Seit nun bald 12 Jahren gefährdet die USA den Weltfrieden. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001, die genauso "aufgeklärt" wurden wie die Anklage gegen die "Achse des Bösen" - nämlich überhaupt nicht, bedroht die USA die Vereinten Nationen und die Atlantikcharta von 1941.
Diese Atlantikcharta umfasst folgende Punkte:
Der dominanteste Aggressorstaat ist die USA, sie foltern, exekutieren, führen Kriege ohne Zustimmung der UNO, verhindern das Recht auf nationale Selbstbestimmung, verunmöglichen den freien Zugang zu Welthandel und Rohstoffen, diktieren die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, akzeptieren die internationale Friedensordnung nicht und verzichten nicht auf Gewalt.
Die USA ist nicht der Retter der westlichen Welt, als den sie in unseren Geschichtsbüchern aus dem zweiten Weltkrieg gerne dargestellt wird. Die Vereinten Nationen müssen darauf drängen, dass die USA entmilitarisiert wird. Jeder Staat soll es der Schweiz gleichtun und mit den USA keine Rüstungsgeschäfte machen und die Währungsreserven in US-Dollar abbauen, bis die USA entmilitarisiert ist. "Der Bund macht keine Rüstungsgeschäfte mit den USA und weist die Nationalbank an, Währungsreserven in US-Dollar abzubauen. Er kann weitere Massnahmen beschliessen." Art. 54 Abs. 2bis (neu) BV
Was hat das für Folgen für die USA? Wenn eine Zentralbank keine US-Dollar annimmt, ist die USA gegenüber dieser Währungsgemeinschaft so zahlungsunfähig, wie wenn du im Portemonnaie nur Monopoly-Geldscheine hast. Innerhalb der USA können die Menschen mit diesem Geld arbeiten, aber ausserhalb nichts kaufen.
Was hat das für Folgen für die Schweiz? "Als Wirtschaftspartner ist für uns das Bundesland Baden-Württemberg allein so bedeutend wie die USA!" sagt Bundesrat Didier Burkhalter. Wir können gut ohne die USA leben und die meisten Länder dieser Welt ebenfalls, denn die USA verbraucht weit mehr als sie der Welt gibt.
Natürlich weiss dies auch die USA und seit 12 Jahren verfolgt sie einen brutalen Neo-Kolonialismus und versucht, ihren Herrschaftsbereich auf fremde Staaten auszudehnen. Die Syrischen Rebellen sollen für sie die Erdölfelder bewirtschaften - und erhalten dafür US-Dollar. "Um die Währung der USA in ihrer Bedeutung und ihrem Wert zu mindern, haben einige Länder eine Abkehr vom US-Dollar und einen Wechsel zum Euro in der Vergangenheit vorgenommen (Irak während der letzten Jahre der Herrschaft Saddam Husseins, jedoch unter US-Führung wieder zurückgestellt auf US-Dollar und Syrien) oder für die Zukunft vorgeschlagen (Iran, Venezuela, Russland, China, Japan und Frankreich, 2008)." schreibt Wikipedia.
Aufgrund der gegenseitigen Kontrolle der Mitgliedsstaaten würde sich der Euro als Leitwährung allemal besser eigenen als der unkontrollierbare US-Dollar, dessen Gesamtvolumen (M3) seit dem Jahr 2006 nicht einmal mehr bekanntgegeben wird (und auch dagegen protestiert niemand).
Gaddafis Libyen wollte eine afrikanische Währungsunion – mit einem afrikanischen, edelmetall- oder ölgedeckten Dinar als Leitwährung. Wäre dieser Plan aufgegangen, hätte Libyen sein Öl dann weiter gegen grundsätzlich wertlose Dollar verkauft?
Kaufst du Wertpapiere, die auf wertlose Dollar lauten? Gaddafi musste beseitigt werden, weil die "nationalen Interessen der USA", der Oligarchen, auf dem Spiel standen.
"Assad muss beseitigt werden", sagen die Oligarchen und lassen die Kriegs-Propaganda-Maschinerie laufen.
Wir wurden bei jedem Krieg in den letzten Jahrzehnten nicht nur von Diktatoren, sondern auch von Demokraten systematisch belogen. Immer wieder wurden gezielt Kriegsgründe erfunden, um Kriegsbegeisterung zu wecken und Kriege führbar zu machen. Diktatoren lügen, doch wenn Demokratien lügen, die Wahrheit verfälschen, wenn Werbeagenturen wie Hill & Knowlton falsche Kriegsgründe produzieren und die Öffentlichkeit gezielt täuschen, wie im ersten und zweiten Golfkrieg, dann stirbt nicht nur die Wahrheit, sondern auch die Demokratie und die Freiheit.
"Wer aus Syrien berichtet, trifft überall auf Lügen: über die Anzahl der ausländischen Kämpfer unter den Assad-Gegnern, über Misshandlungen von Regime-Anhängern, über das Ausmass des konfessionellen Hasses." schreibt die Süddeutsche Zeitung.
Parteien sind eine Erfindung der Oligarchen (Mensch, der durch seinen Reichtum über ein Land oder eine Region weitgehende informelle Macht ausübt) und basiert auf der uralten Taktik "teile und herrsche" (divide et impera), mit der selbsternannte “Eliten” seit Jahrtausenden ihre Macht über andere sichern.
Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer, Arbeitnehmer gegen Erwerbslose, Firmenstandort A gegen Firmenstandort B, "Schweizer" gegen "Ausländer", Linke gegen Rechte, Nichtraucher gegen Raucher, Erwerbstätige gegen Rentner etc.
Der Trick ist, diese Gruppen oft überhaupt erst mit einer Gruppenidentität gesellschaftlich zu konstruieren (durch Massenmedien) und dann die Ursache ihrer Probleme den jeweils dagegen in Stellung gebrachten “Anderen” in die Schuhe zu schieben.
Weil es in den meisten Fällen zwischen den hergestellten Gruppen tatsächlich Privilegien- und Machtunterschiede gibt, wird damit insbesondere verhindert, dass gesellschaftlich stärkere Gruppen “nach oben”, d.h. die Oligarchen treten – sie sind ja mit dem Treten des "Anderen" beschäftigt.
Es sind die Oligarchen, die lachen, wenn sich Palästinenser und Israeli an den Friedensverhandlungen hauen oder Menschen als "Regierung" und "Rebellen" einander in Syrien umbringen. Ihre Rechnung ist aufgegangen. Wenn nun aber Palästinenser und Israeli sich zusammensetzen (nicht unbedingt zusammenschliessen) und gemeinsam "nach oben" dem Oligarchen in die Augen schauen, dann wird es anders.
Wenn ich überlege, was ich selbst und meine Bekannten für Ängste haben, die von unserem kapitalistischen System auf die eine oder andere Art gefördert werden, kommt in der Tat Einiges zusammen: Angst …
vor Überarbeitung,
vor zu wenig Zeit,
vor Arbeitslosigkeit,
vorm sozialen Abstieg,
vor Nichts-Wert-Sein,
vor Nicht-Schön-Genug-Sein,
vor Nicht-Clever-Genug-Sein,
vor Nicht-Reich-Genug-Sein,
vor Umweltkatastrophen (Klimawandel, AKWs, …)
vor sozialen Katastrophen (Krieg und Co),
vor Nicht-Geliebt-Werden,
vor Zu-Viel-Geliebt-Werden,
vor Vereinsamung,
vor Ausgenutzt-Werden,
vor der Konkurrenz,
vor den NachbarInnen,
vor EinbrecherInnen,
vor Fahrrad- und AutodiebInnen,
vor Terrorismus und Extremismus,
vorm Kranksein,
vorm Alter,
vor Nicht-Ausreichend-Versichert-Sein,
vorm Überwachungsstaat,
vor der Polizei,
vorm Gefängnis,
vor Nicht-Ernst-Genommen-Werden,
vor keinem Sinn im Leben,
vor Impotenz,
vor Angesprochenwerden auf der Strasse,
vorm Fremden-In-Die-Augen-Gucken,
…
Oioioi, wenn ich das selbst so lese, klingt das, als seien ich und mein Bekanntenkreis ganz schön neben der Spur. Tatsächlich scheint mir das aber der normale Alltag in unserer “freien” Gesellschaft zu sein (wer nicht mindestens die Hälfte aller oben genannten Ängste hat, wird von mir zu einer Waffel eingeladen). Die beste aller Welten?
Und wie steht’s mit dem Chaos? Sieht doch eigentlich ganz ordentlich aus draussen auf der Strasse. Drinnen im Haus. Am Arbeitsplatz. Im Jobcenter. Im Fernsehen. Na gut, im Fernsehen manchmal in den Nachrichten (in dem Teil zwischen Bundesrat und Börsendaten - früher waren es die Lottozahlen) nicht wirklich. Da sieht’s gelegentlich kurz chaotisch aus. Aber hat das was mit Kapitalismus zu tun?
Hat Klimawandel was mit Kapitalismus zu tun? Oder Spielsucht? Oder Hunger? Krieg? Regenwaldschwund? Das Sterben an heilbaren Krankheiten? Übergewicht? Rassismus? Totgefischte Meere? Oder das Verarmen grosser Bevölkerungsteile in immer mehr Ländern (Griechenland, Haiti, Argentinien, USA, Somalia, …)? Landgrabbing? Tierausbeutung? Die Verdrängung ökonomisch benachteiligter Gruppen aus ihren Stadtvierteln?
Und wie steht’s mit der Marktwirtschaft: Ist sie mehr als die Abwesenheit von planvollem Wirtschaften? Oder doch einfach nur planloses Wirtschaften? Ein nicht-organisierter (und somit natürlich auch nicht demokratisch strukturierter) Raum? Schlicht das Recht des ökonomisch Stärkeren? Also eine enge Vertraute des Chaos?
So wie die Beziehungen zwischen den Nationalstaaten? Für die aus dem kapitalistisch-chaotischen Prinzip “Konkurrenz” folgt, dass sie “Wachstum” und “Standort” wichtiger behandeln als Klima, Böden, Wälder, Meere, also die Grundlagen menschlichen Lebens auf dem Planeten.
Hm.
Ein Freund hat mal gemeint, dass in den Medien alles immer so negativ aussieht. Jetzt hab ich gleich mit meinem Artikel dieses Cliché bestätigt. Peinlich.
Ich hab’s, ich schliesse einfach mit meiner positiven Sicht darauf, zu was diese Menschheit meines Erachtens auch fähig wäre. Gemeinsame Befreiungskämpfe. Kollektive Selbstbestimmung. Klassenlosigkeit. Gerechtigkeit. Vielfalt. Wirkliche Demokratie, nämlich von unten. Freie Entfaltung jedes/jeder Einzelnen in solidarischen Gemeinschaften. Leben und leben lassen. Buen Vivir. Auflösung von konstruierten, Diskriminierung Vorschub leistenden Kategorien wie Geschlecht, Nationalität, Ethnie, Intelligenz oder Kapitalbesitz/-nichtbesitz. Stattdessen Offenheit und Neugierde auf die Anderen. Zeit zum sich Zuhören. Zeit zum Sein statt Zeit fürs Haben. Immer weniger Arbeit. Immer mehr soziale Entwicklung. Apfelsaft für alle.
Geht nicht? Hm. Wer das so schnell sagt, ohne jahrelang immer mal wieder darüber nachgedacht und mit FreundInnen darüber diskutiert zu haben, den oder die verdächtige ich, entweder Angst davor oder kein Interesse daran zu haben. Das mit der Angst wäre verzeihlich (wäre ja nur eine Angst mehr, die uns dieses System einbrockt), sollte aber kein Hinderungsgrund sein, nicht doch mal heimlich mit der besten Freundin oder dem liebsten Kuscheltier darüber zu philosophieren.
Ich habe die Tageszeitung abbestellt. Warum bringen die Massenmedien dauernd Nachrichten des Grauens?
14:30 Opferzahl nach Zugunglück in Mexiko steigt
14:28 Toter bei Flugzeugabsturz bei Sarnen
11:35 Bülach: 15-jähriges Mädchen von Auto angefahren und schwer verletzt
09:32 Kind in China die Augäpfel entfernt
Nutzen uns diese Informationen, ändern wir unser Verhalten, haben sie irgendeinen Wert? Ja, sie verbreiten Angst und Schrecken. Sie lähmen uns, nehmen uns die Freude, die Unbefangenheit, die Geborgenheit. Wir möchten diese Unglücke und Verbrechen nicht, verlangen Abhilfe, Massnahmen, Strafen. Ein willkommenes Stichwort für die verschiedenen Parteien.
Die mutmassliche Täterin in China ist bereits gefasst.
Der sollte man doch auch die Augen, oder erschiessen sollte man sie, oder einsperren sollte man sie, jahrelang bei Wasser und Brot. Und die Mittäter, den Organempfänger, die Ärzte auch.
"Wir lebten im jüdischen Sektor von Warschau“ fing er langsam an. Es waren die ersten Worte, mit denen er mir gegenüber von sich selbst sprach. „Meine Frau, unsere zwei Töchter und unsere drei kleinen Jungen.
Als die Soldaten unsere Strasse erreichten, stellten sie alle an die Mauer und eröffneten mit Maschinengewehren das Feuer. Ich bettelte, dass sie mir erlauben würden, mit meiner Familie zu sterben, aber da ich Deutsch sprach, steckten sie mich in eine Arbeitsgruppe.“
Er unterbrach seinen Bericht, vielleicht weil er wieder seine Frau und seine fünf Kinder vor sich sah. „Ich musste mich dann entscheiden“, fuhr er fort, „ob ich mich dem Hass den Soldaten gegenüber hingeben wollte, die das getan hatten.
Es war eine leichte Entscheidung, wirklich. Ich war Rechtsanwalt. In meiner Praxis hatte ich zu oft gesehen, was der Hass im Sinn und an den Körpern der Menschen auszurichten vermochte. Der Hass hatte gerade sechs Personen getötet, die mir das Beste auf der Welt bedeuteten.
Ich entschied mich dafür, den Rest meines Lebens - ob nur wenige Tage oder viele Jahre - jede Person, mit der ich zusammenkam, zu lieben."
Dieser Mann war von 1939 bis zum Kriegsende im Konzentrationslager. Er war ein aussergewöhnlicher Mensch, der in einer aussergewöhnlichen Situation die Vergebung als seinen Weg gewählt hatte.
Es ist wichtig, wie dieser Mann zu erkennen, dass der einzige Weg, um einen anderen Menschen zu ändern, um die Täter zu ändern, nicht der Weg des Hasses ist, sondern der Weg der Vergebung.
Wenn wir den Weg der Vergebung gehen, dann haben wir keine Gewähr, dass unser Angebot der Vergebung angenommen wird. Aber durch die Vergebung kommt unsere eigene Seele zur Ruhe, sie findet ihren Frieden, sie ruht in sich selbst und wird nicht von Hass und Rache zerfressen.
Der Weg der Vergebung bietet aber die grosse Chance der Versöhnung: Versöhnung geschieht immer dann, wenn wir jemandem vergeben und dieser die Vergebung annimmt. Versöhnung ist etwas ganz Wundervolles!
Es ist eine leichte Entscheidung, wirklich: Liebe dich und liebe jede Person, mit der du zusammen bist, wie dich selbst. Nimm es dir einfach vor! Du wirst dich zu Beginn ganz hilflos fühlen und merken, wie sehr wir auf grundsätzliche Ablehnung der eigenen Person und des Nächsten getrimmt sind.
Damit beschliessen wir die hundertste Ausgabe der montagsZeitung und wünschen dir eine ganz tolle Woche und liebevolle Wochen für immer.
02.09.2013
Es gibt nicht so etwas wie die USA, auch gibt es nicht so etwas wie Amerikaner. Es sind immer Individuen.
Es gibt überall solche und solche Menschen. Ich lebe an einer kleinen Strasse in Zürich, es ist sehr friedvoll hier. Es hat einen japanischen Sushi Shop, daneben einen türkischen Kebab Shop, auf der anderen Seite ein italienisches Restaurant und daneben einen von Jugoslawen geführten Kiosk. Es gab nie Streit, nie Lärm, es ist sehr friedvoll, seit Jahren; ausser jemand der gestern Nacht um 02:00 Uhr "Türke use" geschrien hat. Aber auch das verhallte in der Ruhe die hier herrscht. Zum zweiten Schreiber, falls Sie jüdisch sind (für mich ist die jüdische Kultur sehr faszinierend) empfehle ich diesen Film: [link] ich werde mir diese Dokumentation ansehen ohne zu urteilen. In diesem Sinne Friede für alle und allen einen schönen Abend.
Zürich
Ghost
02.09.2013
Festhalten im positiven Sinne, da wenn freiheitsliebend, loslassen ratsam wäre, aus freien Stücken anziehend, Hauptsache sie schreibt :) gerade aus dem Büro geschlüpft, suchte ich die letzten Sonnenstrahlen und wurde fündig. Unterwegs lese ich, was diese Frau schreibt und ein gutes Gefühl erfasste mich. Geborgenheit, Weisheit .. vieles ist nicht neu (Dalai Lama vs. Darwin) aber wie es geschrieben ist (gebildet, kultiviert, erzählerisch packend.)
Gruss aus Zürich
Ghost
02.09.2013
Herzlichen Dank für die Worte in der heutigen Montagszeitung, es spricht mir aus dem Herzen. Speziell, absolut treffend und sehr berührend.