Was wäre unser Leben ohne liebe Menschen? Liebe Menschen schenken uns Freude und bereichern uns durch ihre Persönlichkeit. Ihre Gesellschaft und ihr Lachen lassen uns aufatmen und sind Balsam für unsere Seele. Es ist wunderbar, wenn wir einen Menschen wertschätzen und ihm sagen können: "Wie gut, dass es dich gibt!"
Wenn ich ans Mittagessen am Mittagstisch für Flüchtlinge im Solihaus St. Gallen zurückdenke, dann denke ich an fröhliche, offene Menschen die sofort auf dich zukommen, mit dir reden und lachen. Es sind Menschen aus aller Welt, jede Sprache und jedes Aussehen ist hier zu finden. Eigentlich habe ich, als Schweizerin, schon fast das Gefühl hier der Ausländer zu sein ;)
Und dann denke ich daran, dass dies in ein paar Wochen vielleicht schon alles nie wieder so sein wird. Die Asylverschärfung. Dieses absolut unmenschliche Gesetz, dass so vielen Menschen das Leben kosten wird. Wollen wir das einfach so ignorieren? Zum Beispiel den Dienst der Schweizer Botschaften einfach so abschaffen? Haben wir uns einmal überlegt, wie wichtig solche Botschaften für Flüchtlinge sind? Oftmals ist es ihr einziger Fluchtweg, auf die Botschaft gehen zu können, ein Visum zu erhalten und direkt in die Schweiz fliegen zu dürfen. Sie sind gerettet. Vor Verfolgung oder Krieg.
Wenn wir JA stimmen, dann nehmen wir ihnen ihre letzte Chance, aus ihrem Land rauszukommen weg. Wir lassen sie auf die schlimme Tour zu uns kommen. Durch Wüsten, über das offene Meer und tausenden von Gefahren. So viele Flüchtlinge werden dabei sterben. Ist es das, was wir wollen?
Wenn wir aber auch Flüchtlingen versprechen, sie dürfen hier bleiben, so meinen wir nur diese, die aus Länder kommen wo Krieg herrscht. Die andern werden nicht einmal genau studiert. Ja, sogar noch schneller wollen wir sie loswerden. Sie werden einfach als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet und zurück in ihr Land geschickt. Ob sie hier sind, weil bei ihnen vielleicht eine grosse Hungersnot herrscht und sie für ihre Familien Geld nach Hause schicken möchten, ist uns egal. Kein Krieg - kein Flüchtling. Und das darf doch nicht die Lösung sein!
Doch was ich eigentlich am aller schlimmsten an diesem neuen Gesetz finde, sind diese Lager, die sie einführen wollen. Menschen einfach so einzusperren, aber nirgends ist was vorgegeben, ab wann ein Flüchtling in so ein Lager kommen muss. Ab wann ist man ein Renitenter, eine Renitente? Reicht es, wenn man vielleicht aus Hunger mal in einem Laden ein Brot stiehlt? Ist es schon Grund genug, wenn man zweimal 10 Minuten zu später wieder im Zentrum erscheint? Einmal unfreundlich zu einem Aufseher - und schon im Lager eingesperrt? Das geht ja mal gar nicht!
Jeder hat das Recht, die aktive Beteiligung in einem Krieg zu verweigern. Deserteure sind Helden und keine Scheinflüchtlinge! Mein Wunsch ist es, dass die Abstimmung am 9. Juni abgelehnt wird. Dass die Schweiz auch im Inland Menschen diese Freiheit gibt, die sie sich auch selber von der EU und dem übrigen Ausland wünscht. Es ist doch nicht nötig, all diese Asylgesetzt schon zu verschärfen, wenn noch nicht einmal ein Problem deswegen aufgetaucht ist! Warum wollen wir es Menschen in Not nur noch schwieriger machen? Sie noch mehr ausstossen? Uns geht es doch so oder so gut, dann können wir doch auch noch andern helfen!
Im Verhältnis haben sich vier Stimmberechtigte mutig für Menschen in Not, für Asylsuchende eingesetzt. Bravo! Und 32 haben sich abgewendet und an der Abstimmung über die Asylgesetz-Verschärfung nicht teilgenommen. Zusammen sind es 36, die sich gegen 16 wehren, die die Menschenrechte dauernd einschränken und die Mauern immer höher und unüberwindbarer machen. Es ist schön, dass es doppelt so viele sind, die bei der Hatz auf Fremde nicht mitmachen. [admin.ch]
Und wir ermuntern alle, sich zu freuen und sich leise auf die fremden Menschen einzulassen
"Seit es Menschen gibt, hat sich der Mensch zu wenig gefreut. Lernen wir besser, uns zu freuen, so verlernen wir, anderen wehe zu tun." Friedrich Nietzsche
Schauen wir uns eine Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur (sda) an: "Vergleicht man den Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2008 mit demjenigen der Jahre 2009 bis 2011, so stieg das verfügbare Einkommen von Familien mit Kindern der tiefsten Einkommensklasse um rund 9 Prozent auf 4390 Franken im Monat. Bei der höchsten Einkommensklasse von Familien mit Kindern wuchs das verfügbare Einkommen um rund 8 Prozent auf 14'350 Franken im Monat."
In Prozenten überholt die tiefste Einkommensklasse die Champions League Klasse! Schauen wir, wie sich das Einkommen nominell entwickelte: Die tiefste Einkommensklasse hat 360 Franken mehr als vor drei Jahren, die höchste Einkommensklasse hat "nur" 1'100 Franken zugelegt. Nominell öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter um 740 Franken im Monat.
Nicht erwähnt hat die Schweizerische Depeschenagentur (sda) die nominellen Zahlen und den Abschnitt "Was bleibt übrig" aus der Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik.
Was bleibt übrig?
Nach allen Ausgaben blieb den privaten Haushalten 2011 ein durchschnittlicher Betrag von 1210 Franken pro Monat oder 12,6 Prozent des Bruttoeinkommens zum Sparen übrig. Bei den Haushalten der untersten Einkommensklasse (mit weniger als 4900 Franken Bruttoeinkommen) blieb im Durchschnitt kein Sparbetrag übrig. Diese Haushalte gaben mehr Geld aus, als sie einnahmen. Dies steht nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem verhältnismässig hohen Anteil von Rentnerhaushalten (64%) in dieser Klasse, bei denen der Vermögensverzehr einen Teil des Haushaltsbudgets finanziert. [BFS]
Die unterste Einkommensklasse gibt mehr Geld aus, als sie einnimmt - zehrt also vom Vermögen und wenn das aufgebraucht ist, spart sie es sich vom Mund ab.
Nur Happytimes berichtet vollständig
Hat es System, dass die einzige Nachrichtenagentur der Schweiz unvollständige Artikel über den Ticker laufen lässt, darf das Volk nicht wissen, dass die unterste Einkommensklasse bereits mehr Ausgaben trägt als Einnahmen hat? Tagblatt und viele andere Medien übernehmen tel quel den Artikel der Schweizerischen Depeschenagentur (sda). Wenige machen sich die Mühe, das Original der Medienmitteilung des Bundes zu lesen. Eine aber schon, die Online-Zeitung Happytimes, die bekannt für ihren guten Journalismus ist. [happytimes.ch]
Der St. Galler Regierungsrat weiss natürlich, dass die unterste Einkommensschicht von Armut betroffen ist
Vor diesem Hintergrund der verfälschten Meinungsbildung ist auch das Sparpaket III des Kantons St. Gallen zu sehen: Am stärksten trifft es mit insgesamt 22.1 Millionen Franken die unterste Einkommensklasse! Gut 10 Millionen werden bei den Ergänzungsleistungen, 6.5 Millionen bei der Krankenkassen-Prämienverbilligung gespart, 5.6 Millionen weniger erhalten Einrichtungen für erwachsene Behinderte. Dafür gewährt der Regierungsrat in eigener Kompetenz 86 Top-Unternehmen Steuerrabatte von 50 bis über 75 Prozent! Und er will auch dem Kantonsrat nicht sagen, wie die 86 Top-Unternehmen heissen. Wir wissen ja alle, dass Top-Unternehmen nur den Gewinn versteuern, der sich nicht weiter steueroptimieren lässt. Und auf diesem äussersten Rest, der sich einfach nicht mehr wegbuchhaltern lässt, bezahlen sie dann offiziell nur einen Viertel der Steuern.
Ab Mitte 2014 sollen am Stadtrand von Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin jährlich bis zu zwei Milliarden Kapseln der Marke "Dolce Gusto" produziert werden.
Nestlé investiert in das Werk über 270 Mio. Franken, rund 27 Mio. werden von Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung - das heisst von den dorte wohnenden Steuerzahlern - subventioniert.
Mit 450 Arbeitsplätzen wird die Fabrik zu einem der grössten Arbeitgeber in der Region. Jeder Arbeitsplatz - und die meisten sind wohl im untersten Einkommensbereich - wird also mit 60'000 Franken subventioniert. Bislang produzierte Nestlé "Dolce Gusto"-Kaffeekapseln im englischen Tutbury und im spanischen Girona.
Nestlé S.A. ist der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern und das grösste Industrieunternehmen der Schweiz. Die Hauptverwaltung befindet sich in Vevey. Braucht der grösste Nahrungsmittelkonzern, der 10 Milliarden Gewinn im Jahr macht, 27 Millionen Subventionen? Nein, natürlich nicht. Nestlé erpresst England, Spanien und Deutschland. Deutschland hat "gewonnen". Angelika Merkel dankte am Freitag, 31. Mai dem Konzern, dass er sich für Deutschland entschieden habe.
Die montagsZeitung ist etwas verspätet erschienen. Grund war die Abwesenheit des Blattmachers, der in St. Gallen an einem Quartierfest mithalf und dafür diesen Witz mitbrachte:
Ein Mann sitzt im ausverkauften Stadion des WM-Finales und hat neben sich einen leeren Sitz. Irritiert fragt er den Zuschauer auf der anderen Seite des leeren Platzes, ob der Platz jemandem gehöre. "Nein, der Sitz ist leer." "Aber das ist doch unmöglich! Wer in aller Welt hat eine Karte für das Finale und lässt dann den Sitz ungenutzt?" "Nun, der Sitz gehört zu mir. Meine Frau wollte mitkommen, aber sie ist kürzlich verstorben. Es ist das erste WM-Finale, das wir uns nicht gemeinsam ansehen können, seitdem wir geheiratet haben." "Oh, das tut mir leid. Aber wollte niemand Ihrer Verwandten oder Freunde an ihrer Stelle mitkommen?" Der Mann schüttelt den Kopf: "Nein. Die sind alle an der Beerdigung."
11.06.2013
Gut das es Dich gibt, nur das will ich Ihnen sagen. Obwohl ich nicht immer einer Meinung mit Ihnen bin, tut es gut das zu lesen und das aus der Schweiz.
Eine willkommene Abwechslung zu übrigen Texten und Sendungen in unseren Zeitungen und TV. Wir sind schon ein unglaublich Geld zentriertes Land, das ist auch das übliche Landesthema. Ein Land von Buchhaltern.
Aber wir sind viel mehr als das. Wenn der Ratio den Emotio dermassen verdrängt, dass wir von Individuen nur noch als Zahlen sprechen (wie sie erwähnten schicken wir diese in den Tod / dem Luxus zugute) stimmt etwas in unserer Gesellschaft nicht.
Ich lebe auch lieber wohlhabend, aber wer sich in dieser Position denen annimmt, welche nicht so viel Glück hatten (Betonung auf Glück, kommen Sie mir nicht mit Märchen von Leistung und Fleiss / ich habe zuviel in der Schweiz gesehen / Koooperatin mit den Achsenmächten, Zahngold und Nummernkontis für die grössten Verbrecher der Welt / wenn es nach Leistung und Fleiss ginge wäre ich schon Multimillionär) ist wirklich reich.
11.06.2013
Also wenn sich vier Leute gegenseitig fragen, wer von ihnen dafür und wer dagegen ist, und ihre neue Entscheidung danach als Volksentscheid durchsetzen, dann ist das noch lange keine Demokratie! (Höchstens ein Insider-Parlaments-SchereSteinPapier meinetwegen.)
Keine Antwort ist auch eine Antwort!
Es reagiert einer so, der nicht wahnsinnig begeistert von der Fragestellung ist.
Man muss endlich jeden Einzelnen nach seiner Meinung befragen und auch zuhören, damit es etwas Gutes gibt! Notfalls eine JEIN-Antwort in Kauf ziehen. Eine Drittlösung oder einen Kompromiss zulassen.
- JA
- NEIN
- Mein Vorschlag:
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Darum schlag ich vor, dass eine Abstimmung, an der nicht 95 Prozent der Bevölkerung teilgenommen hat, vertagt wird.
11.06.2013
In Glarus, dem Kanton mit der tiefsten Stimmbeteiligung, gibt es 12 Mutige, die sich für die Flüchtlinge einsetzen, und 187, die sich passiv gegen 57 Hardliner wehren. 199:57.
In Schaffhausen, dem Kanton mit der höchsten Stimmbeteiligung, sind es 5 Mutige und 20 Passive gegen 22 Hardliner. 25:22
Zu beachten ist, dass die Schweizer Medien eine extreme Hardlinerposition einnehmen. Sie berichten ausschliesslich negativ und vermischen absichtlich Asylbewerber und Drogenhandel und Migration.
11.06.2013
In Dinhard, einem kleinen Dorf im Zürcher Weinland, das keinen einzigen Flüchtling hat, haben im Verhältnis 8 Stimmberechtigte sich mutig für Asylsuchende eingesetzt und 59 an der Abstimmung nicht teilgenommen. Zusammen sind es in Dinhard 67 Stimmberechtigte, die sich aktiv und passiv gegen 42 Stimmberechtigte wehren, die gegenüber Flüchtlingen (die sie gar nicht haben!) negative Stimmung machen. [link]
Es ist noch verrückt, dass Heerbrugg, das Flüchtlinge beherbergt, viel offener ist als Dinhard, das Flüchtlinge nur vom Hörensagen kennt. Die Medien leisten ganze Arbeit! Und wer es aus Erfahrung nicht besser weiss, glaubt ihnen!
11.06.2013
In Heerbrugg, wo die Schule zwei Mädchen wegen Kopftuchtragen vom Unterricht ausschloss, hat im Verhältnis 1 Stimmberechtigter sich mutig für Asylsuchende eingesetzt und 26 haben sich abgewendet und an der Abstimmung nicht teilgenommen. Zusammen sind es in Heerbrugg 27 Stimmberechtigte, die sich aktiv und passiv gegen 11 Stimmberechtigte wehren, die lautstark - und von den Medien unterstützt (!) - gegen Ausländer Stimmung machen. In Heerbrugg ist ein Drittel der Stimmberechtigten Flüchtlingen gegenüber negativ eingestellt. Leider ist dieser Drittel sehr laut ... [link]