26. August 2013
Menschen im Zentrum
Leserbriefe
Drei Weihern St. Gallen

Job-Killer Alter

In der letzten montagsZeitung haben wir von einem Mann berichtet, der bestens qualifiziert mit 45 Jahren seinen Job kündigte und seither keine Arbeit mehr findet. BLICK hat das Thema aufgenommen und schildert das Schicksal einer Frau (54), die ebenfalls bestens qualifiziert seit 10 Jahren vergebens einen Job als Personalfachfrau oder Detailhändlerin sucht.

In vielen Verkaufsfilialen ist der oder die Geschäftsleiterin unter 30 Jahre alt und sie getraut sich nicht, fast doppelt so alte MitarbeiterInnen anzustellen. Lieber etwas unter 30, damit sie "ins Team" passen, und die Auswahl ist ja gross. Vom VOLG haben wir gehört, dass auch über 50 Jahre alte MitarbeiterInnen angestellt werden, weil diese über Lebenserfahrungen verfügen und der Arbeit sehr pflichtbewusst nachgehen und kaum mehr die Arbeitsstelle wechseln, also eine wertvolle und langjährige Kundenbeziehung aufbauen können.

VOLG ist ein schönes Beispiel, es gibt aber viele schlechte. Insbesondere Franchiseunternehmen wie zum Beispiel Coop-Tankstellen nehmen zwar ältere Mitarbeiter, bieten jedoch miserable Arbeitsbedingungen. Statt in jeder Schicht mindestens zwei Angestellte zu haben, wird nur in der Frühschicht, wenn die Waren angeliefert werden, zu zweit gearbeitet, in der Spät- und Nachtschicht wird nur eine aufgeboten, die mit Kasse, Laden und Café mit ofenfrischen Brötchen, Reinigung überfordert ist, ein grösseres Risiko hat, überfallen zu werden, und während der Arbeit kaum aufs WC kann. Ganz schlaue Inhaber achten darauf, dass keine ihrer Aushilfen im Jahr so viel verdient, dass eine obligatorische Vorsorgeversicherung abgeschlossen werden muss. Sie haben einen grossen Pool von Angestellten, die sie jederzeit abrufen können. Der Inhaber, der oft mehrere Tankstellen führt, "verdient" zusätzlich die eingesparten Löhne und die nicht bezahlten Vorsorgegelder.

Keine Arbeiterin kann von einem Höchst-Jahreslohn von 21'000 Franken (Bruttolohn 1'750 Franken pro Monat) leben und so wird sie versuchen, bei mehreren Arbeitgebern auf Abruf angestellt zu werden. Damit geht sie das Risiko ein, beim einen in Ungnaden zu fallen, wenn sie nicht einspringen kann, weil sie bereits an einem anderen Ort arbeitet. Begehrt sind daher Jobs als Hauswart oder andere zeitlich frei einteilbare Arbeiten (eigenes Kleinstunternehmen), damit die Arbeit besser mit Springer-Jobs kombiniert werden kann.

Solche ArbeiterInnen sind die Haushalte in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen. Sie sind von Armut bedroht oder leben unter der Armutsgrenze. Der Kantonsrat St. Gallen hat beschlossen, ihnen die Krankenkassen-Prämienverbilligung um 10% zu kürzen und auf ihren Kleinstunternehmen eine Mindeststeuer von 900 Franken zu erheben. Wir wehren uns mit einer kantonalen Initiative dagegen. Der Regierungsrat St. Gallen hat uns die Bewilligung für das Sammeln der Unterschriften nicht erteilt. Wir müssen beim Verwaltungsgericht gegen unsere Regierung klagen!

Vom Sklaven zum Herrn

Wir haben gesehen, wie ein Mensch als Inhaber eines Franchiseunternehmens zum Arbeitgeber wird und damit Arbeiter halten darf, die er ausnützt, damit er mehr Gewinn hat. Alles legal. Selber ist der Inhaber auch Abhängiger des Franchisegebers, seine Stellung ist also zwischen Sklave und Herr. Und diese feudale Gesellschaftsstruktur kennen wir aus dem Geschichtsunterricht seit den Hochkulturen, bei uns also seit der Römerzeit vor rund 2'000 Jahren.

Nebst dem Paar Arbeitgeber-Arbeitnehmer gibt es auch die Paarungen Hausbesitzer-Mieter und Bodenbesitzer-Pächter. Auch Arbeitgeber, Hausbesitzer und Bodenbesitzer sind in den meisten Fällen abhängig von Geldgebern, im Paar Geldgeber-Schuldner, sind sie die Schuldner. Und so überzieht sich unsere Gesellschaft mit einer Struktur aus Arbeiter, Arbeitgeber, Herr, Baron, Graf, Fürst, Herzog, König, Kaiser. Von direkter Demokratie keine Spur - sonst wären wir längst schon anders.

Genussmittel

Die SP verlangt im Nationalrat Schutz vor den verheerenden Folgen des Tabakkonsums und Ratifikation des Rahmenübereinkommens der WHO.

Wie Aussätzige werden zurzeit Raucher verfolgt. Doch wer alte Filme schaut, sieht im Film 14-Jährige auf dem Sofa in der Stube rauchen, zusammen mit ihren Eltern und dem Besuch. Kaum ein Schriftsteller, der nicht rauchte. In der Eisenbahn war die eine Hälfte des Wagons mit "Raucher", der andere mit "Nichtraucher" beschriftet, das Raucherabteil meist mit mehr Leuten besetzt. Die Trolleybusse waren kürzer und hatten einen Anhänger in dem geraucht wurde. In allen Wirtschaften wurde geraucht. Alle rauchten - und alle starben sofort an Lungenkrebs. Nein, Lungenkrebs war nicht mehr verbreitet als heute. Hätten wir keine Sondersteuer auf Tabak, würden die Raucher auch kaum verfolgt. So aber wird das Verfolgen zum Geschäft! Die Tabaksteuer finanziert die Verfolger, die Anti-Raucher-Propaganda. Angeführt von Ärzten und Werbespezialisten, die wohl auch rauchen oder geraucht haben - aber am Geschäft verdienen.

Ein Teil der Tabaksteuer fliesst an die AHV, IV und Ergänzungsleistungen, ein Teil an die Prävention, die Verfolger. Wäre es der Gesellschaft ein echtes Anliegen, dass niemand raucht, wäre Tabak verboten. Das will aber niemand - den Profiteuren würden 2.5 Milliarden Franken fehlen! Und so wird das scheinheilige Spiel weiter gespielt, in der Hoffnung, dass doch geraucht wird, damit der Anti-Raucher-Job und die Renten erhalten bleiben.

Wir können das mit einer Volksinitiative ändern!

Genussmittel, namentlich Bier, Cannabis, gebrannte Wasser, Gewürze, Kaffee, Kakao, Kath, Tabak, Tee, Wein und Zucker können frei importiert, hergestellt und verkauft werden. Sie unterliegen keiner besonderen Verbrauchssteuer.

Öffentlicher Verkehr viel zu teuer

Diese Aussage ist unbestritten. Drei Vorschläge wurden gemacht: a. günstiges öV Stehplatz-Generalabonnement; b. öV gratis für alle, die Bahn wird von den Arbeitgebern bezahlt, die Arbeitnehmer ausserhalb eines Umkreises von 5 Kilometern beschäftigen; c. öV wie bisher, jeder zahlende Fahrgast kann aber 3 Begleitpersonen gratis mitnehmen.

Trotzdem lohnt es sich, weitere Ideen zu suchen. Analog der SRG auf Radio und Fernsehen hat die SBB das Monopol auf den Schienen. Auf den Schienen fahren nur SBB-Wagen. Das ist, wie wenn auf den Strassen nur Dähler-Reisecars fahren würden. Kein anderer Car, kein Auto, nur noch einige Lastwagen, die ebenfalls zur Dähler-Firma gehören. Sollten wir nicht einfach die Schienen frei geben und jeder kann darauf fahren? Elektroautos und -Lastwagen mit Stromabnehmer können in jedem Dorf zu jeder Zeit auf die Schiene einbiegen und am Zielort die letzten Meter mit Batterien oder einem Benzinmotor erreichen.

Es ist eben so, dass die öffentliche Hand kein richtiger Fuhr-Unternehmer ist. Sie hat von diesem Geschäft keine Ahnung, muss sie auch nicht, denn Geld spielt keine Rolle. Entsprechend teuer wird die ganze Angelegenheit und ist letztlich nicht mehr bezahlbar. Eine vierköpfige Familie zahlt für die Zugreise viermal mehr als wenn sie mit einem billigen Auto fahren und der Zug wird erst noch von den Autofahrern mitfinanziert! Für 35 Euro kann man von Zürich mit dem Car nach Hamburg fahren. Abfahrt täglich zweimal, Sitzplatz garantiert. Für 29 Franken mit dem Zug von Zürich nach St. Gallen, Sitzplatz vielleicht ab Winterthur.

Fremde Richter - ein unglaubliches Spektakel

Die Kommentare über das vom Bundesrat beschlossene Verhandlungsmandat zur Lösung der institutionellen Probleme (Gericht) mit der Europäischen Union, welche seit mehreren Jahren unsere Beziehungen zu unserem nach wie vor wichtigsten Partner vergiften, verkommen zu einem unglaublichen Spektakel. [Link]

Ich selber kenne nur eine Richterin persönlich und genau sie wird natürlich in den Ausstand treten, wenn ich vor ihrem Gericht bin. In diesem Sinn sind mir alle Richter fremd und das ist auch gut so. Wir erleben ja oft, dass einheimische Richter befangen sind, weil sie Einheimische kennen, mit einheimischen Werten verbunden sind.

Die Rechtsprechung wird neutraler, wenn sie von unbefangenen Richtern gesprochen wird. Wir haben daher in der Schweiz drei Gerichtsstufen, die immer weiter vom Einheimischen entfernt sind. Eine vierte Stufe erhöht die Unbefangenheit. Dass wir im vierten Gremium, auf der europäischen Stufe, keine Richter stellen, ist der Preis für die Unabhängigkeit und nicht weiter tragisch. Mir scheint Bundesrat Didier Burkhalter leistet gute Arbeit.

Abstimmung vom 22. September 2013

Von den drei eidg. Vorlagen erhalten wir praktisch nur über den Impfzwang Stellungnahmen und alle sind dagegen:

Ich bin gegen das Epidemiegesetz.

Ich bin aber auch gegen den Militärzwang, sehe keinen grossen Unterschied zwischen Impfzwang aufgrund eines Entscheides des Bundesrates und einem Militärzwang aufgrund eines Entscheides des Generals. In beiden Fällen werden Menschen gezwungen, etwas zu tun, das sie gar nicht tun wollen. Konkret werde ich vom Bundesrat gezwungen, mich impfen zu lassen. Willst du das, dass dich der Bundesrat zwingt, willst du nicht selber entscheiden?

Gewalt ist keine Lösung! Zwang ist keine Lösung!

Der Schulzwang ist ein weiteres Zwangsmittel, über das noch nicht abgestimmt wurde. Und der Bund zwingt uns, die SRG zu finanzieren. Dagegen haben wir eine Volksinitiative eingereicht, für die wir nun bald Unterschriften sammeln dürfen. Doch zurück zur eidg. Abstimmung vom 22. September ...

Es macht wenig Sinn, dass die 24-Stunden-Tankstellen in der Nacht während vier Stunden rote Absperr-Bänder um einen Teil der Verkaufsregale machen müssen.

Ich stimme am 22. September:

a. JA zur Volksinitiative «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht»;

b. NEIN zum Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz);

c. JA zur Änderung des Arbeitsgesetzes (24-Stunden-Tankstellen: Shopbereich zwischen 1 - 5 Uhr nicht mehr abgesperrt).

Und weil wir konsequent den Autor auch hier nicht nennen, weiss niemand, wer der Ich ist. Was aber auch nicht wichtig ist, weil du eine eigene Meinung hast und deine Meinung genau so zählt - wenn du die Abstimmungsunterlagen zurück sendest!

Die letzte Augustwoche

Was für ein Sommer! Seit Anfang Juli ist es nahezu immer schön und bald ist der August auch schon vorüber. Die Nächte werden kühler und Morgentau liegt auf den Wiesen. Der Herbst ruft und doch ist es noch Sommer, locken die Weihern, über die bei Sonnenuntergang ein leichter Nebel schwebt. Und wenn wir Glück haben, spielt jemand von irgendwoher auf der Flöte. Für sich. Für mich. Es gibt ganz starke Momente im Leben. Geniesse sie.

27.08.2013

Vom Sklaven zum Herrn - Staatsverschuldung 2013

USA
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13'100'000 Millionen Euro
= 42'000 Euro / Einwohner
Gesamtbevölkerung USA 314 Millionen Einwohner

EU
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11'000'000 Millionen Euro
= 22'000 Euro / Einwohner
Gesamtbevölkerung EU 506 Millionen Einwohner

CH
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169'000 Millionen Euro
= 21'000 Euro / Einwohner
Gesamtbevölkerung CH 8 Millionen Einwohner

Nachdem nun die Schuldner bekannt sind, kommt die interessante Frage: Wer ist der Geldgeber? Wer gibt dem Staat Geld, wo doch der Staat das alleinige Recht hat, Geld zu drucken?

Der Staat druckt Geld und gibt es den Banken und leiht sich von den Banken Geld aus. So einfach und so blöd.

27.08.2013

Didier Burkhalter

Bei seinem Arbeitsbesuch hat Bundesrat Didier Burkhalter gestern Montag dem Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmed Üzümcü (Türkei) die Unterstützung des Labors Spiez bei den Untersuchungen über die angebliche Verwendung von chemischen Waffen in Syrien angeboten.

Doch die USA und England wissen bereits vor einer Untersuchung, dass chemische Waffen verwendet wurden und auch von wem, von Baschar al-Assad.

Diese Vorverurteilungen und Lügen der Westmächte kennen wir bereits aus den Fällen Saddam Hussein (ermordet auf Veranlassung von George W. Bush, USA) und Muammar al‑Gaddafi (ermordet auf Veranlassung von Barack Hussein Obama, USA).

27.08.2013

Was passiert in Syrien?

In Syrien passiert das Gleiche wie in Libyen, im Irak und in Afghanistan passierte. Die bedeutendsten Bodenschätze Syriens sind Erdöl und Erdgas.

In Syrien werden die Islamisten als Werkzeug benutzt, um Assad zu stürzen. Ziel ist aber kein funktionierender Staat Syrien, sondern nur eine halbwegs stabile Ordnung, die am Tropf der Westmächte hängt und die den Konzernen die absolute Kontrolle über Land und Bodenschätze gewährleistet.

 

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