14. Januar 2013
Menschen im Zentrum
Leserbriefe

Kirchen für Ethik verantwortlich

Viel Gesprächsstoff lieferte letzte Woche der Artikel über die Volksverhetzung. Ist es abstrus, religiösen Gemeinschaften Volksverhetzung vorzuwerfen? Das Christentum, eine Religion voller Liebe und Gewaltlosigkeit bis zum Tode - zwei Milliarden Menschen gehören ihr an - weshalb ist kein tiefer Friede auf Erden? Hätte er, Jesus, die Welt in eine erste, zweite und Drittwelt eingeteilt; "heilige Kriege" geführt, mit Lebensnotwendigem spekulative Geschäfte gemacht; Sonderrechte Wohlhabenden erteilt; Neuzuzüger ausgeschlossen, Flüchtlinge als "unecht" zurückgewiesen?

Gibt es kirchliche Führer, die eigennützige (böse) Absichten verfolgen, das Volk verhetzen. Oder sind wir Einzelne zu feige uns für gemeinnützige (gute) Absichten einzusetzen - lässt sich Gut und Böse mit Gemeinnützig und Eigennützig beschreiben? Entwickelt sich Individualismus zwangsläufig bösartig?

Kirchen sind für Ethik verantwortlich und Kirche sind wir alle.

Komm ich erzähl Dir eine Geschichte (5)

"Stell Dir vor, du stehst als Pfarrerin vor der Gemeinde, es sind viele gekommen und du kanzelst deine Besucher ab: Geisselst den Eigennutzen und rufst - im Namen Jesus - zu Freiheit, Gleichheit und Geborgenheit auf. Auf einer abstrakten Ebene und in kleinen Dosierungen mag das hingenommen werden. Wird die Pfarrerin aber konkreter: Weniger eigenes Vermögen, keine Zinsen, keine spekulativen Geschäfte (Fondsanlagen, Währungsgeschäfte), mehr Umverteilung durch höhere Steuern, offen für Neuzuzüger und Flüchtlinge, keine Kampfflugzeuge, keine Armeewaffen - alles Sachen, die Jesus ganz bestimmt auch sagen würde - würde das Murren in den Bänken lauter, die Pfarrerin ermahnt, sich auf die Seelsorge zu beschränken, der Gemeinde am Sonntag zu einem Wohlgefühl zu verhelfen und das Politisieren der Politik zu überlassen. ... Sie hatte die Wahl und nach den besinnlich-wohligen Worten am nächsten Sonntag gab's Kaffee und Brötchen und alle waren zufrieden."

Einer kam und bezeichnete den Gottesdienst als Opium für das Volk (Marx). Und wieder einer kam und zeigte den Gottesdienst als Volksverhetzung an. Und ganz viele kamen und forderten Ethik im Wirtschaftsalltag.

Die Pfarrerin tunkte ihr Brötchen im Kaffee und machte sich Gedanken über Ethik (Gebote) und Politik (Verbote): Wir bräuchten ganz viel Ethik und wenige Verbote. Wie die Maus es sich wünschte: "Ich hätte gern ein Käsebrot mit ganz viel Käse und wenig Brot."

Mobiliar - ohne Moral und Ethik

Am Montag, 7. Januar haben die Verantwortlichen der Mobiliar in Bern das weitere Vorgehen der seit bald 8 Jahren hängigen Hochwasserschäden von Julius Tell besprochen.

"Heute Dienstag um 17:17 rief mich dann tatsächlich auch ein netter Herr der Mobiliar an und offerierte ein Gespräch zwischen zwei kompetenten Personen der Mobiliar Versicherung und mir. Selbstverständlich war ich sofort einverstanden und begrüsste diesen konstruktiven Vorschlag.

Nur, und jetzt kommt der absolute „HAMMER“: Der Terminvorschlag ist Freitag, 25. Januar 2013. Ehrlich gesagt war ich schon ziemlich baff. Ich erklärte ihm, dass ich am 25. Januar vermutlich nicht mehr fähig sein werde, um an dieser Besprechung teilzunehmen. Es wäre dann der 44. Hungerstreik Tag und ich schätze die Energiereserven werden zunehmend weniger. Der gute Herr der Mobiliar Versicherung meinte nur, die neuen Personen, die sich jetzt diesem Fall annehmen, benötigen noch eine seriöse Vorbereitungsphase. Er erwarte mich an diesem Datum und wünsche mir noch einen schönen Abend.

Julius Tell wird seinen Hungerstreik aber durchziehen bis zum bitteren Ende. Diese Botschaft scheint in Bern immer noch nicht angekommen zu sein und man nimmt die Menschen nach wie vor nicht ernst. In dieser Hinsicht ist alles wie gehabt (gäng wie gäng) und dies nun seit bald 8 Jahren. Der rote Faden zieht sich weiter und die Probleme werden vor sich hingeschoben in der Hoffnung, dass sie sich von selbst lösen." [Link]

Die Mobiliar hat 2011 ein Eigenkapital von 3.5 Milliarden Franken und einen Gewinn von 200 Millionen Franken ausgewiesen. Geschickt werden aber nur 10 Prozent des Gewinns versteuert, der Rest geht unversteuert am Fiskus vorbei. Um bei den 10 Prozent noch mehr Steuern zu sparen, besteht die Mobiliar aus einer Genossenschaft und einer steuerbegünstigten Holding. So macht Mobiliar Geld: Zermürbungstaktik bei Schadenregulierung und Ausnützung aller steuerlichen Möglichkeiten.

Im Verwaltungsrat der Holding Mobiliar sind: Urs Berger, Richard Burger, Susy Brüschweiler, Peter Kappeler, Luc Meylan, Fulvio Pelli, Rudolf Stämpfli. Diese sieben erhielten 1'011'667 CHF Honorar plus jeder 1'000 Franken je Sitzung plus Spesenentschädigungen. Dass ein Mensch von ihrem Verhalten derart betroffen ist, dass er sich an Leib und Leben gefährdet, lässt sie kalt: Geld stinkt nicht, Ethik und Moral war gestern.

UBS - Aktionäre fordern Ethik und Moral

Die Libor-Affäre verlagert sich auf die politische Ebene. Das britische Parlament knöpfte sich die UBS vor und will genauer wissen, warum die Bankspitze die Leitzinsmanipulationen nicht verhinderte. Die Befragung der Ex-UBS-Manager, wie letzten Donnerstag von Marcel Rohner in London, hat die Inkompetenz und das Führungsversagen endgültig zu Tage gefördert! Rohner anerkannte das der UBS vorgeworfene Führungsversagen, erklärte Übernahme der Verantwortung, nachdem ihm bzw. der UBS-Führungsspitze Ignoranz und Fahrlässigkeit vorgehalten wurde.  

Dieses Eingeständnis aber bedeutet nichts anderes als ein Eingeständnis grober Sorgfaltspflichtverletzungen im Rechtssinn! Dies wiederum erfordert eine Verantwortlichkeitsklagen gegen die damals Verantwortlichen, um welche der heutige Verwaltungsrat unter Axel Weber nicht mehr herum kommt, will die heutige Führungscrew nicht auch ihre Glaubwürdigkeit noch ganz verlieren. Der Schaden zulasten Bankenplatz Schweiz, damit verbunden aber auch der Reputations-Schaden zulasten der Schweiz überhaupt, ist heute kaum mehr zu ermessen!

Hans-Jacob Heitz, Advokat und aBundesverwaltungsrichter (zuständig für  FINMA-Fälle) fordert in Vertretung von Aktionären der UBS, dass Ospel & Co zur Rechenschaft gezogen werden. Die damals ausgehandelte Klageschutzabsprachen sind null und nichtig, denn der LIBOR-Skandal war damals nicht bekannt!

Wenn's gemeinsam nicht geht: Jugoslawien

Es gibt ganz unterschiedlich grosse Staaten. China, mit den meisten Einwohnern, Russland mit einer riesigen Landfläche, Liechtenstein ganz klein, mit 36'000 Einwohnern. Nationen im heutigen Sinn kennen wir erst seit knapp 100 Jahren, seit nach dem 1. Weltkrieg.

So ist 1920 mit der Zerschlagung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie das Königreich Jugoslawien entstanden, das vom serbischen König Peter I regiert wurde. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Königreich Jugoslawien von Deutschland und Italien aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Jugoslawien als sozialistischer Bundesstaat, bestehend aus den sechs Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien und Mazedonien, gegründet. Zum Staatschef wurde Josip Broz Tito gewählt. 1963 wurde der Staat in eine Föderation umbenannt und die sechs Teilrepubliken erhielten das Recht auf Sezession - jede Teilrepublik konnte fortan aus der Föderation austreten und einen eigenen neuen Staat bilden. Tito starb 1980 und nach seinem Tod fehlte seine integrative Persönlichkeit, es kam zu Unstimmigkeiten und vier Teilrepubliken (Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien) beschlossen 1991, eigene Staaten zu bilden. Die Teilrepublik Serbien versuchte, mit Hilfe der Armee, die Sezession zu unterdrücken, was ihnen misslang. Die gleichzeitige Unabhängigkeitsbestrebungen innerhalb der Teilrepublik Serbien in der Provinz Kosovo (Kosovokrieg) führten 1999 zu Interventionen der NATO und schliesslich zur Einrichtung einer UN-Verwaltung in der Provinz.

2003 benannte sich das formelle Restjugoslawien in Serbien und Montenegro um. Drei Jahre später, 2006 stimmte Montenegro erneut über seine Sezession ab, die diesmal angenommen wurde. Nach Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien waren nun auch Montenegro und Serbien eigene Staaten.

2008 erklärte sich die Serbische Provinz Kosovo für unabhängig, was von Serbien und 96 der 193 UN-Staaten nicht anerkannt wurde. Die Schweiz gehört zu den Ländern, die Kosovo als eigenes Land anerkannt haben. In Kosovo sind 90% der Bevölkerung Muslime, die zweitgrösste Religionsgemeinschaft ist die serbisch-orthodoxe Kirche (ca. 7%). Wie die serbische Staats- und Regierungsspitze gestern bekannt gab, will sie für "ihre Landsleute" im Kosovo einen Staat im Staate mit unbegrenzter Autonomie schaffen. Wiederum sind es die Christen, die entgegen ihrer Religion einen "heiligen Krieg" ausrufen und Frieden und Versöhnung mit Füssen treten!

Hoffentlich traut sich die orthodoxe Kirche und alle christlichen Kirchen, diesem unchristlichen Verhalten Serbiens ein Ende zu setzen. Kirche, das tönt so unverbindlich - ist es aber nicht, denn Kirche sind wir alle. Jeder der Christ ist, hat die Aufgabe zu sagen: "Wir handeln wie Jesus gehandelt hätte: Wir respektieren den Kosovo." Vom Patriarchen, Erzbischof, Metropoliten, Kirchgänger bis zum Getauften und besonders von ihnen, den vielen.

PS: Die Bundesverfassung der Schweiz kennt kein Sezessionsrecht für die einzelnen Kantone. Sollen wir ein Sezessionsrecht der Kantone in der Bundesverfassung verankern, damit die Gemeinschaft freiwillig ist und darum besonders wertvoll? Und damit wir keine Bruderkriege riskieren.

Toni Stadelmann am 3. März 2013 in den Zürcher Stadtrat

Am 3. März wählt die Stadt Zürich einen Ersatz für den zurückgetretenen Zürcher Stadtrat Martin Vollenwyder. Es kandidieren Marco Camin (FDP), Daniel Hodel (GLP), Toni Stadelmann (parteilos) und Richard Wolff (AL).

Toni Stadelmann nutzt als Parteiloser für seine Kandidatur die Plattform Solidarische Schweiz (SOS). SOS als Organisation für Direkte Demokratie unterstützt parteilose Kandidatinnen und Kandidaten und hat ihm eine eigene Website erstellt und aufgeschaltet.

Toni Stadelmann ist 62 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei Kindern (16,12). Er ist Zürcher und seit Kindheit ununterbrochen in der Stadt Zürich und Agglomeration wohnhaft. Als Volkswirtschafter (lic.oec.publ.UZH) ist er politisch sehr interessiert und möchte die Bewohnerinnen und Bewohner Zürichs, die keiner Partei verpflichtet sind (über 70% der Wählenden), im Stadtrat vertreten.

Seine grundlegenden Wertorientierungen sind: Demokratie, Freiheit, Chancengleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Die Ideen des demokratischen Sozialismus sind seine Leitvorstellungen für eine positive Entwicklung der Stadt Zürich.

Für eine Stadt, in der es allen wohl ist

Als Akademiker, gereifter Mensch und Familienvater wird er als von Parteien und Lobbyisten unabhängiger Stadtrat für eine Stadt, in der es allen wohl ist, sein Bestes geben. "Sie können mit mir kommunizieren, auch wenn ich im Stadtrat bin", verspricht er und nennt auf seiner Website Mail, Postadresse und Telefon. Fragen und wählen Sie ihn. Erzählen Sie's weiter: "Toni Stadelmann am 3. März 2013 in den Zürcher Stadtrat." [Link]

16.01.2013

Universum

Lieber Gott gib einfach zu,
dass ich manchmal schlauer bin als du.

15.01.2013

KOMM ICH ERZÄHL DIR EINE GESCHICHTE (5)

In Ihrem Artikel steht, Religion sei Volksverhetzung oder Opium. Diese Satzaussage ist so zu ungenau und ist in sich auch wieder eine Volksverhetzung, weil damit schon wieder Menschen diskriminiert-verletzt werden.

Wer sagt: Jesus sei der Sohn von Gott aller Christen, Jesus habe die Sünden aller Christen auf sich genommen, und der Gott von Jesus sei der Gott aller Christen, diskriminiert-beleidigt-verletzt niemanden, begeht keine Volksverhetzung, sondern lebt Religion. Wer diese Ansprüche nicht auf Christen beschränkt, sondern auf die ganze Welt, auf alle Menschen, ist eine Sekte und begeht Volksverhetzung.

Wer wie das Judentum Welttoleranz predigt aber alles und jeden ausschliesst, der nicht dem Judentum angehört, ist eine Sekte.

Jede Gruppierung, die einzelne ausschliesst, diskriminiert-verletzt sie. Das beginnt auf dem Pausenplatz mit Mobbing. Die Weltkriege tragen das gleiche Muster.

14.01.2013

Ersatzwahl eines Mitglieds des Stadtrats der Stadt Zürich
vom 3. März 20.13

Wählbar ist jede in der Stadt Zürich stimmberechtigte Person.

Reto Zumstein
Stv. Leiter Abstimmungen und Wahlen
Stadt Zürich
Stadtkanzlei.

(Mail an Redaktion)

14.01.2013

Christoph Mörgeli als Zürcher Stadtrat 2013 - 2014

Ich wähle Christoph Mörgeli, er braucht doch einen Job, bis er die Stelle als Rektor der Universität Zürich antreten kann.

14.01.2013

Toni Stadelmann

Es sind, glaube ich, sogar alle Schweizer Stimmberechtigten als Stadtrat wählbar - also auch Basler, Welsche und Tessiner.

Das in der Schweiz einzigartige Zürcher Versteckspiel, wer nun wirklich ernsthaft Interesse am Stadtratsjob hat, bevorzugt finanzstarke Parteien. Filzfilzfilz!

Ich wähle den parteilosen Toni Stadelmann aus Zürich-Leimbach! Ich bin in Leimbach zur Schule gegangen und Toni ist der Richtige.

14.01.2013

Toni Stadelmann, Zürcher Stadtrat

Schön, dass Ihre Zeitung alle aufführt, die sich als Ersatz für den Zürcher Stadtrat zur Verfügen stellen: Marco Camin (FDP), Daniel Hodel (GLP), Toni Stadelmann (parteilos) und Richard Wolff (AL).

Wird die Wahlbehörde den Wahlunterlagen ein Beiblatt abgeben, auf dem die vier aufgeführt sind oder werden die Stimmberechtigten von den Wahlbehörden wiederum hinters Licht geführt und hocken am 3. März vor einem leeren Wahlzettel mit der lapidaren Wahlanleitung: Schreib irgendeinen Namen auf den Zettel, es sind alle Zürcher Stimmberechtigten wählbar?

 

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