Gemischtes Wohnen, Überbauung Gossau, Sigrist Architekten
In dieser Ausgabe befassen wir uns ausschliesslich mit der Ecopop-Initiative.
Die Initiative verlangt: Art. 73a (neu) Bevölkerungszahl
1 Der Bund strebt auf dem Gebiet der Schweiz eine Einwohnerzahl auf einem Niveau an, auf dem die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft sichergestellt sind. Er unterstützt dieses Ziel auch in anderen Ländern, namentlich im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
2 Die ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz darf infolge Zuwanderung im dreijährigen Durchschnitt nicht um mehr als 0,2 Prozent pro Jahr wachsen.
3 Der Bund investiert mindestens 10 Prozent seiner in die internationale Entwicklungszusammenarbeit fliessenden Mittel in Massnahmen zur Förderung der freiwilligen Familienplanung.
4 Er darf keine völkerrechtlichen Verträge abschliessen, die gegen die Bestimmungen dieses Artikels verstossen oder Massnahmen verhindern oder erschweren, die zur Erreichung der Ziele dieses Artikels geeignet sind.
Entwicklungshilfe
Die Schweiz gibt 2013 knapp 2,3 Milliarden Franken für Entwicklungshilfe aus. Die Entwicklungspolitik des Bundes will die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern verbessern. Dabei versucht man, Probleme in der Wirtschaft (Schulden, fehlende Investitionen), im Sozialen (bspw. Rechte der Frauen) und im politischen Bereich (bspw. Korruption) zu reduzieren.
Die Initiaten sind der Meinung, dass 230 Millionen Franken für die freiwillige Familienplanung eingesetzt werden sollen.
Zuwanderungsbeschränkung
Die Initianten sind der Meinung, dass es eher zu viel als zu wenig Menschen auf dem Planeten hat - zumindest, dass noch mehr Menschen die Energie-, Umwelt- und die Verteilprobleme vergrössern statt lindern. Vorsorglich will sie über die Schweiz einen Deckel ziehen: "voll". Und andere Länder, die sich ebenfalls als "voll" bezeichnen, können folgen - in sie kann kaum noch eingewandert werden.
Die Initiative verfolgt also zwei Ziele:
Die Förderung der Schwangerschaftsverhütung liegt im Bereich Soziales der heutigen Entwicklungshilfe des Bundes und ist eng mit den Rechten der Frauen verbunden. Diesem Ziel vermehrt Ausdruck und auch verbindlich 10 Prozent der Gesamtmittel zu geben, ist vernünftig.
Fürstentum Liechtenstein
Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung
Unser kleines Ländle, das Fürstentum Liechtenstein, muss gemäss Vereinbarung mit der EU pro Jahr 56 Aufenthaltsbewilligungen an Erwerbstätige und 8 Aufenthaltsbewilligungen an Nichterwerbstätige aussprechen. Zu jeder Aufenthaltsbewilligung ist der volle Familiennachzug zu gewährleisten.
Aus allen Anträgen wählt die Regierung 28 aus, die sie direkt bewilligt, alle anderen kommen in einen Topf und daraus werden 36 ausgelost. Das Fürstentum ist mit 36'000 Einwohnern 222-mal kleiner als die Schweiz. Auf die Schweiz übertragen, müssten wir 14'208 Ausländern eine Aufenthaltsbewilligung plus den vollen Familiennachzug bewilligen.
Grenzgänger
Grenzgänger können unbeschränkt im Ländle arbeiten. Täglich strömen 17'000 Grenzgänger aus der Schweiz, Österreich und Deutschland ins Ländle, das fast gleichviele Arbeitsplätze wie Bewohner hat.
Ecopop im Vergleich zum Fürstentum Liechtenstein
Die Initiative schlägt eine Nettozuwanderung von 0.2 Prozent vor, was 16'000 neuen Bewilligungen inklusive Familiennachzug entspricht. Hinzu kommen weitere neue Bewilligungen in gleicher Höhe wie alte Bewilligungen erlöschen. Wandern also 75'000 Ausländer aus, können 75'000 plus 16'000 neue einwandern, also insgesamt 91'000 Personen. Der Familiennachzug ist darin enthalten.
Grenzgänger und Kurzaufenthalter (Aufenthaltsdauer von weniger als 12 Monate) können unbeschränkt in der Schweiz arbeiten. Flüchtlinge können nach wie vor aufgenommen werden.
Die Ecopop-Initiative ist plus/minus vergleichbar mit der Lösung, die das Fürstentum Liechtenstein hat.
Sie setzt, anders als die Masseneinwanderungs-Initiative, auch eine tatsächliche Limite und beendet damit das Thema "Fremdenfeindlichkeit".
Unbestritten am besten ist es, wenn Arbeits- und Wohnort das gleiche sind. Wie früher in Arbon, als sich ganz Arbon am Morgen, Mittag und am Abend in eine chinesische Stadt verwandelte. Velo hinter Velo, Velo neben Velo fuhren die Arbeiterinnen und Arbeiter in die Sauerer-Werke oder nach Hause.
Pendler
Die Stadt St. Gallen hat 76'000 Arbeitsplätze und 80'000 Einwohner. Sie ist also weit bedeutender für die Region als das Fürstentum Liechtenstein für seine Nachbarländer. Und wie das Fürstentum wird auch St. Gallen täglich von "Grenzgängern" angefahren.
Ökologisch hätten wir am liebsten diese Pendler aus Teufen, Speicher, Trogen, Rorschach, Mörschwil, etc. nicht. Warum hat Teufen nicht genügend Arbeitsplätze für seine Einwohner? Warum sind Banken am Paradeplatz, wenn die Arbeiter dort nicht wohnen? Warum haben wir Einkaufszentren an Orten, wo überhaupt niemand wohnt, weder die ArbeiterInnen noch die KundenInnen?
"Wenn wir die Strassen nicht ausbauen und sie verstopfen, hören sie dann schon auf zu pendeln."
Eben nicht, weil die Erwerbstätigen zum Arbeitsplatz fahren müssen - es gibt keinen im Wohnort. Sie quetschen sich auf der Strasse und in der Bahn, schleichen zähneknirschend durch 30er-Zonen. Mangels Arbeitsplätze gibt es auch wenig Einkaufsmöglichkeiten im Wohnort, weil die Menschen unterwegs sind und irgendwo einkaufen.
Gemeinderat
Wer Gemeinderat ist, müsste anregen, dass das Dorf so viele Arbeitsplätze anbietet, wie es Arbeitskräfte im Dorf hat. Alle im Dorf sollten im Dorf arbeiten und auch im Dorf einkaufen können. Und das Dorf sollte "schön" sein, gemischtes Wohnen und kindergerechte Grundschulen mit viel Bewegung und Natur anbieten - die Oberstufe sollte dann frei gewählt werden können.
Es wäre also ein Wettbewerb unter den Gemeinden
bei dem es Gewinner gibt. Die Gewinner - die Gemeinden mit mehr Arbeitsplätzen als Arbeitskräften - würden "Wir sind ausgebucht" anschreiben und auf eine weitere Förderung der Wirtschaft verzichten!
Wir sind ausgebucht
Sobald eine Stadt, ein Land "ausgebucht" ist, werden neue Arbeitsplätze in einer noch nicht ausgebuchten Region geschaffen. Dann erst, wenn neue Arbeitsplätze an neuen Orten entstehen, kommen weniger und weniger Grenzgänger und die ausgebauten Strassen und Trassen werden etwas zu breit.
Bis dann vielleicht eines Tages die ausgebuchte Stadt, das ausgebuchte Land eine Abwanderung wahrnimmt. Leute pendeln zuerst und bleiben dann in neuen Regionen. Und so kann sich die Schweiz, die ganze Welt ökologisch und ökonomisch ausgleichen.
INHALTSVERZEICHNIS
08.11.2014
Das Magazin (eine sehr angesehene Zeitschrift) hat zum Thema Ecopop am 28.10.2014 einen Artikel verfasst, welche meine Meinung wiederspiegelt: [link]
Es ist befremdend wichtige Fragen, welche auch geschichtliche Aspekte berücksichtigen sollten auf der Ebene von Fussball zu argumentieren.
Aus diesem Grund ist das mein letzter Kommentar zu diesem Thema ohne das schlechte Gewissen zu haben mich nicht für eine fremdliebende Schweiz eingesetzt zu haben. :) Europa :)
03.11.2014
Wenn ich es recht verstanden habe, ist die Schweiz nach Annahme der Ecopop-Initiative gleich wie das Fürstentum Liechtenstein seit jeher ist - sie beschränkt die Einwanderung verbindlich und schützt alle bereits im Land Wohnenden unabhängig ihrer Nationalität.
Wir könnten uns ja einmal vorstellen, wie es wäre, wenn das Fürstentum Liechtenstein "modern & offen" würde und innert einem Jahr 80'000 Einwanderer mit Familie kommen: Strassen würden gebaut, Wohnungen, Schulen, Spitäler, Läden, Kehrichtverbrennung, Kanalisationen, Abwasserreinigung, etc. Viele Leute müssten eingestellt, Strassen ausgebaut, die Verwaltung aufgestockt, eine Metro gebaut werden. Das ganze Land boomt. Und nächstes Jahr kommen wieder 80'000 neue. Hurra! Und irgendwann ist dann Schluss. Das Baugewerbe lahmt, die Zulieferer spüren das. Es gibt Arbeitslose, der Konsum wird weniger, die Steuern steigen, Firmen und Arbeiter wandern ab, das Ganze kippt.
Wollen das die 36'000 Einwohner (In- und Ausländer)? Ist es aus humanitären Gründen nötig, 80'000 aus der Nachbarschaft jährlich aufzunehmen? Handelt das Fürstentum menschenfeindlich, rassistisch und absolut wirtschaftsfeindlich, wenn es dies nicht tut? Gäbe es andere Möglichkeiten, den Nachbarn zu helfen, wenn sie Hilfe bräuchten?
02.11.2014
ehrlich gesagt nicht mehr was das hier soll :) zuerst die pro russland kampagne nun pro ecopop.
also ich bin weder pro russland noch für ecopop. aber ich wäre dafür einen kanton nur für reinrassige schweizer abzugrenzen, dort kann man auch ecopop machen und sich lossagen von der welt.
ich lebe lieber hier in der umwelt, ist auch nicht immer einfach aber irgendwie schaffen wir alles.
02.11.2014
Auch Russland ist für Liberalismus. "Jedes Land soll sich selbst genügen", sagte Putin. Vielleicht ist deshalb die russische Politik westlichen Regierungen unverständlich.
02.11.2014
die sogenannten neoliberalen (goms) argumentieren mit der realität und sehen die schweiz im kontext dieser realität.
aus frust alleine lässt sich nichts bauen.
02.11.2014
Nach dem 9. Februar hat die montagsZeitung geschrieben: "Öffne die Tür... Macht hoch die Tür, die Tor macht weit... singen wir Christenmenschen aus ganzem Herzen, tun aber das Gegenteil. Warum tun wir das, das ist nicht-gut und wir wissen es, wir wissen, was gut ist." [link]
Nun sind wir versucht, das Tor zu schliessen, weil zu viele hereinströmen und wir jedes Jahr für die Neuen eine Stadt St. Gallen bauen, mit allem was dazugehört (Strassen, Wohnhäuser, Bildung, Spitäler, Verwaltungsgebäude, Einkaufszentren, etc.). Ferner stellen wir fest, dass viele Einheimische Neuzuzüger nicht mögen, weil sie ihnen den Arbeitsplatz streitig machen, für weniger Lohn arbeiten. Gut arbeiten.
Sind wir zu gutgläubig, wenn wir selbstbewusst für 500 Millionen Menschen das Tor öffnen? Wird die Schweiz zur Drehscheibe, zur Insel auf der die Tüchtigsten arbeiten, bis sie nicht mehr zu den Tüchtigsten zählen? Und wohin gehen sie dann? Und wohin die, die hier geboren wurden?
Blocher, Spuhler, Maurer vertreten eine andere Sicht, die Sicht der Trainer, der Mannschaftsführer. Sie wollen mit ihren Mannschaften gewinnen. Spieler (Arbeiter), die die Leistung nicht mehr bringen, ersetzen. Die besten Spieler einkaufen, statt sie umständlich auszubilden.
Können wir das Tor öffnen, wenn die Trainer sich weigern, für die Ersetzten und Nicht-Eingesetzten aufzukommen? Bliebe ihnen überhaupt ein Gewinn, wenn sie das müssten?
Und in was für einer Liga kicken diejenigen Länder, denen die besten Spieler fortlaufend entzogen werden?
Mit Ecopop prallen Neoliberalismus und Liberalismus, "moderne & offene Schweiz" und Sich-selbst-genügen aufeinander. Wir sollten die Ecopop-Initiative annehmen, um den Neoliberalismus stoppen zu können.
02.11.2014
Film auf Schweizerdeutsch von Haemmerli: [link]
Diese Meinung teilen auch Ueli Maurer,Christoph Blocher, Peter Spuhler und Adolf Ogi.
Also könnt ihr mich noch lange zensieren, Ecopop ist das was es ist und eine Schande, dass die MontagsZeitung dafür Partei ergreift.
Hier noch Filme von bekannten Schweizern aus der Kulturszene zu Ecopop. [link]
02.11.2014
Auch Deutschland, Österreich, etc. haben Kontingente, bei ihnen Quoten genannt, und Greencards (Blaue-Karte, Rot-Weiss-Rot-Karte) und ein Punktesystem, nach dem die Bewilligungen erteilt werden: Qualifikation, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse, Alter, Studium im Einreiseland. Und die Quoten sind tief!
Die EU-Länder haben aber auch die Personenfreizügigkeit - jeder Österreicher und Inhaber von Rot-Weiss-Rot-Karten können auch nach Deutschland oder in ein anderes EU-Land ziehen.
Und obwohl die Schweiz nicht in der EU ist, soll diese Regelung auch für die Schweiz gelten (nicht aber für das Fürstentum Liechtenstein).
Ein liberaler Staat hat zwei Rechte und zwei Pflichten. Er hat das Recht, Gesetze zu erlassen und Steuern zu erheben, und er hat die Pflicht, die Existenz der Bevölkerung zu sichern und die Infrastruktur zu erstellen.
Die EU ist ein Zwischending, ein neoliberaler Staat sozusagen, der seinen Pflichten nicht nachkommt. Die EU sichert nicht die Existenz der EU-Bevölkerung und erstellt nicht die Infrastruktur, die aufgrund der Mobilität der EU-Bevölkerung nötig ist.
Die EU überlässt das Problem der Zuwanderung auf der einen Seite und das Problem der Abwanderung auf der anderen Seite den einzelnen Staaten, schreibt ihnen die Freizügigkeit aber vor. Die einzelnen Staaten können das Problem nicht lösen.
Die EU muss ein liberaler Staat werden, muss ihren Pflichten nachkommen - je sozialer und ökologischer, desto besser.
Die Ecopop-Initiative ist ein mutiges Zeichen, das die Schweiz den Menschen in der EU geben kann: "Wir machen beim neoliberalen Diktat nicht länger mit. Entweder die EU wandelt sich oder sie zerfällt."
01.11.2014
nicht mit den USA :)
01.11.2014
Die USA hat sehr strenge Einreisebeschränkungen! Wer keine Greencard hat, kann nicht einwandern. Greencards erhalten: Personen von nationalem Interesse für die USA; Investoren ab 1 Mio. $ (ländliche Gebiete 0.5 Mio.); Mitarbeiter von Kirchen und Glaubensgemeinschaften;
Obwohl die USA qualifizierte Personen dazu ermutigt, in das Land einzuwandern, sollen einheimische amerikanische Arbeitnehmer nicht durch den Zuzug von Einwanderern benachteiligt werden. Daher muss der US-Arbeitgeber für alle anderen Einwanderer nachweisen, dass es keine Einheimischen für diese Arbeit gibt.
- Beschäftigungsbasierte Greencards sind auf 140'000 kontingentiert.
- 55'000 Greencards werden jährlich an Interessierte verlost. Die Lotteriegewinner müssen verschiedene Kriterien erfüllen und die Wahrscheinlichkeit, dass nach einem "Gewinn" auch tatsächlich eine Greencard ausgestellt wird, liegt bei etwas unter 50%.
- Der nicht-kontingentierte Familiennachzug beschränkt sich auf Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren (ca. 400'000 Greencards pro Jahr).
- Auf 226'000 pro Jahr kontingentiert sind Kinder über 21 Jahren und die Einreise von Bruder oder Schwester. Bewerber kommen auf eine Warteliste und erhalten die Karte frühestens nach 4, manchmal erst nach mehr als 12 Jahren. Für weitere Verwandte (Eltern, Grosseltern, Tanten, Onkel) besteht kein Familiennachzug.
- Höchstens 80'000 Flüchtlinge und Asylanten erhalten jährlich eine Greencard.
Die USA ist 40-mal grösser als die Schweiz. Zählen wir alle Greencards zusammen und teilen diese durch 40, müsste die Schweiz jährlich 22'000 Aufenthaltsbewilligungen ausstellen. Sie stellt nach der Ecopop-Initiative aber wesentlich mehr aus: 16'000 plus alle erloschenen Aufenthaltsbewilligungen!
PS: Man beachte die Formulierung: "... sollen einheimische amerikanische Arbeitnehmer nicht durch den Zuzug von Einwanderern benachteiligt werden." Die EU formuliert das andersrum: Die Einwanderer sollen nicht benachteiligt werden.
01.11.2014
gibt es keine Brücken, keine Autos, keine Züge.
Selbst das Internet wurde von Ingenieuren konzipiert (von amerikanischen Ingenieuren), das Auto von deutschen Ingenieuren (oder japanischen :) und die Züge von polnischen Ingenieuren [link] und von Stadler Rail.
Auch grosse Umweltprojekte (Sonnenkollektoren, Wasserturbinen, Staudämme) wurden von Ingenieuren konzipiert. Meist wird bei grossen Projekten voneinander abgeschaut, da es um globale Standards geht und man den möglichst besten Staudamm, die möglichst beste Wasserturbine will.
Und diese Leute leben und arbeiten auch in der Schweiz, arbeiten mit Schweizern zusammen und anderen Nationalitäten, was ein grosser Mehrwert für alle Seiten ist. Diese Ingenieure zahlen auch viel Steuern und viele von ihnen sind recht friedliche Leute.
Daher bin ich froh, dass Christoph das offen gesagt hat. Leben und leben lassen. Es gibt auch hervorragende schweizerische Ingenieure, welche für Raumfahrtprojekte (bsp. NASA) in den USA arbeiten (dort stört es kein Schwein, solang sie ihr Einkommen in den USA versteuern).
31.10.2014
Was ich an der ECOPOP-Initiative schön finde: Dass wir vorübergehend unbeschränkt Flüchtlinge aufnehmen können. Wir können also Hunderttausende, mehrere Millionen Deutsche aufnehmen, sollte in Deutschland ein Krieg wie in der Ukraine ausbrechen. Ziel der Asylpolitik ist es ja, Menschen, die an Leib und Leben bedroht sind, vorübergehend aufzunehmen. Vorübergehend, denn wenn die Gewalt vorbei, tot ist, kehren sie wieder in ihr Land zurück.
Anders ist die Ausländerpolitik: Hier bleiben die Einwanderer in der Schweiz.
Christoph Blocher - nun plötzlich ein Gegner der Masseneinwanderungsinitiaitve - nennt ein Beispiel: "Ein Betrieb mit 20 Arbeitern braucht dringend einen Ingenieur, findet keinen in der Schweiz und erhält keinen aus dem Ausland, weil das Kontingent ausgeschöpft ist. Jetzt wandere der ganze Betrieb aus, zum Ingenieur." [link]
So ein Unsinn! In der Zeit, die es braucht um einen Betrieb von A nach B zu verlegt (Neubau, Umzug, Kündigung von 20 Arbeitern und Einstellung, Einarbeitung von 20 neuen Arbeitern, Aufbau eines neuen Kunden-, Vertriebs- und Lieferantennetzes) - nur wegen des einen Ingenieurs (!), sind Dutzende Schweizer Ingenieure ausgebildet.
Und genau so soll es auch sein, dass wir die eigenen Leute aus- und weiterbilden und beschäftigen. Und umgekehrt auch! Dass der Ingenieur im Ausland dort einen Betrieb gründet, wo er lebt und ausgebildet wurde.
Die Ecopop-Initiative nützt uns und dem Ausland. Sie bewahrt unsere humanitäre Tradition und sie stärkt die Rolle der Frau in der ganzen Welt. Ich freue mich auf den 30. November.
30.10.2014
Unsere Tochter (kein Auto, Mietwohnung mit Gasheizung) hat ihren ökologischen Fussabdruck berechnet und stolz verkündet, dass, wenn alle so lebten wie sie, wir nur zwei Erden bräuchten ...
Wir haben aber nur die eine.
Es fragt sich nun, wo Ökologie und wo Ökonomie stehen. Soll sich die Wirtschaft der Natur unterstellen und hat sie überhaupt eine Alternative, dies nicht zu tun? Hat die Wirtschaft eine zweite, dritte Erde, um beliebig wachsen zu können?
Erhalten wir mit unserem Wirtschaften die Menschenwürde? Verstossen wir gegen die Würde des Menschen, wenn wir darauf hinweisen, dass wir nur eine Erde haben und die Schweiz eines der rückständigsten, eines der rücksichtslosesten Länder der Welt ist?
Steht bei der Angst vor einer Annahme der Initiative die Menschenwürde an erster Stelle unseres Denkens oder der kurzfristige Profit, der sich mit Ausländern machen lässt? Haben wir in der Vergangenheit die zugezogenen Arbeitskräfte und ihre Familien integriert, eingebürgert, als Brüder und Schwestern begrüsst, ehrlich mit ihnen geteilt? Verfolgen wir irgendein höheres Ziel mit der Zuwanderung, möchten wir die Welt retten, indem alle zu uns kommen sollen?
Dass wir die Schweiz deckeln ist kein Ruhmesblatt sondern die Einsicht: "Kommt nicht zu uns, wir machen es falsch. Wir sind infiziert, krank. Wie ein Heroinsüchtiger benötigen wir mehr und mehr von dem Stoff, was uns umbringt. Profit."
Ja, so viel Würde sollten wir am 30. November aufbringen und unseren Profit schmälern. Wohl die effektivste Entwicklungshilfe :)
29.10.2014
I Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:
Art. 73a
1.) Der Bund bemüht sich, die natürlichen Ressourcen für die künftigen Generationen zu erhalten und ermutigt alle, auf ihren ökologischen Fussabdruck zu achten.
2.) Er freut sich über Wirtschaftswachstum und kulturelle Diversität infolge der Zuwanderung und räumt allen Einwohnern dieselben Chancen ein, zum Wohlstand der Schweiz beizutragen sowie davon zu profitieren.
3.) Er anerkennt die Bedeutung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und fördert, im Sinne seiner humanitären Tradition, die Hilfe zur Selbsthilfe in anderen Ländern.
4.) Er darf keine völkerrechtlichen Verträge abschliessen, die gegen die Bestimmungen dieses Artikels verstossen, insbesondere wenn unter dem Deckmantel der Ökologie die Menschenwürde verletzt wird.
II Die Übergangsbestimmungen
Der Gegenvorschlag tritt in Kraft, wenn die Ecopop-Initiative am 30. November abgelehnt wird.
29.10.2014
nicht jeder entscheid wird von gefühlen gesteuert. wer aber gerne zurück zum aberglauben und heidnischen bräuchen will kann gerne ja stimmen.
29.10.2014
Da prallen wohl Ökologie (Natur) und Ökonomie (Wirtschaft) aufeinander :) Rational lässt sich beides begründen und über die Humanität dabei trefflich streiten. Die Initiative wird, wie letztlich jeder Entscheid, vom Gefühl entschieden.
29.10.2014
ich glaube nicht, dass die erhaltung der nacktschnecke in der schweiz mehr gewicht haben sollte als wirtschaft, humanität und menschenverstand.
29.10.2014
unterstützt die Ecopop-Initiative: "Die Ecopop-Initiative ist eine sehr gute Vorlage, weil sie die Zuwanderung deckeln würde. Die Zuwanderung darf im dreijährigen Schnitt höchstens 0,2 Prozent zunehmen – das ist genug. Damit kämen Fachkräfte wie Ingenieure, Pflegepersonal oder Ärzte doch noch in die Schweiz."
Die Ecopop-Initiative hat keine ausländerfeindliche, menschenverachtende Bestimmungen, wie es die Masseneinwanderungsinitiative hatte: ... Die Höchstzahlen gelten für sämtliche Bewilligungen des Ausländerrechts unter Einbezug des Asylwesens. Der Anspruch auf dauerhaften Aufenthalt, auf Familiennachzug und auf Sozialleistungen kann beschränkt werden.
Bei der Masseneinwanderungsinitiative war die Frage nach der Höhe der jährlichen Zuwanderung zentral. Offenbar soll sich gar nichts ändern: Wir wollen mit den Ausländern Kohle machen und auf Kosten der Ausländer Politik machen, signalisieren Profiteure und Geschäftemacher.
"Die Ecopop-Initiative wird mit grosser Wahrscheinlichkeit vom Volk angenommen. Weil ihr nicht das SVP-Label anhaftet, sondern eine ökologische Absicht dahinter steht, dürfte die Zustimmung sogar noch grösser sein." sagt Thomas Minder.
29.10.2014
als menschenfeindlich, rassistisch und absolut wirtschaftsfeindlich (unter anderem auch von Peter Spuhler) bezeichnet wird scheint dem Werbeblatt Montagszeitung gänzlich entgangen zu sein
In der Psychologie bezeichnet man den Zustand auch als Xenophobie.
Man kann die Befürworter der Initiative einfach entlarven, indem man die Frage stellt, wie viele etwas aktiv für Umweltschutz tun.
P.S. Das Bild sieht ziemlich einsam aus.