Anarchie bezeichnet einen Zustand der Abwesenheit von Herrschaft. Er findet hauptsächlich in der politischen Philosophie Verwendung, wo der Anarchismus für eine solche soziale Ordnung wirbt.
Landläufig wird Anarchie auch mit einem durch die Abwesenheit von Staat und institutioneller Gewalt bedingten Zustand gesellschaftlicher Unordnung, Gewaltherrschaft und Gesetzlosigkeit beschrieben und vor allem in den Medien häufig im Schlagwort „Chaos und Anarchie“ verwendet. Die tatsächliche Bezeichnung für einen solchen Zustand ist jedoch Anomie.
Beispiel für eine unechte Anarchie
«In Gottes Namen. Amen. Das öffentliche Ansehen und Wohl erfordert, dass Friedensordnungen dauernde Geltung gegeben werde. – Darum haben alle Leute der Talschaft Uri, die Gesamtheit des Tales Schwyz und die Gemeinde der Leute der unteren Talschaft von Unterwalden im Hinblick auf die Arglist der Zeit zu ihrem besseren Schutz und zu ihrer Erhaltung einander Beistand, Rat und Förderung mit Leib und Gut innerhalb ihrer Täler und ausserhalb nach ihrem ganzen Vermögen zugesagt gegen alle und jeden, die ihnen oder jemand aus ihnen Gewalt oder Unrecht an Leib oder Gut antun. – Und auf jeden Fall hat jede Gemeinde der andern Beistand auf eigene Kosten zur Abwehr und Vergeltung von böswilligem Angriff und Unrecht eidlich gelobt in Erneuerung des alten, eidlich bekräftigten Bundes, – jedoch in der Weise, dass jeder nach seinem Stand seinem Herren geziemend dienen soll. – Wir haben auch einhellig gelobt und festgesetzt, dass wir in den Tälern durchaus keinen Richter, der das Amt irgendwie um Geld oder Geldeswert erworben hat oder nicht unser Einwohner oder Landmann ist, annehmen sollen. – Entsteht Streit unter Eidgenossen, so sollen die Einsichtigsten unter ihnen vermitteln und dem Teil, der den Spruch zurückweist, die anderen entgegentreten. – Vor allem ist bestimmt, dass, wer einen andern böswillig, ohne Schuld, tötet, wenn er nicht seine Unschuld erweisen kann, darum sein Leben verlieren soll und, falls er entwichen ist, niemals zurückkehren darf. Wer ihn aufnimmt und schützt, ist aus dem Land zu verweisen, bis ihn die Eidgenossen zurückrufen. – Schädigt einer einen Eidgenossen durch Brand, so darf er nimmermehr als Landmann geachtet werden, und wer ihn in den Tälern hegt und schützt, ist dem Geschädigten ersatzpflichtig. – Wer einen der Eidgenossen beraubt oder irgendwie schädigt, dessen Gut in den Tälern soll für den Schadenersatz haften. – Niemand soll einen andern, ausser einen anerkannten Schuldner oder Bürgen, pfänden und auch dann nur mit Erlaubnis seines Richters. – Im übrigen soll jeder seinem Richter gehorchen und, wo nötig, den Richter im Tal, vor dem er zu antworten hat, bezeichnen. – Gehorcht einer dem Gericht nicht und es kommt ein Eidgenosse dadurch zu Schaden, so haben alle andern jenen zur Genugtuung anzuhalten. – Entsteht Krieg oder Zwietracht zwischen Eidgenossen und will ein Teil sich dem Rechtsspruch oder der Gutmachung entziehen, so sind die Eidgenossen gehalten, den andern zu schützen. – Diese Ordnungen sollen , so Gott will, dauernden Bestand haben. Zu Urkund dessen ist auf Verlangen der Vorgenannten [es sind keine genannt] diese Urkunde gefertigt und mit den Siegeln der drei vorgenannten Gemeinden und Täler bekräftigt worden. Geschehen im Jahre des Herrn 1291 zu Anfang des Monats August.»
Bundesbrief von 1291
Man beachte, dass unter anderem "nach seinem Stand seinem Herren geziemend dienen soll" offenbar neu eingefügt wurde und im alten, eidlich bekräftigten Bund nicht vorhanden war. 1291 war also auch das Geburtsjahr der verschiedenen sozialen Schichten und der Hierarchie der Herren und neu auch der Richter, die zwar noch ehrenamtlich tätig sind - aber bereits als neues, autoritäres Element in Konkurrenz zu der sehr schönen Formulierung "sollen die Einsichtigsten unter ihnen vermitteln" stehen.
Der alte Bund müsste so ausgesehen haben:
1 Unser Wohl erfordert, dass wir miteinander in Frieden leben und keine Autorität anerkennen.
2 Entsteht Streit unter uns, so sollen die Einsichtigsten unter ihnen vermitteln und dem Teil, der den Spruch zurückweist, die anderen entgegentreten.
Ergänzt um die heutige Zeit
... weil Markt- und Finanzwirtschaft dazugekommen sind, sind Geld und Gut zu regeln. Aber es ist zu beachten: Es gibt keine Exekutive, keine Gerichte, keine Parlamente, keine Gesetze mehr und keine künstliche "juristische Person" ...
3 Wir verwenden ein einfaches Geldsystem. Jede und jeder in der Schweiz Wohnende erhält monatlich so viele Talente gutgeschrieben, dass die Grundbedürfnisse gedeckt sind; Kinder sind Erwachsenen gleichgestellt. Das Guthaben vermindert sich täglich um 1 Promille. Die Teilnehmer können einander kostenfrei Guthaben übertragen. Die Minderung der Guthaben dient ausschliesslich dazu, die Geldmenge und das System stabil zu halten. Mit der Ausführung werden die Komiteemitglieder beauftragt; sie regeln auch ihre Nachfolge und verzichten auf eine Entschädigung.
4 Unter Gut verstehen wir ein Dach und alle Habe, die unter diesem Dach Platz hat. Das Gut gehört den dort Wohnenden und den dort Arbeitenden. Alles andere ist frei.
... mehr kommt uns nicht in den Sinn ...
Diese Bundesverfassung soll dauernden Bestand haben und tritt per 1. August nach Annahme durch Volk und Stände in Kraft. » Angenommen von Volk und Ständen am xx.xx.xxxx.
Was hat unsere Vorfahren, und es waren die stattlichen Herren der wirtschaftlichen Elite, im Jahr 1291 veranlasst, einen neuen Eid zu formulieren, der ein Patchwork verschiedener Sachen aus dem öffentlichen Recht, dem Straf- und dem Zivilrecht sowie dem internationalen Recht, aus der Betrugsverfolgung und der Rechtshilfe ist? Was hat sich in den drei Waldstätten tatsächlich ereignet, warum hatten die anderen nicht den Mut, nein zum neuen Bund zu sagen?
Die kurze Geschichte der freien, herrschaftslosen Schweiz endete Anfangs des Monats August 1291 auf dem Rütli durch eine Verschwörung einiger, die sich zu Herren und Richter machten. Anarchie wird nicht durch einzelne, die sich falsch verhalten, bedroht, sondern von Menschen, die über andere Menschen herrschen wollen und Ängstliche, die sich ihnen unterwerfen. Geschehen im Jahr 1291 anfangs August - der Bundesbrief wurde von niemandem namentlich unterzeichnet!
Bach erstaunt hat das St. Galler Komitee der Finanzinitiative, dass die Redaktion des Radios FM1, das zum St. Galler Tagblatt und damit zur NZZ Gruppe gehört, aus dem ihnen mitgeteilten Initiativtext eine eigene Initiative formulierte und den Hörern mitteilte. Wie er auf diese Idee kam, hat Ralph Weibel, Redaktionsleiter, nicht mehr erklärt, die Falschinformation aber auch nicht berichtigt.
Die Online-Zeitung Happytimes.ch hat sachlich korrekt und anschaulich über die Initiative, die 18 Direktbetroffene ergriffen haben, informiert. Alle 18 sind in keiner Partei und für die meisten ist es das erste Mal, dass sie sich überhaupt politisch engagieren.
41 Ostschweizer Medien haben bisher überhaupt die Initiative verschwiegen - darunter auch das staatliche Radio und Fernsehen SRF. Erstaunlich, was für Informations-Müll wir tagtäglich vorgesetzt erhalten, und wie für die Meinungsbildung wichtige Themen verschwiegen werden, wenn es sich gegen das herrschende Kapital wendet.
Die Zeit schreibt: "In den meisten Redaktionen arbeiten zu wenige Frauen und zu wenige Migranten, zumal in leitender Position. Das ist ein Fehler, nicht aus Gründen der Gerechtigkeit, sondern wegen der Qualität. Zeitungen haben die Aufgabe, die Welt zu verstehen und darzustellen, darum müssen sie die Verschiedenheit der Gesellschaft in sich tragen. Tatsächlich ist die Welt da draussen weitaus vielfältiger und spannungsgeladener, als es die Redaktionen zumeist sind.
Zur ethnischen Homogenität kommt - heute mehr als früher - eine soziale. Jahrzehntelang fanden Menschen aus den unteren Schichten zum Journalismus, sie haben sich hochgeschrieben. Heute stammen die meisten Journalisten aus der Mittelschicht, auch das begrenzt den Erfahrungshorizont." Und es kommt als Drittes hinzu, dass - heute mehr als früher - Themen von der Redaktionsleitung einfach ausgeblendet oder verändert dargestellt werden.
Die Volkswirtschaftslehre (VWL) beschäftigt sich leider nicht mit dem Management einer Volkswirtschaft, wie man das eigentlich vom Namen her vermuten könnte, sondern beschränkt sich auf das Auswerten von Daten. Es werden also Daten der verschiedenen Unternehmen gesammelt und deren Gewinne plus die Löhne (Gewinne der Arbeiter) ergeben dann zum Beispiel das Bruttoinlandprodukt (BIP). Und gemessen am BIP sind "wir" reich. Der Haken am BIP sind die Löhne der Arbeiter, die natürlich kein Reingewinn sondern lediglich die Bruttoeinnahmen sind: Sämtliche Ausgaben der Arbeiter werden im Gegensatz zu den Unternehmen nicht erfasst, sonst wäre unser BIP sehr viel kleiner, denn die Mieten, Prämien, Steuern, Gebühren, Bussen, Strom, Telefon/Internet und die Konsumausgaben in der Schweiz sind hoch. Letztlich sagt das BIP überhaupt wenig aus. In einem Tieflohnland mit hohen Unternehmensgewinnen wäre es am höchstens - wenn also die Löhne gedrückt und dadurch die Unternehmensgewinne erhöht werden, werden "wir" noch reicher.
Ein einfaches Mittel, die Löhne zu dücken, ist das Senken des Steuerfusses. Sofort hat der Staat weniger Mittel, um die Löhne zu bezahlen und muss Stellen und Lohn abbauen - was in der Folge zu tieferen Steuereinnahmen führt und sofort muss ein zweites und drittes Sparpaket geschnürt werden. Ein zweites einfaches Mittel ist, den Unternehmen hohe Steuerrabatte von 50 Prozent und mehr zu gewähren und diese Ungerechtigkeit als "Wirtschaftsförderung" schönzureden. Ein drittes Mittel ist das Kürzen der Sozialleistungen und ein viertes die Erhöhung der personenbezogenen Gebühren und Bussen. Alles erhöht die Unternehmensgewinne.
Wie gesagt, das BIP bleibt unverändert oder wird sogar noch höher, die Schweiz statistisch noch reicher, während dem das Volk verarmt. Treibende Kraft dieses volkswirtschaftlichen Unsinns sind ALLE Parteien - ausnahmslos - die lauteste beim Steuerfuss ist die SVP, bei den Gebühren die Grünen, bei den Sozialleistungen alle bis auf die Linken, die dafür Bussen und Gebühren bevorzugen. Die Class politique von links bis rechts reitet das Volk ins Elend und wird nicht müde zu betonen, wie gut es der Schweiz geht, wenn es den Unternehmen gut geht.
Eine echte Volkswirtschaftslehre würde sich mit den Fragen der gemeinsamen Wohlfahrt beschäftigen - sie hätte die Menschen im Zentrum und den Sinn des Lebens.
Der Übergang von Alt zu Neu ist wunderbar - ein Erneuerungsprozess! Wenn das Ungeborene zur Welt kommt, wenn jemand aus der Welt geht, wenn jemand eine neue Arbeit antritt, eine neue Wohnung ... oder auch nur eine neue Woche. Das Alte ist so staubig, eintönig, mühsam, beengend - und das Neue so verlockend und schön! Und wird wieder alt und daraus neu und immer fort. Eine schöne neue Woche wünschen wir euch!
27.05.2013
Und zur NZZ, Sie kennen sicher NZZ Chefradaktor Herrn Spielmann.
Die Bilderberg Konferenz kennen Sie auch?
Hier sehen Sie Herrn Spielmann [link] Schauen Sie sich das Interview genau an, von Anfang bis Ende.
Solche Filme werden natürlich nie offiziell publiziert, dafür haben wir Youtube. Obwohl amerikanisch, noch relativ frei im Vergleich zur NZZ. Unterschätzen Sie Youtube nicht ;)
Viel Sonne und gute Woche
Au us Züri
27.05.2013
Ich bin selbst kein Anarchist, da Anarchie für mich eine gänzlich rechtloses System ist. In einem solchen System seinen Sie gut beraten, sich bis an die Zähne zu bewaffnen, Ihr Hab und Gut mit einem Rothweiler zu schützen und immer wach zu sein.
Was Sie für mich beschrieben ist mehr, wie es zur Anarchie kommt. Wenn ein System für sehr viele als diskriminierend, verachtend, dekadent und schlicht ungerecht empfunden wird beginnen sie zu rebellieren.
Revolutionen [link] haben schon alles erreicht, was Unvorstellbar war.
Aber ich glaube nicht, dass in der Schweiz eine Revolution möglich wäre. Trotz der einseitigen Presse, allen Missständen der Unterschicht geht es den meisten Schweizern gut und im Vergleich zu Amerika, Afrika oder gar Deutschland leben wir hier im Schlaraffenland. Eine Auflehnung der Masse gibt es nicht, weil diese nicht existiert.
Dass bei der Veranstaltung Tanz Dich frei ein paar Chaoten ihre Wut nach aussen kehrten ist ein Sturm im Wasserglas. Chaoten sind auch keine Anarchisten, einfach ein paar Wütende, welche aufgegeben haben, ihre Meinung mit Worten zu äussern, sonst nichts.
Trotz Verurteilung von Vandalismus und Krawallen empfinde ich aber auch, dass dieses Land unglaublich arrogante, zynische und dekadente Personen an der Macht lässt, als Beispiel dieser Herr Gregor A. Rutz von SVP-Nationalrat ZH siehe [link].
Wenn der schon den Mund aufmacht, sträuben sich bei mir die Haare. Auch glaube ich, dass unser Land solche Persönlichkeiten bevorzugt. Wenn man den Wandel von TeleZüri miterlebt, lässt man heute den Sender lieber ausgeschaltet.
Es ist eine natürliche Reaktion, dass sich einem die Haare sträuben.
Gruss aus Zürich (dem Kapitalhafen ohne Herz)
Ein Zürcher