geldes einzieht, welchen Teil, von wem?

11.05.2015

Die Realwirtschaft

Der Text zum dritten Paradigmawechsel ist sehr informativ! "Etwa 30 Prozent der gesamten Arbeitskraft eines Industrielandes würde ausreichen, um die Ökonomie aufrechtzuerhalten. Bei den übrigen 70 Prozent stellt sich daher ein Bewusstsein über ihre Nutzlosigkeit ein."

Genau das denke ich auch, dass sehr viele Arbeiten nutzlos sind!

Die Schimäre von der 'Vollbeschäftigung' ist Unsinn. Wozu haben wir Maschinen erfunden und alles rationalisiert? Doch nicht, um unverändert seit Beginn des Industriezeitalters im 18. Jahrhundert immer gleichviel, nämlich bis zur Erschöpfung, zu arbeiten!

Die Realwirtschaft im Sandwitch zwischen Kapital, das nicht arbeitet, und Staat, der die nutzlosen Arbeiten generiert. Eine sehr treffende Aussage der montagsZeitung.

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