6. Mai 2013
Menschen im Zentrum
Leserbriefe
Duo You & Me, Zirkus Knie 2013

Heute mach ich mir kein Abendbrot - heute mach ich mir Gedanken

Wir machen uns Gedanken über die Quellen unseres Daseins: Liebe, Arbeit und Wissen. Mehr Quellen kommen uns nicht in den Sinn. Der Quelle Arbeit rechnen wir alles zu, was mit Geld zusammenhängt. Wo sprudelt freies Wissen hervor, wo freie Liebe? Ist es nicht so, dass Wissen gekauft werden muss, dass Liebe finanzielle Folgen hat - sich also beide der Arbeit, dem Geld unterordnen?

Liebe und Wissen fliessen kaum

Wilhelm Reich, den du im Zusammenhang mit Sigmund Freud und aus seinem Buch 'Charakteranalyse' kennst und der seinen Freund Alexander Nell animierte, die demokratische Schule Summerhill in Richtung antiautoritäres Leben weiter zu entwickeln, hat im Buch 'Die sexuelle Revolution' die Sexualität analysiert und auch Lösungen im damals kommunistischen Raum vorgeschlagen, die zuerst berücksichtigt, dann in einer konservativen Reaktion wieder aufgehoben wurden.

In den USA hat er Orgon als universale Energie entdeckt und fand mit diesem neuen Wissen in der Wissenschaft seine grössten Feinde. Er behandelte mit Orgon Krebs. Auch die technische Nutzung der universalen Energie schien ihm möglich.

Die Anwendung von Orgon als Heilmethode wurde ihm von der US-Regierung verboten, was er nicht akzeptierte und letztlich 1957 in einem US-Gefängnis starb. "Jede Autorität ist im Grunde genommen antisexuell." (Seite 143) Wilhelm Reich, Die Entdeckung des Orgons - der Krebs ISBN 3-462-02378-0

Über Wilhelm Reich denke ich nach. Vielleicht hast Du Lust, das Buch auch zu lesen und dir Gedanken zu machen.

Schweizer Nationalzirkus Knie

Ein bisschen komisch werde ich bereits, wenn die an Geländern aufgehängten gelben Blachen den Zirkus Knie ankündigen. Am Tag vor seiner Ankunft stehen auf dem Platz bereits die vier hohen Masten, die später das ganze Zelt stützen. In der Nacht kommen laufend Wohnwagen. Entlang dem Trottoir stehen sie. Im Güterbahnhof fährt der Zug mit den Mannschaftswagen ein. Und früh am Morgen wird das Zelt aufgebaut, am Abend ist bereits die erste Vorstellung. Manege frei.

Auch dieses Jahr wieder ein Glanzprogramm. Das schönste war das junge Paar, das in eine Decke gehüllt sich auseinanderpuppt, ineinander, übereinander, zwischeneinander verschmilzt. Harmonisch weich in den Handstand gleitet, in den Spagat übergeht, Schlangengleich einander umwinden. Ein Traum. Und so gefangen erleben wir einen Zirkus der Superlativen mit Pferden, Kamelen, Lamas, frei fliegenden Papageien, drei Elefanten, die zwei Männer durch die Luft spicken. Ein Zauberer und Jongleur, der weder zaubern noch jonglieren kann und dafür tosenden Applaus erhält. Chinesische Einradfahrer unten, auf der Schulter einen zweiten, dem ein Dritter auf der Schulter steht. Sie fahren vorwärts die anderen rückwärts und alle Sechs jonglieren. Unglaublich. Eine Tanztruppe, zwei hoch auf Leitern, die nirgends halten. Einer auf dem Boden wirbelt auf Schulter-Rücken-Kopf. Zwei waagrecht wie Bretter in der Luft, gestützt auf einer Hand. Eine Trapeznummer mit vierfachem Salto und der Leichtigkeit des Fliegens und eine Akrobatiknummer unter dem Zeltdach hoch über allen Zuschauern, die uns um das Leben des Tollkühnen bangen und erleichter aufklatschen lässt, als er endlich heil wieder unten ist.

Was Menschen alles können! Ein grosser, stattlicher Mann aus Marokko in der Galauniform des Zirkus erzählt uns vor dem Zelteingang stolz, dass er bereits 24 Jahre beim Knie sei. Immer von März bis November. Über Winter sei er in Marokko. Er freut sich auf Zürich, wo der Zirkus morgen spielt. Aufgedreht, animiert, verzaubert und auch etwas neidisch gehen wir den Wohnwagen entlang nach Hause. Einmal wenigsten beim Küchenwagen essen, langsam ganz langsam Biss für Biss geniessen ...

Kürzestgeschichten

In seinem Buch "Das Kurze, das einfache, Das Kindliche" hat Franz Hohler den Gedanken der Kürzestgeschichten weiter verbreitet: "Da ging einmal ein Mann ins Büro und traf unterwegs einen anderen, der soeben ein französisches Weissbrot gekauft hatte und sich auf dem Heimweg befand. Das ist eigentlich alles.

'Begegnung' heisst diese kurze Geschichte von Daniil Charms. Was will sie von uns? Möchte sie uns ärgern? Wieso wagt sie es, als Geschichte aufzutreten? Sie hat uns ja kaum etwas zu erzählen, sie liegt sozusagen unter dem Gefrierpunkt des Erzählbaren. Gerade deshalb gehört sie zu meinen Lieblingsgeschichten. Sie hält einen Moment des Lebens fest und behauptet, dass dieser Moment etwas Besonderes sei."

Gefühlsdurcheinander

Sie habe ein riesen Durcheinander der Gefühle. Sie liebe ihren Freund, der alles für sie tut und mit dem sie seit vier Jahren zusammen wohnt. Sie fühle sich zu einem anderen Mann hingezogen, der sie begehre und den sie jedes Jahr am gleichen Festival trifft und liebt. Das wichtigste im Leben sei für sie ihr Hund.

Männerlatein

"Wie viel Sex braucht eine gute Beziehung?" will die blonde, attraktive Journalistin vor laufender Kamera strahlend wissen. Männer: "Drei-, viermal pro Woche."

Schnarchen

"Ich kann nicht mit meinem Mann im gleichen Zimmer schlafen, er schnarcht." sagt sie zu ihrer Freundin. "Den Mann, der nicht schnarcht, musst du mir zeigen!" lacht Trudi.

Volksinitiative "Radio/TV - ohne Billag"

Das mit der Billag ist der durchschaubare Trick, etwas möglichst zu verteuern ...

Wer hat denn hier wem einen lukrativen Job vermittelt, mit einer Billag, die total überflüssig ist? Diese Institution ist apriori schon ein Skandal ...

Radio höre ich nur beim Autofahren, Frau schaut nicht fern und der Sohn nur US-Sportprogramme ... dafür zahlen wir separat ...

Radiogebühren zahle ich immer: für 5 - 20 Minuten Radio/Tag!

Wer nun diesen SRF Schwachsinn anschauen will , der soll ihn per SRF pay-tv bezahlen. Wer diesen Sender will, der kann ihn bezahlen und wenn ihn zu wenige möchten, dann sollen sich de Weck und Genossen einen andern Job suchen.

FIMA - Bankenkonkurs

Die FIMA hat letzte Woche dargelegt, wie inskünftig Banken, die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kein Geld mehr erhalten, Geld erhalten: Zuerst mit einem "Bail-in", dann mit einem "Bail-out". "Bail" heisst Bürgschaft und meint, dass zuerst die Forderungsgelder der Kunden in Eigenmittel der Bank umgewandelt werden und wenn dies nicht reicht, muss der Staat aus seinen Mitteln (Steuergeldern) "out: von aussen" die Eigenmittel der Bank erhöhen. Mit den zusätzlichen Eigenmitteln ändert sich aber am Stimmrecht und an den Boni nichts, denn das stimmberechtigte Eigenkapital bleibt wie es ist. Nach wie vor haben die gleichen Aktionäre, die das Debakel verantworten, das Sagen! Unter der Bezeichnung TBTF-Vorlage (to big to fail) wurde das Bankengesetz vom Parlament in diesem Sinn geändert und ist seit 1. März 2012 in Kraft.

In den entsprechenden Verordnungen hat der Bundesrat zusätzlich die Banken von Emissionsgebühren auf Obligationen und Währungspapieren befreit und ebenso die Zwangsumwandlung (CoCos) von Kundengelder in Eigenmittel der Bank. Die Zwangsumwandlung erfolgt automatisch, wenn das Eigenkapital der Bank kleiner als 5% ihrer Aktiven ist (Trigger 5%).

Kaum eine SchweizerIn versteht, was Bail, CoCos, Trigger, TBFT bedeutet, und ist froh, ganz einfach zu hören, dass das To-Big-Problem gelöst sei, sie also keine Angst vor einem Bankenkonkurs mehr haben müsse. Erleichtert atmen alle SchweizerInnen auf und wissen nicht, dass sie die Bail-in's und Bail-out's sind, wenn es bei einem Trigger von 5% kracht. Mit der TBFT-Vorlage wurden einzig die Eigentümer der Bank rundum geschützt. Ach ja, und Recht muss sein: Welche Kundenforderungen betroffen sind, muss die Bank in den Statuten festhalten - aber erst wenn's kracht, mittels Statutenänderungen!

Ich persönlich finde den heutigen Bundesrat ein für das Volk schlechter Bundesrat. Aber auch der Nationalrat und der Ständerat haben die Vorlage durchgewinkt und keine Partei hat das Referendum ergriffen. Und das Volk kommt eh nicht draus und dass das so bleibt, dafür sorgt das Staatsfernsehen mit Glanz & Gloria.

He Banker, pass auf!

"He Banker, DAS ist mein Geld und DAS ist dein Geld. Was du mit deinem Geld machst, ist mir egal und wenn du dabei Konkurs gehst, ist mir das nochmals egal - ABER LASS DIE FINGER VON MEINEM GELD! Mein Geld ist nicht dein Geld. Capito?"

Wow einen solchen Bundesrat braucht das Volk und keiner, der säuselt: "Huch, die Eigentümer der Banken - die Banker - sind 'Systemrelevant', zu gross um Konkurs zu gehen. Nehmt ruhig von unserem Geld, wenn ihr euch verzockt habt. Und eure Boni nehmt euch dann auch gleich wie gewohnt, ihr Armen, die habt ihr mehr als verdient in diesen struben Zeiten, denn wir brauchen euch, die Besten!"

Es bräuchte nur einen Satz im Bankengesetz: Kundengelder gehören dem Kunden. Und die Übergangsbestimmung: Girokonten sind als Depotkonten zu führen. Basta! Schon haben wir das sicherste Geld der Welt. Capito?

Stattdessen erlassen die Lakaien der Banker ellenlange Gesetze und Verordnungen, um das Unrecht zu rechtfertigen und den Souverän zu verschulden. Und keiner, weder ein Linker noch ein Rechter muckt - sie erhalten Parteispenden von den Bankern! Darum wähle Unparteiische und freie Listen. "Wän d'weisch, was ich meine!"

He vollgeili Wuche!

Die verschiedenen Projektgruppen in der Organisation für Direkte Demokratie SOS arbeiten intensiv. Die Zinsinitiative soll um obige Sicherung unseres Geldes erweitert werden. Das gibt eine neue Geldpolitik. Die eidg. Volksinitiative ist in Vorbereitung und könnte "Rettet Haus und Geld" heissen.

Wenn wir das geschafft haben, können wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen einführen und sämtliche Bundessteuern (Einkommens-, Vermögens-, Mehrwert-, Mineralöl-, Tabak-, Alkoholsteuern) sowie AHV, IV, FAK, Direktzahlungen, Subventionen, Krankenkassen- und Vorsorgeobligatorium abschaffen. Stell dir vor, wie viele unproduktive Arbeitsplätze damit wegfallen - für produktive, kreative Arbeiten zur Verfügung stehen und welche Kraft die Schweiz daraus schöpft! Und so "en passant" löst sich mit dem Grundeinkommen auch das Migrationsproblem.

Natürlich liegen wir damit voll quer zur politischen Klasse. Doch über das Bedingungslose Grundeinkommen und wie es finanziert wird, sprechen wir noch, wir haben eine Idee, die weder die Reichen noch die Nicht-Reichen plagt!

Mached's guet.

06.05.2013

He Banker, pass auf!

Super Artikel! Wir bringen unser Geld auf die Bank oder erhalten von der Bank Geld - das damit unser Geld ist - und "abrakadabra CoCos Trigger fidibus" gehört unser Geld der konkursreifen Bank. Wir sind von "unseren Volksvertretern" von links bis rechts über den Tisch gezogen worden!

Ich unterstütze die Initiative "Rettet Geld und Haus" voll!

06.05.2013

Hochschulen - Hochfinanz

Ein Hoch den Hochschulen, die von Hochbanken hoch finanziert werden. Und keine anderen Hochlehren als die der Hochfinanz haben! Was bedeutet ein Doktortitel einer Hochschule?

Wo sind die Volkswirte, die Philosophen, die Soziologen, die Pädagogen, die Politologen - haben sie alle hoch, sind sie besoffen, trunken vom Hoch?

"I'm too big to fail", lallte der Hochgebildete und fiel vom hohen Ross.

06.05.2013

Pay-TV und Pay-Radio

Gute Ausgabe der Montagszeitung! Ich bin auch dafür, dass die SRG in ein privates Pay-TV und Pay-Radio umgwandelt wird. Sollen die es bezahlen, die den Gugus sehen und hören wollen. Ich gehöre nicht dazu.

 

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